Was uns bewegt: Verantwortung und Nachhaltigkeit bei erlebe-fernreisen

von Mehr Marlen Rübka Online Marketing Spezialistin

20 April 2017

Im Interview mit Doris, die bei „erlebe-fernreisen“ das Thema Soziale Verantwortung koordiniert.

Liebe Doris, du bist eine Mitarbeiterin der ersten Stunde bei „erlebe-fernreisen“ und engagierst dich auch genauso lange für die sozialen Projekte des Unternehmens. Inzwischen habt ihr schon über 152.000,- EUR an Spendengeldern gesammelt und so einiges bewegt. Bitte erkläre doch kurz mit ein paar Worten, was die Intension war und wie die Projekte gewachsen sind.

Als Reiseveranstalter für Individualreisen war es für uns immer wichtig, etwas zurückzugeben und sowohl Natur als auch Menschen in den jeweiligen Zielgebieten im Auge zu haben. So sind wir auf Karunai aufmerksam geworden, ein Verein, der sich im Nachbarort in der Gründungsphase befand und der ein Mädchenheim in Indien errichten wollte. Schon bei der ersten Informationsveranstaltung von Karunai war klar, dass wir hier mithelfen möchten.

So ist eine langjährige Zusammenarbeit entstanden: Wir berichten auf einigen unserer Webseiten über die Arbeit des Vereins und bieten unseren Kunden bei Buchung die Möglichkeit, zu spenden. Den Betrag leiten wir dann an den Verein weiter. In der Zwischenzeit sind weitere acht Hilfsprojekte dazugekommen, die auf allen Kontinenten verteilt sind und die wir auf gleiche Weise seit vielen Jahren mit Hilfe unserer Kunden unterstützen.

Die Mittlerweile neun Hilfsprogramme unterstützt, betreust und begleitest Du. Wie fühlt es sich an, so eine wichtige Aufgabe zu haben, die das Leben von so vielen – gerade jungen – Menschen verändert hat?

In den letzten 10 Jahren ist wirklich schon eine beachtliche Summe zusammen gekommen. Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir hören, was von den Geldern angeschafft oder verbessert werden konnte. Da wir die Gelder nicht zweckgebunden spenden, können die Organisationen sie dort einsetzen, wo gerade Bedarf ist.

Das kann z.B. für Amani Kinderdorf die Ausbesserung des Daches nach einem Brand im Kinderheim in Tansania sein oder für Chibodia die Einrichtung eines Musikraumes im ChildrensHome in Kambodscha, oder für Ayuda Directa die Mithilfe an der Entstehung einer Käserei in einer kleinen Gemeinde in Ecuador.

Ich habe das Foto einer jungen Absolventin gesehen, die unglaublich stolz in die Kamera lacht. Ihre Ausbildung wurde durch die Arbeit von Simply Smiles in Mexiko möglich, einem Verein, der in Oaxaca eine Dschungelschule erbaut hat und dadurch den Kindern einer ganzen Region die Chance auf Bildung ermöglicht – auch durch die tatkräftige Unterstützung von „erlebe“. Was macht so eine Aufnahme mit dir?

Strahlende Gesichter sind sehr motivierend, in diese Richtung weiterzumachen und es ist toll, wenn man so positive Rückmeldungen bekommt.

Begegnungen mit Menschen verschiedenster Kulturen hinterlassen Spuren. Was hat dich in deiner Arbeit am Meisten bewegt? Gab es vielleicht auch Ereignisse oder Erlebnisse, die so einschneidend waren, dass es sie dich, dein Leben oder deine Sichtweisen grundlegend verändert haben?

An einem bestimmten Ereignis kann ich das nicht festmachen, es ist vielmehr die Summe aus vielen kleinen Erfahrungen und Erlebnissen.

Du bist ja auch Brückenbauer zwischen Erlebnis und Verantwortung, zwischen Geben und Nehmen. Zwischen unserem Wohlstand und der Not in anderen Teilen der Welt. Wie ist deine Erfahrung in den letzten Jahren: Ändert Reisen das Bewusstsein der Menschen und sind sie daher auch eher offen zu helfen?

In meinen Augen verändert Reisen auf jeden Fall den Blick auf die Welt. Wir können unseren Lebensstil und unsere Selbstverständlichkeit für viele Dinge einfach neu einordnen. Viele unserer Kunden entschließen sich zur Spende und einige Gespräche sowie eine Umfrage zu diesem Thema auf unserem letzten Kundentag bestätigen, dass das Interesse auf diesem Gebiet sehr hoch ist.

Was gibt es an aktuellen Erfolgserlebnissen, die du gerne mit uns teilen möchtest und was waren vielleicht auch deine ganz persönlichen Highlights in den vielen Jahren deines Engagements?

Von den einzelnen Hilfsprojekten gibt es immer wieder kleine und größere Erfolgserlebnisse. Darüber hinaus bauen wir auch unser sonstiges soziales Engagement immer weiter aus. So werden wir z.B. in diesem Jahr zum dritten Mal für unsere Mitarbeiter einen Typisierungstag für die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) durchführen. Und im Sommer ist ein Charity-Tag geplant, bei dem u.a. ein Fußballspiel gegen die Bewohner eines naheliegenden Flüchtlingsheimes organisiert wird.

Was mich nachhaltig beeindruckt hat, ist die Arbeit der Rettungskräfte von ISAR Germany. Wir durften ihnen bereits mehrfach bei ihren Übungen über die Schulter schauen. Das Übungsgelände der Hilfsorganisation, die sich für weltweiten Katastrophenschutz einsetzt, befindet sich unweit unseres Büros. Dort werden z.B. professionelle Helfer im Umgang mit Schneidegeräten geschult oder Hunde auf ihren Einsatz in Erdbebengebieten.

Bei „erlebe-fernreisen“ wird der Nachhaltigkeitsgedanke nicht nur propagiert, sondern gelebt. Inzwischen besuchen auch unsere Mitarbeiter auf ihren Reisen unsere Projekte. Was kannst du hierzu berichten?

Nicht bei jedem Projekt bietet sich ein Besuch an. Wir haben bisher unsere Projekte in Kambodscha, Ecuador und Tasmanien persönlich besuchen können. Ganz aktuell arbeiten wir daran, auch unseren Kunden Einblicke in die Arbeit der Hilfsorganisationen gewähren zu können. Einen ersten Baustein haben wir für Ecuador entworfen: ‚Leben wie ein Einheimischer – La Esperanza‘.

Du hast mir erzählt, dass dich auch deine Tochter schon zu einem unserer Projekte begleitet hat. Was habt ihr erlebt?

Als ich vor einiger Zeit zusammen mit meiner Tochter und Schwester durch Kambodscha gereist bin, konnten wir ein bisschen am Alltag unseres Chibodia Hilfsprojektes teilnehmen. Wir haben zwei Kinderheime besucht, in denen eine sehr familiäre Atmosphäre herrschte. Die größeren Kinder haben sich um die kleineren gekümmert.

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist uns der Besuch einer mobilen Arztstation in einem kleinen Dorf außerhalb von Phnom Penh. Hier kümmern sich Helfer und Ärzte an festen Zeiten um die Bewohner – oft treten Augenverletzungen durch die Dämpfe der Müllkippe auf, wo viele von ihnen den ganzen Tag über arbeiten. Hier kamen die Kinder direkt auf uns zu mit ihrer ganz freundlichen und offenen Art. Meine Tochter war damals 13 Jahre alt und Kinder untereinander verstehen sich auch ohne viele Worte.

Mit seinem Engagment für Bonorong Wildlife Sanctuary in Tasmanien zeigt „erlebe-fernreisen“ auch sein Herz für Tiere. Wie seid ihr auf dieses Projekt aufmerksam geworden und was passiert genau vor Ort?

Ja, Tiere und deren Schutz sind uns ebenfalls sehr wichtig. Wir haben erst gerade ein aktuelles Statement zu diesem Thema herausgebracht, dass Sie auf unseren Webseiten unter ‚Verantwortliches Reisen‘ finden können. Hierfür haben wir individuell für jedes Land unsere Baustein neu durchleuchtet und auf Herz und Nieren geprüft.

Was unser Hilfsprojekt Bonorong angeht, so ist Britta erst seit wenigen Wochen zurück von ihrem Besuch der tasmanischen Tierauffangstation. Hier werden verletzte und kranke Tiere gepflegt, um später wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Sie hatte engsten Kontakt zu Känguru, Wombat und Co. und ist von der Arbeit der Organisation begeistert. Durch sie ist auch der Kontakt entstanden, da Britta schon früher einmal dort war und gesehen hat, mit wie viel Herzblut man sich hier um die Erhaltung der ganz besonderen Tierwelt Tasmaniens kümmert.

Jetzt möchte ich mit dir noch in die Zukunft schauen. Welche neuen Projekte sind in Arbeit? Wie wird es weiter gehen?

Die soziale und nachhaltige Verantwortung geht über die Unterstützung von Hilfsprojekte weit hinaus. Eines unserer größten Vorhaben ist die Einführung der CO2-Kompensation unserer gesamten Reisen. Wir werden ab Mai 2017 sowohl alle über uns gebuchten Flüge als auch die Landpakete kompensieren. Dazu haben wir uns für die Zusammenarbeit mit der South Pole Group entschieden, mit deren Hilfe wir drei Klimaprojekte unterstützen: Ein Biodiversitäten-Projekt in Brasilien, ein Hydropower-Projekt in Vietnam und ein Kochofen-Projekt in Indien.

Außerdem haben wir zusammen mit dem Hilfsprojekt justice F auf den Philippinen, im Rahmen eines Programmes des Bundesministeriums, ein Produkt entwickelt, dass wir unseren Kunden als Dankeschön für eine Weiterempfehlung anbieten. Eine Gruppe aus Frauen stellt dort für uns Kulturbeutel aus Zementsäcken her. Nach dem Taifun Hayan im November 2013 war die kleine Insel Bantayan stark zerstört worden und die Frauen arbeiten hart, um sich ein neues Leben aufbauen zu können. Wir freuen uns sehr, diese beiden Vorhaben nun in die Tat umsetzen zu können!

Vielen Dank für die tollen Einsichten und dein Engagement! Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, uns einen etwas tieferen Einblick in deine Arbeit und das Engagement von „erlebe-fernreisen“ zu geben.

Wie können Sie helfen?

Jeder erlebe-fernreisen-Kunde kann selber entscheiden, ob er bei seiner Buchung eines unserer Projekt unterstützen möchte. Es ist ein Betrag in Höhe von 12,- Euro pro Buchung festgesetzt. Das macht sowohl unseren als auch Ihren Aufwand deutlich geringer. Es ist aber auch möglich, diesen Betrag zu ändern – bitte geben Sie in diesem Fall die gewünschte Spendenhöhe im Kommentarfeld Ihres Buchungsformulares an. Wir übernehmen dann alle weiteren Schritte und damit die Garantie, dass Ihr Geld auch wirklich in den von uns geförderten Projekten ankommt. Einen ausführlichen Bericht und die Auflistung der einzelnen Projekte finden Sie auch hier.

Sie haben noch Fragen?

Sie haben selbst schon Erfahrungen gesammelt mit Hilfsprojekten, haben Fragen zu unserem Engagement oder speziell an Doris? Hier haben Sie Gelegenheit zu kommentieren und uns mitzuteilen, was Sie am Nachhaltigkeitsprojekt von
„erlebe-fernreisen“ noch interessiert. Wir freuen uns auf Ihre Gedanken!

Verantwortung und Nachhaltigkeit bei erlebe-fernreisen

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