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Mit dem Nachtzug durch China

von Mehr Franziska Matthes Reisespezialistin

23 Juni 2015

China – das Reich der Mitte, viertgrößtes Land der Welt und vier Wochen Zeit. Was Reisespezialistin Franziska sehen wollte, stand schnell fest, aber wie sie sich im Land fortbewegen sollte war die Frage. Inlandsflüge? Züge? Bei Entfernungen von zum Teil über 1.000 Kilometern eine echte Herausforderung! Aber mit einem Nachtzug durch China durchaus machbar.

Normalerweise liegt die Entscheidung zwischen den Verkehrsmitteln ja auf der Hand, schließlich möchte man so viel wie möglich vom Land sehen. Daher sollte es schnell gehen. Und trotzdem ist meine Wahl auf die Züge gefallen. Genug Zeit hatte ich ja und spannender schien es mir auch zu sein. So begab ich mich bereits nach meinen ersten Tagen in Shanghai direkt auf meine erste Fahrt im Nachtzug durch China in Richtung Peking.

Franziska im Nachtzug durch China im Schlafabteil

Franziska im Zug

 

Tickets für die Züge vorab buchen

Die Tickets habe ich alle vorab mit dem Rest meiner Reise über unseren Partner vor Ort gebucht. Das ist zum einen unkomplizierter und zum anderen musste ich mich so nicht jedes Mal am Bahnhof in einer langen Schlange anstellen, um die Tickets abzuholen.

Das Schienennetz in China ist sehr gut ausgebaut und reicht bis in alle Provinzen. Von Schlafzügen über Hochgeschwindigkeitszüge bis hin zu normalen Tageszügen war für all meine bevorstehenden Strecken das Richtige dabei. Die Züge waren alle sehr pünktlich und vom Warten bis hin zur Abfahrt war alles gut geregelt.

Chinesischer Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof

Ein futuristisch anmutender Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof

 

Chinesischer Nachtzug im Bahnhof

Nachtzug im Bahnhof

 

Zugfahren in China ist unproblematisch

Beim Betreten des Bahnhofes musste ich mein Gepäck durchleuchten lassen und das Zugticket sowie meinen Reisepass vorzeigen. Für jeden Zug gibt es einen eigenen Warteraum, welchen ich dank Anzeigetafel, guter Ausschilderung und ausgewiesener Zugnummer immer einfach finden konnte.

Wartehalle am Bahnhof von Xi'an

Wartehalle am Bahnhof von Xi’an

 

Da ich meine Tickets bereits hatte, war es ausreichend circa 90 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof zu sein. So hatte ich genug Zeit mich zu orientieren, mich mit kleinen Snacks und Getränken einzudecken und das rege Treiben zu beobachten. Sobald der Zug zum Einsteigen bereit war, öffnete sich das Gate, das Ticket wurde noch einmal überprüft und die Menschentraube, mit mir mittendrin, strömte zum Gleis.

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Shanghai nach Peking

Von Shanghai nach Peking bin ich in einem komfortablen Hochgeschwindigkeitszug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 350 km/h(!) gereist und war nach knapp sechs Stunden ausgeruht am Ziel. Die Bahnhöfe liegen meist sehr zentral, in den größeren Städten gibt es Anbindungen zur Metro, was mir die Fahrt ins Hotel wesentlich vereinfachte. Ein privater Transfer zum Hotel ist natürlich noch komfortabler.

Verpflegung im Zug

In allen Zügen wird außerdem für das leibliche Wohl gesorgt. Zugbegleiter kommen in regelmäßigen Abständen durch den Waggon gelaufen und verkaufen zum Beispiel Instant-Nudeln, Süßigkeiten und auch für Getränke ist gesorgt. In jedem Waggon befindet sich auch eine Station für heißes Wasser, um die Instant-Nudeln zuzubereiten. Für die durchaus etwas längeren Nachtzugfahrten habe ich mich mit Nudeln, Obst und Schokoriegeln selbst versorgt.

Proviant für die Nachtzugfahrt: Wasser, Obst Instant-Nudeln, Süßigkeiten

Proviant für die Nachtzugfahrt

 

Instandnudeln auf dem Tisch im Nachtzug in China

Instandnudeln – typische Verpflegung im Nachtzug

 

Unterhaltung während meiner Zugfahrt

Im Zug selbst habe ich nur wenige Touristen getroffen, dafür sind umso mehr Einheimische damit unterwegs. Die Verständigung ist oft schwierig, da nur wenige Chinesen Englisch sprechen oder verstehen. Trotzdem sind sie sehr interessiert und wollen wissen woher man kommt und wohin man geht. So habe ich auf meiner 16-stündigen Fahrt von Xi’an nach Chengdu eine Gruppe junger Studenten getroffen, die für ein paar Tage die Stadt erkunden wollten. Wir haben zusammen Karten gespielt, gemeinsam zu Abend gegessen, ich habe von Deutschland erzählt und alle haben gespannt zugehört. Dazu wurde ich mit Keksen und typisch chinesischen Snacks versorgt.

Franziska mit Chinesen beim Essen im Nachtzug

Gemeinsames Essen im Zug mit chinesischen Studenten

 

Die Gastfreundlichkeit der Chinesen geht eben auch über die eigenen vier Wände hinaus und so verging die Zeit wie im Flug. Außerdem haben mich die vorbeiziehenden Landschaften so richtig in den Bann gezogen. Oft schaute ich gespannt durch Fenster und konnte meinen Blick kaum abwenden. Ich schaute auf grüne Hügel, mäandernde Flüsse und Reisfelder, auf denen die Arbeiter mit ihren spitzen Hüten die Ernte eingeholt haben.

Chinesische Arbeiter beim Einholen der Reisernte

Einholen der Reisernte

 

Aussicht aus dem Zugfenster auf ein kleines Dorf in China

Die Aussicht während der Fahrt war sehr schön

 

Ausstattung der Nachtzüge in China

Ein etwas härteres Bett und eine gesellige Fahrt haben mir nichts ausgemacht, deshalb bin ich immer in den günstigeren Hard Sleeper-Abteilen gereist.

Hardsleeper Abteil im Nachtzug - Gang Ansicht

Hardsleeper Abteil im Nachtzug – Gang

 

Hardsleeper Kabine im Nachtzug in China

Hardsleeper Kabine im Zug

 

In diesen Waggons gab es zwar keine geschlossenen Kabinen, aber die Separees mit jeweils sechs Betten waren durch Wände abgetrennt. Decke und Kissen wurden gestellt. Die Bettwäsche war immer sauber und die Abteile klimatisiert. Gegen 22 Uhr wurde das Licht ausgeschaltet und einer angenehmen Nachtruhe stand nichts mehr im Wege. In eine gemütliche Jogginghose gehüllt und vom sanften rattern des Zuges in den Schlaf gewiegt, konnte ich wirklich ausnahmslos gut träumen. Soft Sleeper-Kabinen verfügen demgegenüber über jeweils vier Betten und eine abschließbare Tür. In den Nachtzügen werden die Papiertickets gegen Plastikkarten mit der Bettnummer ausgetauscht. So weiß der Zugbegleiter immer wann wer aussteigen muss und weckt einen rechtzeitig. Ein verpassen des Ausstiegs ist daher so gut wie unmöglich.

Fazit meiner Zugreise durch China

So habe ich mir unaufhaltsam meinen Weg durch das Land der Morgenröte gebahnt und unglaubliche 6.900 km im Zug zurückgelegt. Meine Entscheidung habe ich nicht bereut, denn als Transportmittel und Schlafgelegenheit für eine Nacht zwischendurch waren die Züge die perfekte Wahl. Ein sicherer, preisgünstiger, spannender, abenteuerlicher und lustiger Weg, um Land und Leute kennen zu lernen. Natürlich auch, um zwischen den einzelnen Stationen meiner Reise etwas zu verschnaufen und die Erlebnisse in Ruhe zu verarbeiten.

Wenn sie auch mal so entspannt durch China reisen möchten, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere Rundreise China.


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