Japan Highlight – Übernachtung in einem traditionellen Ryokan

von Mehr Franziska Matthes Reisespezialistin

2 September 2019

Japan stand als Reiseziel schon lange auf meiner Liste. Bei der Planung der Reise ist mir schon bewusst geworden, dass Japan ein ganz besonderes Land in Asien ist. Die Städte des Landes sind alle wahnsinnig groß und super modern. Nicht nur in Tokio prangt riesige, bunte Leuchtreklame in den Straßen, einige der schnellsten Züge der Welt verbinden die Metropolen miteinander und technische Innovationen in Form von Smartphones oder Autos sind allgegenwärtig. Und dennoch schafft es fast kein anderes Land, sich trotz dieses Fortschrittes, seine Traditionen und Kultur so zu bewahren. Genau diese Seite von Japan wollte ich auf meiner Reise genauer kennen lernen, weshalb ich mich für eine Übernachtung in einem traditionellen japanischen Gästehaus, einem Ryokan, entschieden habe.

Erfahrung und Tipps für ein traditionelles, japanisches Gästehaus

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Ein Aufenthalt in einem traditionellen Ryokan in Japan ist ein besonderes Erlebnis

Was macht ein Ryokan so besonders?

Das wirklich Besondere an einem japanischen Ryokan sind auf jeden Fall die Zimmer und die Verpflegung. Ich wurde beim Einchecken mit einem leckeren Zitronentee begrüßt und dann zu meinem Zimmer gebracht. In einem Vorraum musste ich meine Schuhe ausziehen, denn der Hauptraum darf nicht mit Schuhen betreten werden. In der Mitte des mit Bambusmatten ausgelegten Hauptraums standen ein kleiner, sehr niedriger Tisch und ein kleiner Stuhl. Auch gab es eine Veranda mit Sitzmöglichkeit. Eine Toilette und ein Waschbecken konnte ich ebenso in meinem Zimmer finden. Beim Betreten des Zimmers habe ich mich direkt wohlgefühlt, sodass ich im ersten Moment gar nicht bemerkt habe, das etwas fehlt.
Wo waren gleich nochmal das Bett und die Dusche? Auch nach einer erneuten Runde nicht aufzufinden, machte ich mich also fertig und ging zum Essen. Jeder Gast bzw. Gästegruppe hat ihr Essen in einem eigenen, abgetrennten Raum eingenommen. Manchmal gibt es aber auch einen Speisesaal. Auf dem Weg zum Essen konnte ich das Gemeinschaftsbad, oder besser die gemeinschaftliche heiße Quelle, auch Onsen genannt, finden.

Japan-Ryokan-Zimmer

Gemütliches Zimmer im Ryokan

Wie verhalte ich mich in einem Ryokan?

Für jeden Gast liegt ein Yukata, eine Art Kimono, bereit, der im Haus und zum Essen getragen werden kann. Auch die bereitgestellten Schlappen können im Zimmer und im Haus getragen werden. Vor der Toilette stehen noch einmal ein gesondertes Paar Schuhe bereit, die nur in der Toilette getragen werden dürfen. Dieser Raum gilt als besonders unrein, weshalb Sie die Schuhe entsprechend wechseln sollten.

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Ein typischer Yukata – bequem und traditionell

 

Japan-Wechselschuhe-Toilette

Wechselschuhe für die Toilette

In einem Ryokan gibt es feste Essenszeiten, die auch eingehalten werden sollten. Japaner sind sehr pünktlich, präzise, höflich und geduldig. Während Ihres Aufenthaltes im Ryokan sollten Sie es ihnen auf jeden Fall gleich tun. Während des Essens wird im Zimmer der Futon bereitet, sodass man sich nach dem Essen hinlegen und ausruhen kann.

Japan-Abendessen-Futon

Der Futon wird während des Abendessens aufgebaut

Für noch mehr Entspannung sorgt der Besuch im Onsen. Aber auch da gelten besondere Verhaltensregeln. Die heißen Quellen sind nach Geschlecht getrennt und befinden sich hinter entsprechend gekennzeichneten Vorhängen. Als erstes betritt man einen Umkleideraum. Hier wird alles, auch die Schuhe, ausgezogen und in einem Fach verwahrt. Mit lediglich einem kleinen Handtuch bestückt geht es weiter in den nächsten Raum, in dem sich die heiße Quelle befindet. Bevor Sie diese jedoch betreten dürfen, heißt es erst einmal gründlich waschen. Dafür sind Duschen, kleine Hocker sowie Shampoo und Duschbad vorhanden. Sie sollten sich auf jeden Fall auf die Hocker setzten. Im Stehen duschen gilt hier als nicht angemessen. Waschen Sie sich gründlich und hinterlassen Sie Ihren Platz frei von Seifenresten. Wenn das alles geschafft ist, können Sie in das heiße Wasser eintauchen. Aber Achtung – das kleine Handtuch darf das Wasser nicht berühren. Geübte Japaner legen sich das Tuch daher auf den Kopf. Am Beckenrand ist aber auch OK. Im Onsen herrscht Ruhe, leise Gespräche sind aber vollkommen in Ordnung.

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Eingang zum Onsen

 

Japan-Traditionen-Onsen-Umkleideraum

Umkleideraum – danach sind keine Schuhe mehr erlaubt

 

Japan-Onsenbesuch-Dusche

Vorm Onsenbesuch wird erst einmal gründlich geduscht

 

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Nehmen Sie ein entspanntes Bad in der heißen Quelle im Ryokan

Typisches japanisches Abendessen und Frühstück – woraus besteht das?

Baden macht hungrig. Zum Glück wird in einem Ryokan für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt. Frühstück und Abendessen sind beinhaltet und es werden sehr traditionelle Gerichte serviert. Häufige Bestandteile sind eine Miso-Suppe mit Tofu und Gemüse, Sashimi (roher, filetierter Fisch), gegrilltes Fleisch oder Fisch, sauer eingelegtes Gemüse, Reis und eine gedämpfte Speise aus einer Art „Hotpot“ mit Meeresfrüchten, Fisch, Tofu, Ei oder Gemüse. Nicht fehlen darf natürlich Tee und ein Gläschen Sake.

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Typisches Abendessen in einem Ryokan

 

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Leckeres Sashimi aus frischen Zutaten

Auch zum Frühstück werden typische japanische Speisen serviert, wobei Reis natürlich nicht fehlen darf. Ebenso Miso-Suppe und eingelegtes Gemüse werden gereicht. Neben Tofu gibt es auch oft Omelette. Der Hauptgang besteht aus gegrilltem Fisch. Alles hübsch in kleinen Portionen und kleinen Schälchen angerichtet. Eine echte Besonderheit sind aber wohl die vergorenen Sojabohnen, wovon sich jeder selbst seine Meinung bilden sollte. Während des Frühstücks wird vom Personal der Futon wieder im Schrank verstaut.

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Auch das Frühstück wird hübsch angerichtet und in kleinen Schalen serviert

 

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Vergorene Sojabohnen sind für Japaner eine Delikatesse

Mein Aufenthalt im Ryokan war auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Fernab der hektischen Metropolen konnte ich hier während meiner Japan Reise Ruhe und Erholung finden und die Tradition des Landes näher kennen lernen. Eine Übernachtung in einen traditionellen japanischen Gästehaus sollte auf keiner Reise fehlen.

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