Zu Besuch bei den Iban – ein ganz besonderes Erlebnis auf Borneo

20 Mai 2019

Unsere Kundin Alexandra Hartwig war mit ihrer Familie in Borneo unterwegs und berichtet auf unserem Blog von den Highlights ihrer Reise. Im ersten Teil ging es um den ersten Tag voller faszinierender Momente in der Semenggoh Orang Utan Sanctuary, einem Rehabilitationszentrum für Orang Utans, und ihren Besuch bei den Nasenaffen im Bako Nationalpark in Borneo. In diesem Teil geht es um den Besuch bei den Iban, den Ureinwohnern mitten im Regenwald.

 

Zu Besuch bei den Iban – ein absolutes Highlight unserer Reise

Bereits an unserem zweiten Tag auf Borneo erwartete uns ein absolutes Highlight. Ich nehme das jetzt mal vorweg, weil es dann vielleicht die Schwärmerei und die Länge der folgenden Erzählung erklärt.

Für uns ging es zu den Iban. Wir wussten so gar nicht, was uns erwartet. Ureinwohner mitten im Regenwald. Aber gut, darunter lässt sich viel vorstellen und auch die gegoogelten Seiten zeichnen Bilder, aber ist es dann auch wirklich so?! Wir wussten es nicht und waren gespannt. Das große Gepäck ließen wir im Hotel in Kuching. Gegen 8 Uhr wurden wir von Nick, unserem Guide für die nächsten Tage, abgeholt und dann ging es auf die lange Fahrt. Nick hat uns schon während der 5-stündigen Autofahrt allerhand Wissenswertes sowohl über Borneo als auch über die Iban erzählt. Zwischendurch gab es ein leckeres Mittagessen, damit wir den Rest der holprigen Strecke gut gestärkt zurücklegen konnten.

 

Mit dem Longboat zu den Iban

Borneo Iban Ureinwohner

Als wir dann den Batang Ai Stausee erreicht haben, war es an der Zeit, vom Bus ins Boot umzusteigen. Und so fing das Abenteuer an, mit einem abenteuerlichen Boot. Ein Longboat ist schmal und lang. So schmal, dass die vier Sitze hintereinander angebracht sind und ein kräftiger Mensch vermutlich Probleme hätte, einen davon einzunehmen. Irgendwie habe ich damit entweder wirklich nicht gerechnet oder es verdrängt, in jedem Fall hatte ich Lasse, seinem Blick nach zu urteilen, darauf nicht vorbereitet. Auweia… Aber jegliche Sorge war unbegründet, wir waren sicher in unserem Longboat unterwegs. Letztlich ist es einfach ein Abenteuer mit einem so schmalen Boot unterwegs zu sein, auf das man sich aber ruhigen Gewissens einlassen kann. Und wenn man sich erst einmal akklimatisiert hat und den Blick schweifen lässt, dann hat man sowieso nur noch Augen für dieses großartige Fleckchen Welt, in das man immer weiter hineingefahren wird.

Borneo Iban Ureinwohner

Wir haben uns für unseren Aufenthalt bei den Iban für die etwas komfortablere Variante entschieden und das Nanga Sumpa Langhaus besucht. Hier wurde gegenüber vom eigentlichen Langhaus noch eine kleine Iban-Lodge gebaut. Wir hatten hier ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und fanden es großartig. Das Zimmer war so schön und ist absolut empfehlenswert. Vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist, ist es mit eigenem Bad einfach praktischer. Schon als wir die Lodge betreten haben, fühlten wir uns wie Zuhause, ich kann es einfach nicht anders sagen. Wir wussten vom ersten Moment an, dass wir genau da sein wollten, so weit weg von allem – keine Uhr, kein Handy, keine Straßen, keine Menschenmengen. Einfach nur der Regenwald mit all seinen Geräuschen, die herzlichen Iban, eine Handvoll Mitreisende und wir. Es war ein Traum! Die Lodge ist direkt am Fluss gebaut, eine Treppe führt hinunter und man kann dort prima baden. Ein Naturpool sozusagen.

Borneo Iban Ureinwohner

 

Ein Paradies für Kinder

Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, hat Lasse schon mal ein bisschen die Umgebung erkundet und schnell festgestellt, dass es unzählige Grashüpfer gibt, die sich wunderbar fangen lassen. Ich kam gerade dazu, als ein Iban-Junge zu ihm ging und ihm seine gefangenen Grashüpfer schenkte. Dieses Bild rührte mich zutiefst. Ohne ein Wort miteinander zu wechseln, haben sie die nächste Stunde gemeinsam Grashüpfer gesammelt und weitere Iban-Kinder kamen dazu und haben geholfen. Wow, wann erlebt man so viel Offenheit und Freundlichkeit, ohne dass Gegenleistung verlangt wird oder eine Aufforderung im Raum steht? Nachdem sie die Grashüpfer wieder frei gelassen haben, sind sie im Fluss schwimmen und toben gewesen. Und irgendwann strahlte Lasse übers ganze Gesicht: „Die Iban-Kinder sind tolle Freunde“. Was für ein wunderbares Erlebnis!

Borneo Iban Ureinwohner

 

Die faszinierende Lebensweise der Iban

Am Abend haben Frauen aus dem Langhaus, die in der Lodge arbeiten, für uns ein tolles kleines Buffet zubereitet und dann ging es über den Fluss zum Langhaus. Das war schon sehr aufregend muss ich sagen. Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben, wurden wir von Nick ins Langhaus geführt, der uns dann noch mal einiges über die Gemeinschaft, die Regeln und den Chief erzählte, bevor wir von selbigem begrüßt wurden. Es gab Reiswein zum Anstoßen und wir fühlten uns willkommen und aufgenommen. Es ist eine faszinierende Lebensweise. Hier wird modernes mit traditionellem verbunden und das mitten im Regenwald, an einem Ort, an den man nur über das Wasser gelangt. Ein Ort, der so viel Ruhe ausstrahlt, obwohl es von Regenwaldgeräuschen fast laut ist. Wir konnten uns nicht vorstellen, wieder in die Stadt zu fahren, das alles schien so weit weg.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück sind wir mit Nick ein bisschen wandern gegangen. Er hat uns viel gezeigt und über die Pflanzen, die dort wachsen, erzählt. Am Ende unserer Wanderung wartete unser Longboat mit seinen Fahrern auf uns und wir wurden zu einem tollen Wasserfall gebracht, an dem wir baden oder den natürlichen Spa mit knabbernden Fischen genießen konnten.

 

Kochen auf traditionelle Iban-Art

Nicht weit von dem Wasserfall wurde dann auf traditionelle Iban-Art für uns gekocht. Das war absolut faszinierend. Ein Grill wurde gebaut, ein Feuer darunter angezündet, Reis und Gemüse in Bambusrohre gestopft und ins Feuer gestellt, Hähnchenteile auf den gebauten Grill gelegt. Ein bisschen warten und begeistert zuschauen und dann noch begeisterter darüber sein, wie köstlich alles war.

Borneo Iban Ureinwohner

Am Nachmittag sind wir dann noch einmal ins Langhaus gegangen und haben uns alles bei Tageslicht angeschaut und wieder war ich beeindruckt von dem Zusammenleben und der Gemeinschaft der Iban.

Als wir am nächsten Morgen noch beim Frühstück saßen, stand der Junge vom Vortag, mit dem Lasse die Grashüpfer gesammelt hat, mit einem Fußball in der Hand vor der Tür und schaute erwartungsvoll zu Lasse, der mich wiederum sehr erwartungsvoll anblickte. „Na los, geh schon“ grinste ich ihm entgegen und freudestrahlend lief er zu seinem neuen Freund, um die verbleibende Zeit mit ihm Fußball zu spielen.

 

Mein Fazit

Es gibt Orte, an denen man sich sofort Zuhause fühlt, obwohl man noch nie dort war. Es ist wie ein Ankommen, als wenn man vollkommen richtig dort ist, nirgends anders sein sollte. Das Nanga Sumpa Longhouse ist so ein Ort!

 

Diese zwei Tage haben mich wirklich überwältigt, wegen so vielem. Wegen der Offenheit, der Freundlichkeit, der Bedingungslosigkeit, mit der man uns begegnet ist. Wegen der Ruhe und des Lärms im Regenwald. Einfach wegen der Schönheit dieses großartigen Fleckchens Welt. Wir wären gerne länger geblieben.

 

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise nach Borneo geweckt wurde, schauen Sie sich unsere Malaysia & Borneo Rundreisen an.

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