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Weihnachtsbräuche aus aller Welt

20 Dezember 2014

Klassisch geschmückte Weihnachtsbäume, Geschenke am Heiligen Abend, Glühwein und Weihnachtssüßigkeiten: So sieht Weihnachten in den meisten deutschen Familien aus. Aber wie feiert man eigentlich im Ausland? Mit einigen Ländern haben wir interessante Gemeinsamkeiten, andere haben aber ihre ganz eigenen Bräuche entwickelt.

Indien

Auch wenn man es nicht vermutet, so feiern auch die Menschen in Indien Weihnachten. Ungefähr 2,3 % der Bevölkerung dort sind Christen. Das klingt nun wenig, sind aber trotzdem etwa 24 Millionen Menschen. Da Weihnachten in Indien ein offizieller Feiertag ist, feiern es auch nicht nur die Christen. Dabei wird das christliche Weihnachtsfest mit ihren heimischen Bräuchen vermischt. So gibt es statt der bei uns heißgeliebten Tannenbäume eine Bananenstaude oder einen Mangobaum, der dann wie ein Weihnachtsbaum geschmückt wird, denn wie alles in Indien, wird Weihnachten bunt und farbenfroh gefeiert. Im südlich gelegenen Goa werden Palmen mit Lichterketten verziert und Häuser werden mit Mangoblättern geschmückt. Rund um die Häuser stellen die meisten Menschen auch noch kleine Lampen auf.

Lampen

Italien

Wie fast überall auf der Welt ist Weihnachten hier ein riesiges Familienfest. Am 25. Dezember es gibt ein mehrgängiges Essen mit Lamm und Truthahn. Was den Tannenbaum angeht, ist das Land gespalten. In vielen Familien hat die Krippe eine viel wichtigere Bedeutung, und so wird auch schon mal auf den Tannenbaum verzichtet. Andere Familien ziehen allerdings den Tannenbaum vor und so wird schon lange gestritten, was nun ins Wohnzimmer gehört. Sizilien hält sich aus diesem Streit vollkommen heraus. Wie im Blogbeitrag „Vorweihnachtsbräuche aus aller Welt“ beschrieben, ist es den Sizilianern wichtiger, dass die Geschenke auch finanziert werden. Daher wird jede Woche zum Kartenspiel geladen! Eines haben aber alle Italiener gemeinsam: Geschenke gibt es erst am 6.Januar, dem Dreikönigstag! Es kommt auch nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern die weiße Hexe Befana. Sie kommt durch den Kamin und hinterlässt ein Geschenk im bereitgestellten Schuh. Der Sage nach kommt sie in jedes Haus, weil sie überall das Jesuskind vermutet.

Krippe von Renata-Sedmakova / Shutterstock.com

Krippe von Renata-Sedmakova / Shutterstock.com

Griechenland

In Griechenland ziehen am 24.Dezember die Kinder mit Trommeln und Glocken durch die Straßen und singen Lobgesänge die Glück bringen sollen. Außerdem werden 12 Nächte lang Weihnachtsfeuer entzündet, zum Schutz gegen Kobolde. Damit es das Christkind in der heiligen Nacht besonders warm hat, wird dann das größte und beste Holzscheit verbrannt. Auch in Griechenland müssen die Kinder auf Ihre Geschenke warten, denn diese gibt es erst am Silvesterabend. In der Nacht zum 1. Januar legt der heilige Vassilius die Geschenke der Kinder vor das Bett. An diesem Tag gibt es auch einen Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken wird. Wer das Stück mit der Goldmünze in seinem Stück findet, soll das ganze Jahr über Glück haben.

Feuer marfis75 / flickr.com

Feuer von marfis75 / flickr.com

Kenia

In Kenia geht es im Kreis der Familie besonders lustig zu. Am 24.Dezember trifft man sich mit der ganzen Familie zu einem großen Festmahl und es wird gefeiert und gelacht. Dann aber haben die Kinder zu tun, denn ihre Aufgabe ist es, das Haus zu reinigen, zu dekorieren und das Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Es gibt also viel zu tun für die Kleinen…! Am nächsten Tag, dem 25.Dezember, wird eine Ziege geschlachtet und unter den Familienmitgliedern verteilt. Danach geht man von Haus zu Haus, wünscht überall fröhliche Weihnachten und tauscht Geschenke aus. An diesem Tag wird noch bis zum nächsten Morgen ausgelassen durchgefeiert und getanzt.

 

Kenia-Menschen-feiern

An Weihnachten wird viel gelacht

Kolumbien

Hier beginnt Weihnachten schon am 14.Dezember. Die ganze Familie kommt zusammen und wandert in den Wald um dort Moos für die Krippe zu sammeln. Die Krippe wird danach auch direkt aufgestellt. Bei Anbruch der Dunkelheit wird dann zunächst gemeinsam gebetet und anschließend gefeiert. Die Feier mit Musik und Tanz dauert bis Mitternacht und wird dann an jedem Abend bis zum 24.Dezember wiederholt. In der Heiligen Nacht geht man in die Mitternachtsmesse und bestaunt danach ein großes Feuerwerk, tanzt und singt auf der Straße und feiert ausgelassen! Geschenke werden auch verteilt, allerdings nur an die Kinder. Sie bekommen Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten, die unter den Betten der Kinder versteckt werden, sodass sie diese am 25.Dezember suchen müssen.

Bild von H. J. S. / flickr.com Weihnachten in Tibasosa, Boyaca, Kolumbien

Weihnachten in Tibasosa, Boyaca, Kolumbien

Indonesien

In der Weihnachtszeit scheint auf der indonesischen Insel Sumatra in der Regel den ganzen Tag die Sonne. Am Nachmittag gibt es dann kurze aber heftige Gewitter: Es herrscht Regenzeit im Dezember. Da die Indonesier aber lieber feiern, wenn die Sonne scheint, machen sie dies am 24.Dezember schon tagsüber und nicht, wie bei uns üblich, abends. Auch auf Sumatra werden Geschenke verteilt, aber in Form von Naturalien. Diese werden auch nicht gegenseitig verschenkt, sondern an die gespendet, die bedürftig sind. So gibt es säckeweise Nudeln, Reis, aber auch Konserven, Kleidung oder Bettwäsche!

Ein Sack voll Reis von Vladimir A Veljanovski / Shutterstock.com

Ein Sack voll Reis von Vladimir A Veljanovski / Shutterstock.com

China

Auch hier erfreut sich Weihnachten großer Beliebtheit, besonders in den größeren Städten! Vor allem kitschige und übertrieben romantische Weihnachtsbräuche finden bei vielen Chinesen Anklang. Junge Pekinger besprühen sich mit Kunstschnee aus der Dose und Kinder gehen mit Nikolausmütze zur Schule. Das Fest ist in China sehr kommerzialisiert und die Geschäfte und deren Schaufenster sind oft mit Weihnachtsdekoration regelrecht überladen. In so manchem Geschäft wünschen Schilder den Kunden „Happey Christmos“. Die meisten Chinesen wissen nichts über die Hintergründe von Weihnachten, doch da soll nun Chinas erstes Handbuch für Weihnachten Abhilfe schaffen. Es verrät nicht nur die Geschichte des christlichen Festes oder die „schönsten Bräuche aus aller Welt“, sondern es enthält auch eine Anleitung, wie ein Weihnachtsbaum richtig zu schmücken ist. Ergänzt wird das Ganze durch Backrezepte für Plätzchen und Texte von Weihnachtsliedern.
Auch wenn die Bevölkerung gerne Weihnachten feiert, so ist es doch kein Feiertag in China. Außerdem gilt es in der chinesischen Kommunistischen Partei als „Kulturgut des Auslandes“. Die Funktionäre der Partei dürfen sich an dem allgegenwärtigen Weihnachtstrubel also nicht beteiligen und auch an keinen Feiern oder Veranstaltungen teilnehmen, die unter einem Weihnachtsmotto gefeiert werden.

Weihnachtsbeleuchtung in China von yngwiemanux / flickr.com

Weihnachtsbeleuchtung in China von yngwiemanux / flickr.com

 

Wir wünschen euch ein frohes Fest und eine schöne Weihnachtszeit!

 

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