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Interview mit Doris Germes: „Reisen mit Verantwortung“

Lesen Sie, was genau wir darunter verstehen und wie wir es umsetzen – im Interview mit Doris Germes, unserer Koordinatorin für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Doris bei den Emberas in Panama

Doris bei den Emberas in Panama

Erlebe: Erlebe-fernreisen engagiert sich für verantwortliches Reisen. Kannst Du das ein bisschen genauer erklären?

Doris: Gerne. Wir bieten Reisen in mehr als 40 Länder an und haben dabei immer auch die Menschen, die dort leben, im Blick. Respekt spielt eine große Rolle. Sowohl im Umgang mit der einheimischen Bevölkerung als auch mit der Natur, mit Kultur und Ressourcen. Wir unterstützen mit Hilfe unserer Kunden neun unterschiedliche Hilfsprojekte auf allen Kontinenten und legen Wert darauf, dass unsere Reisen nachhaltig und authentisch sind – und natürlich Spaß machen!

Erlebe: Warum ist verantwortliches Reisen wichtig und warum hat sich erlebe-fernreisen dazu entschieden solche Reisen anzubieten?

Unterm Blätterdach

Ganz schön stark!

Doris: Es ist die Natur, die uns mit ihrer Vielfalt fasziniert und in ihren Bann zieht. Sie gilt es zu schützen und zu bewahren, hier haben wir eine große Verantwortung und sehen uns als Reiseveranstalter in der Pflicht, diese auch zu übernehmen. Wir möchten einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Darum sind unsere Reisen seit Mai 2017 CO2-neutral. Für alle über uns gebuchten Flüge und Landpakete wird der CO2-Anteil kompensiert und mit Hilfe der South Pole Group in drei Klimaschutzprojekte investiert: Lehm-Öfen in Indien, Biodiversitäten in Brasilien und Hydropower in Vietnam. Verantwortlich sind wir auch und vor allem den Menschen gegenüber – mit ihren unterschiedlichsten Kulturen, Bräuchen und Sitten, die uns täglich neu begeistern. Wir lieben das Reisen! Wir haben die Möglichkeit uns anzunähern, Bekanntschaften zu schließen und somit voneinander zu lernen.

 

Erlebe: Wie wird dies in dem Reiseland umgesetzt? Kannst Du dafür auch Beispiele nennen?

Doris: Auf unseren Reisen machen Sie Bekanntschaft mit den Einheimischen und deren Lebensweisen. Unsere Unterkünfte sind meist landestypisch und werden von Einheimischen geführt. Viele davon sind in Familienbesitz und bieten nur wenige Zimmer. Das ist viel authentischer als in großen Hotels. Bei einem Homestay z.B. wohnen Sie bei einer Familie – mit ihr zusammen. Viel besser kann man ein Land nicht kennen lernen, auch wenn das vielleicht mal bedeutet, abends nur eine Stunde Strom zu haben. Wir achten darauf, dass unsere Partner einheimische Guides und Fahrer engagieren – diese kennen ihr Land am besten, können am meisten darüber erzählen und verdienen somit selbst am Tourismus. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit bieten wir unseren Kunden bevorzugt Direktflüge ins Zielgebiet an und versuchen Inlandsflüge zu vermeiden. Das ist aber nicht für jedes Land gleich gut umsetzbar. Unsere Partner kaufen nachhaltig ein, z.B. Papier, grüne Energie und Lebensmittel. Ein umweltfreundlicher Transport von Kunden und Mitarbeitern wird gefördert.

 

Spendenübergabe beim letzten Besuch

ISAR: Spendenübergabe beim letzten Besuch

Erlebe: Engagiert sich erlebe-fernreisen darüber hinaus noch in diesen Bereichen?

Doris: Ja, und das liegt mir auch ganz besonders am Herzen. Ich hatte vorhin schon kurz ‚unsere‘ Hilfsprojekte angesprochen. Seit 2008 unterstützen wir Hilfsprogramme in unseren Reisezielen, auf allen Kontinenten. Wir haben schon einige der Projekte vor Ort selbst besucht, das ist tolle ehren-amtliche Arbeit, die dort geleistet wird. Und wir haben so vieles mit entstehen sehen, die Dschungel-schule in Oaxaca (Mexiko) oder die Käserei in Esperanza (Ecudador). Der sehr gute Kontakt zu allen Vereins- und Stiftungsvorsitzenden ist uns wichtig, die meisten kennen wir persönlich. Wir dürfen auch den Rettungsspezialisten regelmäßig über die Schulter schauen, die für I.S.A.R. Germany quasi bei uns in der Nachbarschaft Übungswochenenden abhalten. Da sind die Wege kurz, auch das ist uns wichtig. Wir können also mit Sicherheit sagen, dass die Gelder auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden! . Insgesamt konnten wir diese neun Hilfsprojekte schon mit mehr als 175.000,- € unterstützen. An dieser Stelle auch nochmal einen herzlichen Dank all unseren Kunden, die dabei mitgeholfen haben.

 

Erlebe: Wenn ein Kunde sich auch sozial oder ökologisch engagierenmöchten, wie kannst Du ihm da weiterhelfen, was kannst Du ihm raten?

Doris: Wir haben jede unserer Länderwebseiten einem ‚unserer‘ Hilfsprojektezugeordnet. Bei einer Buchung kann der Kunde entscheiden, ob er für das Projektspenden möchte. Es wird auf unseren Seiten genau beschrieben und regelmäßig mitaktuellen Fotos versehen. Die Hilfsprogramme werden von freiwilligen, engagiertenHelfern geführt und betreut. Wir leiten die Spende dann entsprechend weiter. Hier sind alle Projekte im Einzelnen vorgestellt.

 

Besuch im Kinderheim

Zu Gast im Kinderheim in Phnom Penh

Erlebe: Du hast vorhin einen respektvollen Umgang erwähnt. Was genau hast Du damit gemeint?

Doris: Es ist enorm wichtig, sowohl Menschen als auch Tieren und der Natur mit viel Respekt zu begegnen. Die Sitten und Bräuchen der Einheimischen rufen oft gemischte Gefühle hervor, hier müssen wir sensibel sein, denn nur so ist eine Begegnung auf Augenhöhe möglich. Dazu gehört auch eine angemessene Diskretion beim Fotografieren oder die Achtung der Wegevorschriften in den Nationalparks. Uns ist wichtig, dass unsere Reisen im Einklang mit unseren Werten stehen. Im Hinblick auf den Schutz der Tiere haben wir alle Reisebausteine auf Herz und Nieren geprüft und teilweise neu gestaltet. Lesen Sie dazu gerne weitere Details in unserem Tierschutz Statement.

 

Erlebe: Werden von erlebe-fernreisen nur Programme in den Zielorten unterstützt?

Doris: Nein, wir fühlen uns natürlich auch vor unserer eigenen Haustür verantwortlich. Wir stärken
die Händler im lokalen Umfeld, indem wir z.B. für die Mittagspausen unserer Mitarbeiter das Brot von
einem lokalen Bäcker beziehen. Und das frische Obst, das immer in der Küche steht, ist auch aus der Gegend. In unseren neuen Büroräumen im Zentrum von Krefeld nutzen wir Gewerbesrom Natur, achten im Arbeitsalltag auf Nachhaltigkeit und verzichten bewusst auf den Druck von Katalogen. Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern eine Registrierung in der Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) und übernehmen die Kosten für die Auswertung der Wangenabstriche. Wir bieten Sport- und Entspannungskurse nach Feierabend an und ermöglichen die Teilnahme an Lauftreffs. Auch unter den Mitarbeitern selbst werden z.B. Kochabende für einen guten Zweck veranstaltet oder Sammelaktionen für Flüchtlingslager ins Leben gerufen.

 

Erlebe: Koordinierst Du schon lange die sozialen und nachhaltigen Projekte bei erlebe-fernreisen?

Doris: Man könnte sagen von Anfang an. Zugegeben, als 2005 das Unternehmen gegründet wurde, waren wir auch in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen. Mit den ersten Hilfsprojekten und dem Ausbau des Programmes ist dieser Verantwortungsbereich dann immer weiter gewachsen. Und unsere Ansprüche ebenfalls. Es ist ganz schön viel passiert in den letzten Jahren – und wir konnten einiges bewegen. Das ist auch für die Zukunft unser Plan, aktuell arbeiten wir an unserer Nachhaltigkeits-Zertifizierung. Es gibt jede Menge neue Ideen und Herausforderungen. Denen möchten wir uns gerne stellen.

 

Kontakt:

Doris Germes
Koordinatorin für Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit
Telefon: +49 (0) 2837 6638 208
E-Mail: doris.germes(at)erlebe-fernreisen.de

Bei Erlebe Fernreisen seit:

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