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Zu Besuch bei den Cariocas…

von Mehr Lisa Schamoni Supervisor, Reisespezialistin

24 Oktober 2012

Gastfreundschaft auf brasilianisch. Hier erfahren Sie mehr über Lisas erste Bekanntschaft mit den Cariocas während Ihrer Reise durch Brasilien.

Zuckerhut in Rio de JaneiroCariocas – so werden die Bewohner von Rio de Janeiro genannt. Diese Bezeichnung entstammt noch der Kolonialzeit, als sich die Portugiesen hier ansiedelten. Im Allgemeinen werden Cariocas als sehr freundlich und liebenswert beschrieben, die immer bemüht sind, Fremden zu helfen. Während meines letzten Aufenthalts in der Metropole am Zuckerhut, konnte ich diese bekannte Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft am eigenen Leib erfahren – die ganz nebenbei zu einer sportlichen Ertüchtigung der besonderen Art geführt hat.

In meiner Unterkunft in Rio de Janeiro angekommen, musste ich leider feststellen, dass ich das Ladegerät meiner Kamera vergessen hatte. Und wie es der Zufall so will, war die Kamera natürlich nicht voll aufgeladen und würde so die bevorstehenden vier Wochen in Brasilien auf keinen Fall durchhalten…

Meine Mitreisende und ich beschlossen also ins Stadtzentrum zu fahren um ein Foto-Geschäft aufzusuchen. In diesem Laden standen wir dann vor dem nächsten Hindernis: Dass „Ladegerät“ auf Englisch „charger“ heißt konnten wir uns gerade noch zusammenreimen, aber auf Portugiesisch? Mit Händen und Füßen versuchen wir der Verkäuferin zu erklären, was wir suchen. Alle drei brechen wir in Gelächter aus, bis die Verkäuferin nach einer Weile ganz aufgeregt „Kachegador? Kachegador?“ ausruft. Und wir: „Si, Si“.

Botanischergarten RioDie Verkäuferin bedeutet uns mit nach draußen zu kommen. Auf der Straße sprach Sie einen vorbeigehenden jungen Mann an und scheint diesem unsere Lage zu schildern, denn Sie zeigt immer wieder auf uns. Der Mann nickt und winkt uns zu, dass wir ihm folgen sollen. Im Laufschritt geht es vorbei an Geschäften über unzählige Ampeln und Zebra-Streifen – und das Ganze bei gefühlten 35 Grad. So kann eine Sightseeing-Tour auch im Zeitraffer verlaufen.

Nach gut 15 Minuten kommen wir zu einem anderen Foto-Geschäft. Diesmal übernimmt unser netter Begleiter das Reden und schildert unsere Misere. Die beiden Männer stecken Ihre Köpfe zusammen und sind über dem Stadtplan von Rio vertieft. Nachdem sie sich besprochen haben und wir nett lächelnd im Hintergrund abwarten verlassen wir genauso schnell den Laden wieder, wie wir ihn betreten haben. Wir nehmen unseren Laufschritt wieder auf und biegen nach kurzer Zeit in eine Straße ein, die von Hochhäusern gesäumt ist. Vor einem diese Hochhäuser machen wir halt und unser Begleiter klingelt im 16. Stockwerk. Als sich die Tür öffnet schiebt er uns in den Hauseingang hinein und bedeutet uns mit dem Aufzug nach oben zu fahren. Er verabschiedet sich und wir versuchen uns für seine Hilfe zu bedanken.

Copacabana StrandpromenadeIm 16. Stock angekommen klingeln wir an einer Haustür, zumindest sieht diese auf den ersten Blick so aus. Es öffnet ein junger Mann und wir zeigen unsere Kamera und sagen „Kachegador?!“. Der Mann begutachtet die Kamera und zieht uns in die Wohnung. In der Wohnung sind viele Brasilianer, die uns alle freudig begrüßen. Wie sich herausstellt dient diese Wohnung einem großen Elektronikkonzern als Service-Büro für ganz Brasilien. Der Mann, der uns die Tür geöffnet hat, antwortet auf Englisch – Gott sei Dank! „Ihr habt Glück, wir haben noch ein letztes Ladegerät für eure Kamera wollt Ihr es kaufen?“

Natürlich wollen wir das. Wenn man den Tag zusammenfasst, haben wir – ohne Portugiesisch Kenntnisse – ein Kamera-Ladegerät gekauft, das essentielle Wort „Kachegador „ gelernt, das wir wohl nie wieder vergessen werden und mit gleich mehreren Brasilianern mit Händen und Füßen kommuniziert – Und haben die für Brasilien so berühmte Gastfreundschaft und Offenheit hautnah erlebt. Ein absolut gelungener Start für unsere Reise…


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