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Safari in Indiens Nationalparks

von Mehr Jörg Boddien Produktmanagement Kuba, Indien, Nepal, Bhutan & Malaysia

17 Juni 2016

Jörg, Produktmanager bei erlebe, war auf Reisen in Indien – zusammen mit Valerie, Projektmanagerin. Die beiden haben unter anderem zwei Nationalparks besucht. Lesen Sie selbst, welche Begegnung bei Jörg bleibende Erinnerungen hinterlassen hat.

Tiger in Sichweite

Tiger in Sichweite

Nationalparks in Indien? Gibt es die überhaupt und ist ein Besuch empfehlenswert in diesem bunten, quirligen Land, das mich so sehr in seinen Bann zieht? Ja, natürlich, es gibt unzählige Nationalparks und Naturreservate in fast allen Landesteilen. Ich liebe die unberührte Natur und wilde Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum und finde, dass gerade im oft hektischen Indien einige ruhige Tage in der Natur, eine Reise sehr bereichern können.

Entspannen auf der Veranda

Entspannen auf der Veranda

Viele Naturgebiete in Indien haben ihren ganz eigenen Charakter und ich habe ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich stelle hier zwei Nationalparks näher vor, die ich auf meiner Indienreise im April 2016 besucht habe und die mich auf ganz unterschiedliche Art fasziniert haben: Das Bandhavgarh Tiger Reserve recht zentral im nördlichen Indien gelegen und den Sunderbans Nationalpark im Flussdelta im Osten Indiens südlich von Kolkata.  Entscheiden Sie selbst, welches Naturerlebnis für Sie am besten passt. Oder kombinieren Sie einfach beide.

Der Bandhavgarh Nationalpark steht ganz im Zeichen des Tigers – natürlich auch für meine Freundin und mich. Von allen Tiger Parks in Indien sind hier die Chancen, die Großkatzen zu Gesicht zu bekommen, mit am höchsten. Schlaftrunken wachen wir also im Morgengrauen auf und besteigen gemeinsam mit dem Fahrer und unserem Guide Sedur unseren offenen Geländewagen. Zunächst geht es aber nur zum Tor des Parkeingangs, wo alle Wagen darauf warten, um Punkt 06:00 Uhr eingelassen zu werden. Ich nutze die Zeit, um eine Affenfamilie beim Frühstück zu beobachten. Die süßen Affenbabys scheinen aber mehr am Spielen und Streiten interessiert zu sein.

Affenfamilie im Nationalpark

Affenfamilie im Nationalpark

Im Park überrascht es mich, weil wir vor allem wegen der Tiger hier sind,  wie viele verschiedene Tierarten wir beobachten können. Schnell entdecken wir im sanften Licht der aufgehenden Sonne wilde Wasserbüffel, Monitor Lizards, mehrere Adlerarten Wir beobachten einen Schakal auf Nahrungssuche und einen Kampf zwischen einem Vogelpärchen, das sein Nest mutig gegen eine Schlange verteidigt. Und das Rotwild ist wirklich an jeder Ecke. „Tigerfutter gibt es also schon mal genug“, denke ich mir, aber die Raubkatzen selbst konnten wir bisher noch nicht entdecken.

Monitorlizard zwischen Blättern

Monitorlizards sind gut an die Umgebung angepasst

 

Rotwild im Gras

„Deer“ ist wirklich fast überall

Zum Glück haben wir noch die Nachmittagssafari, auf der wir eine andere Zone des Nationalparks besuchen. Schon nach kurzer Zeit höre ich das laute Kreischen eines Vogels, sofort stoppen wir. „Warning Call“ flüstert Sedur und alle halten den Atem an. Dann entdecken wir die Tigerdame, die kaum 20 Meter entfernt faul im Bambus-Dickicht liegt. Von Zeit zu Zeit rollt sie sich mit ausgestreckten Pranken über den Rücken auf die andere Seite, also nennen wir sie Wendy. Obwohl die Sicht wegen des dichten Bambus nicht sehr gut ist und andere Jeeps nach einiger Zeit weiter fahren, entscheiden wir gemeinsam mit Sedur, weiter bei Wendy zu bleiben.

Große Kamera

Eine gute Kameraposition ist wichtig

Die Präsenz der riesigen Raubkatze fasziniert uns bereits, aber dann steht die Tigerin auf, streckt sich, und wir sehen sie in ihrer ganzen Größe. Dann geht sie, nein, sie stolziert vor unserem Jeep quer über den Weg und steigt elegant und rückwärts (!) in ein Wasserloch, um sich abzukühlen. Unsere Münder stehen offen und etwas aufgeregt genießen wir den magischen Moment. Ohne Probleme kann ich jetzt alle Details des feinen Musters ihres Fells erkennen. In aller Ruhe beobachten wir das Bad der Tigerin und die anschließende Fellpflege. Dann bedanken wir uns bei Sedur dafür, dass wir so viel Zeit mit der Tigerdame verbringen konnten. Ein unvergessliches Erlebnis für uns.

Tiger auf der Straße

Lang erwartet – die Tigerdame kreuzt die Straße

 

Portrait Tiger

Tigerin im Portrait

In den Sunderbans dreht sich alles ums Wasser. Um Wasser und Tiger, um genau zu sein.

Auf dem Boot

Bester Blick garantiert

Denn obwohl die Raubkatzen wegen des dichten Mangrovendschungels nur äußerst schwer zu entdecken sind, ist das Mündungsgebiet in den Indischen Ozean von Legenden über Tiger geprägt. Dies ist der einzige Ort in Indien, wo die Tiger Menschen zu Nahrungszwecken angreifen. Deshalb ist die Erkundung des Parks auch nur mit Booten möglich. Eine Ausnahme gilt nur für die „Honey Collectors“: Männer, die im Frühjahr im Mangrovendschungel Honig sammeln. Ich besuche mit meiner Freundin einen kleinen Schrein, an dem viele Honigsammler zusammensitzen, gemeinsam essen und die Götter um Glück bei ihrer gefährlichen Aufgabe bitten. Nach seinem Gebet kommen wir mit Sajan ins Gespräch und stellen die naheliegende Frage, wieso er jedes Jahr im Dschungel sein Leben aufs Spiel setzt, um Honig zu suchen. Seine Antwort ist kurz und einleuchtend: „Es ist eben die Tradition unseres Dorfes. Außerdem brauche ich das Geld, um meine Familie zu ernähren.“ Beeindruckt vom unglaublichen Mut dieser Männer verabschieden wir uns und sehen noch viele ihrer vollgepackten schmalen Boote.

Schrein

Schrein der Honey Collectors

 

Boote mit Sonnenschutz

Die Boote der Honigsammler

Bei Sonnenaufgang fahren wir langsam durch das Gewirr der Flussarme tief in den Nationalpark hinein. Die tiefgrünen Mangroven glänzen im Morgenlicht. Auf unseren Stühlen an Deck mit der angenehm kühlenden Brise im Gesicht ist es fast eine meditative Erfahrung.

Boot mit Rettungsweste

Mit dem Holzboot auf einem Kanal

Um im Mangrovendickicht Tiere zu entdecken, müssen wir geduldig und aufmerksam sein. Es sind die kleinen Dinge, die uns erfreuen: wir sehen feuerrote Krebse mit einer großen Schere, Rehe im Unterholz und große Störche. Von den vielen Vogelarten haben mir die Kingfisher am besten gefallen: bei der Jagd flattern sie auf einer Stelle, um dann plötzlich im Sturzflug ins Wasser einzutauchen. An mehreren Stellen können wir in abgesicherten Bereichen an Land gehen, um die Mangroven näher zu erkunden und von einem Aussichtsturm, Tiere zu beobachten.

Fotograf in Mangroven

Landgang

 

Rehkitz

Die Tierbeobachtung erfordert Geduld

Die Landschaft verändert sich völlig mit den Gezeiten. Bei Ebbe wird das meterhohe Dickicht der braunen Mangrovenwurzeln im Schlamm sichtbar, während bei Flut nur die Spitzen mit den grünen Blattbüscheln aus dem Wasser ragen.

Boot im Schlamm

Ebbe in den Mangroven

In diese Landschaft passt der Nachhaltigkeitsansatz unseres Eco-Resorts, in dem wir einen der Bungalows bewohnen, gut hinein.

Bungalows mit Wasser

Den Sonnenuntergang genießen

 

Fotos mit Locals

Tauchen Sie ins Dorfleben ein

Viele Produkte des leckeren Essens, das wir serviert bekommen, werden im benachbarten Dorf angebaut, Angestellte und Bootspersonal stammen von dort. An unserem letzten Abend werden wir zu einer Theateraufführung eingeladen. Wir sind die einzigen ausländischen Gäste und obwohl wir die Worte nicht verstehen, merken wir schnell, dass die Schauspieler viel Spaß in ihren bunten Kostümen haben. Wir freuen uns, wie die sonst eher zurückhaltenden Menschen in ihren jeweiligen Rollen aufgehen. Schade, dass dies bereits unser letzter Abend in den Sunderbans ist und wir wieder Abschied nehmen müssen.

Theateraufführung

Sympathische Theateraufführung

 

Theateraufführung

Bunt und ausdrucksstark

Welche Art dieser unterschiedlichen  Naturerlebnisse gefällt Ihnen besser? Entscheiden Sie selbst. In den Reisebausteinen „Auf Tigersafari im Bandhavgarh Nationalpark“ und „Sunderbans – Königstiger im Mangrovenwald“ finden Sie alle Informationen.

Sonnenuntergang Sunderbans

Abschied mit Sonnenuntergang

 


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