Verantwortung und Nachhaltigkeit

Wir erleben im Bryce-Canyon-Nationalpark die faszinierende Weite, atmen tief ein und genießen einfach den Moment. In Kenia erlernen wir von den Massai die geheimnisvolle Wirkung der Pflanzen und lachen gemeinsam mit ihnen. Wir können im Atlantik die freilebenden Wale beobachten und diese stolzen Riesen bewundern. Auf unseren Reisen durch die Welt kommen wir immer mit unterschiedlichen Menschen und der traumhaften Natur in Berührung. Da diese wertvollen Erfahrungen auch noch für zukünftige Generationen erlebbar sein sollen, ist ein respektvoller und nachhaltiger Umgang von großer Bedeutung. Wir setzten uns deshalb seit Jahren für verantwortliches Reisen ein.

Lesen Sie, was wir unter verantwortlichem Reisen verstehen und wie wir es umsetzen – im Interview mit Doris, unserer Koordinatorin für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit:

 

Erlebe: Erlebe-fernreisen engagiert sich für verantwortliches Reisen. Kannst Du das ein bisschen genauer erklären?

Doris: Gerne. Wir bieten Reisen in mehr als 40 Länder an und haben dabei immer auch die Menschen, die dort leben, im Blick. Respekt spielt dabei eine große Rolle. Sowohl im Umgang mit der einheimischen Bevölkerung als auch mit der Natur, mit Kultur und Ressourcen. Wir unterstützen mit Hilfe unserer Kunden neun unterschiedliche Hilfsprojekte auf allen Kontinenten und legen Wert darauf, dass unsere Reisen nachhaltig und authentisch sind – und natürlich Spaß machen!

 

Erlebe: Warum ist verantwortliches Reisen wichtig und warum hat sich erlebe-fernreisen dazu entschieden solche Reisen anzubieten?

Doris: Es sind die Menschen mit ihren unterschiedlichsten Kulturen, Bräuchen und Sitten, die uns täglich neu begeistern. Wir lieben das Reisen! Wir haben die Möglichkeit uns anzunähern, Bekanntschaften zu schließen und somit voneinander zu lernen. Und es ist die Natur, die uns mit ihrer Vielfalt fasziniert und in ihren Bann zieht. Beides gilt es zu schützen und zu bewahren, hier haben wir eine große Verantwortung und sehen uns als Reiseveranstalter in der Pflicht, diese auch zu übernehmen. Wir möchten einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

 

Erlebe: Wie wird dies in dem Reiseland umgesetzt? Kannst Du dafür auch Beispiele nennen?

Childrens Home, Kambodscha

Childrens Home, Kambodscha

Doris: Auf unseren Reisen machen Sie Bekanntschaft mit den Einheimischen und deren Lebensweisen. Unsere Unterkünfte sind meist landestypisch und werden von Einheimischen geführt. Viele davon sind in Familienbesitz und bieten nur wenige Zimmer. Das ist viel authentischer als in großen Hotels.

Bei einem Homestay z.B. wohnen Sie bei einer Familie – mit ihr zusammen. Viel besser kann man ein Land nicht kennenlernen, auch wenn das vielleicht mal bedeutet, abends nur eine Stunde Strom zu haben. Wir achten darauf, dass unsere Partner einheimische Guides und Fahrer engagieren – diese kennen ihr Land am besten, können am meisten darüber erzählen und verdienen somit selbst am Tourismus.

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit bieten wir unseren Kunden bevorzugt Direktflüge ins Zielgebiet an und versuchen Inlandsflüge zu vermeiden. Das ist aber nicht für jedes Land gleich gut umsetzbar. Unsere Partner kaufen nachhaltig ein, z.B. Papier, grüne Energie und Lebensmittel. Ein umweltfreundlicher Transport von Kunden und Mitarbeitern wird gefördert.

 

Erlebe: Engagiert sich erlebe-fernreisen darüber hinaus noch in diesen Bereichen?

Doris: Ja, und das liegt mir auch ganz besonders am Herzen. Ich hatte vorhin schon kurz ‚unsere‘ Hilfsprojekte angesprochen. Seit 2008 unterstützen wir Hilfsprogramme in unseren Reisezielen, insgesamt neun unterschiedliche auf allen Kontinenten. Wir haben schon einige der Projekte vor Ort selbst besucht, das ist tolle ehrenamtliche Arbeit, die dort geleistet wird. Und wir haben so vieles mit entstehen sehen, die Dschungelschule in Oaxaca (Mexiko) oder die Käserei in Esperanza (Ecudador). Der sehr gute Kontakt zu allen Vereins- und Stiftungsvorsitzenden ist uns wichtig, die meisten kennen wir persönlich.

Das indische Projekt haben wir von den Kinderschuhen an mit begleitet, der Hauptsitz ist nur wenige Kilometer von unserem Büro entfernt. Wir dürfen auch den Rettungsspezialisten regelmäßig über die Schulter schauen, die für I.S.A.R. Germany quasi bei uns in der Nachbarschaft Übungswochenenden abhalten. Da sind die Wege kurz, auch das ist uns wichtig. Wir können also mit Sicherheit sagen, dass die Gelder auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden! Insgesamt konnten wir diese Projekte schon mit mehr als 130.000,- € (Stand Mai 2016) unterstützen. An dieser Stelle auch nochmal einen herzlichen Dank all unseren Kunden, die dabei mitgeholfen haben.

 

Erlebe: Wenn ein Kunde sich auch sozial oder ökologisch engagieren möchten, wie kannst Du ihm da weiterhelfen, was kannst Du ihm raten?

Doris: Wir haben jede unserer Länderwebseiten einem ‚unserer‘ Hilfsprojekte zugeordnet. Bei einer Buchung kann der Kunde entscheiden, ob er für das Projekt spenden möchte. Es wird auf unseren Seiten genau beschrieben und regelmäßig mit aktuellen Fotos versehen. Die Hilfsprogramme werden von freiwilligen, engagierten Helfern geführt und betreut. Wir leiten die Spende dann entsprechend weiter. An dieser Stelle möchte ich gerne alle Projekte im Einzelnen vorstellen:

 

Liste der Hilfsorganisationen

• Tansania: Amani Kinderdorf e.V. hat zwei Kinderdörfer gebaut, in denen heute mehr als 150 Kinder leben.

• Ecuador: Ayuda Directa Deutschland e.V. baut sanitäre Anlagen in den Anden, eine Käserei und vergibt Mikrokredite an Bauern.

• Indien: Karunai – Kinder-Hilfe-Indien e.V. hat ein Heim für benachteiligte Mädchen im Süden Indiens aufgebaut.

• Kambodscha: Chibodia e.V. ist in Phnom Penh aktiv, betreibt u.a. mobile Arztpraxen, zwei Kinderheime und eine Landschule.

• Mexiko: Simply Smiles Deutschland e.V. ist in Oaxaca tätig, hat dort eine Dschungelschule gebaut und ausgestattet.

• China: Das Baumhaus-Projekt setzt sich für Hygiene- und Kleiderprojekte ein und ermöglicht Schulbesuche.

• Weltweit: I.S.A.R. Germany ist in Katastrophengebieten unterwegs und sucht u.a. nach Verschütteten.

• Philippinen: justiceF Deutschland fördert Bildung und Beschäftigung benachteiligter Kinder und Erwachsener im Inselstaat.

• Tasmanien: Bonorong Wildlife Sanctuary and Wildlife Rescue ist eine Pflegestation für verwaiste und verletzte Kängurus, Wombats und andere bedrohte Tiere.

 

Wenn sich unsere Gäste ökologisch engagieren wollen, kann ich „atmosfair“ empfehlen. Dort besteht die Möglichkeit, die Flug-Emissionen zu berechnen und eine CO2-Kompensation für den Flug zu leisten. Damit werden unterschiedliche Klimaschutzprojekte unterstützt.

 

Ayuda Directa, Ecuador

Ayuda Directa, Ecuador

Erlebe: Du hast vorhin einen respektvollen Umgang erwähnt. Was genau hast Du damit gemeint?

Doris: Es ist enorm wichtig, sowohl Menschen als auch Tieren und der Natur mit viel Respekt zu begegnen. Die Sitten und Bräuchen der Einheimischen rufen oft gemischte Gefühle hervor, hier müssen wir sensibel sein, denn nur so ist eine Begegnung auf Augenhöhe möglich.

Dazu gehört auch eine angemessene Diskretion beim Fotografieren oder die Achtung der Wegevorschriften in den Nationalparks.

 

 

Erlebe: Werden von erlebe-fernreisen nur Programme in den Zielorten unterstützt?

Doris: Nein, wir fühlen uns natürlich auch vor unserer eigenen Haustür verantwortlich. Wir stärken die Händler im lokalen Umfeld, indem wir z.B. für die Mittagspausen unserer Mitarbeiter das Brot von einem lokalen Bio-Bäcker beziehen. Und das frische Obst, das immer in der Küche steht, ist auch aus der Gegend. In unserem Büro am Niederrhein nutzen wir Solarstrom, achten im Arbeitsalltag auf Nachhaltigkeit und verzichten bewusst auf den Druck von Katalogen. Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern eine Registrierung in der Deutschen-Knochenmarkspender-Datei (DKMS) und bieten Sport- und Entspannungskurse nach Feierabend an. Auch unter den Mitarbeitern selbst werden z.B. Kochabende für einen guten Zweck veranstaltet oder Sammelaktionen für Flüchtlingslager ins Leben gerufen.

 

Erlebe: Koordinierst Du schon lange die sozialen und nachhaltigen Projekte bei erlebe-fernreisen?

Doris: Man könnte sagen von Anfang an. Zugegeben, als 2005 das Unternehmen gegründet wurde, waren wir auch in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen. Mit den ersten Hilfsprojekten und dem Ausbau des Programmes ist dieser Verantwortungsbereich dann immer weiter gewachsen. Und unsere Ansprüche ebenfalls. Es ist ganz schön viel passiert in den letzten zehn Jahren – und wir konnten einiges bewegen. Das ist auch für die Zukunft unser Plan, es gibt jede Menge neue Ideen und Herausforderungen. Denen möchten wir uns gerne stellen.

 

Doris mit Medizinmann der Emberas in Panama

Doris mit Medizinmann der Emberas in Panama

Doris Germes

Koordinatorin für Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit

Tel: +49 (0) 2837 6638 208

mail: doris.germes(at)erlebe-fernreisen.de

Sie erreichen mich montags und dienstags zwischen 09.00 und 12.30 Uhr sowie donnerstags zwischen 09.00 und 14.00 Uhr.

Bei Erlebe Fernreisen seit:

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