Wandern in Portugals Norden

von Mehr Daniela Bonnerjee Produktmanagement Costa Rica, Nicaragua, Panama, Bolivien und Peru

6 August 2019

Die meisten Reisenden zieht es in Portugal an die Algarve oder in die Städte nach Lissabon oder Porto. Vor allem im Sommer ist man daher dort nicht alleine. Da unsere Kollegin auch im Sommer reisen wollte, entschied sie sich deshalb bewusst für eine Reise in den meist grünen Norden Portugals. Ihr Ziel war nämlich Wandern in Portugal in der vielfältigen Natur!

Die Ruhe des Nordens genießen

Kaum die Autobahn verlassen, befindet man sich meist auf einer der kleinen, kurvigen Straßen, die die Hügel rauf und runter und durch viele kleine Dörfer führen. Hier scheint das Leben einen Gang langsamer zu verlaufen. So kamen wir während unserer Tage in der Region Peneda-Gerês fast jeden Tag morgens und abends durch ein Dorf, in dessen Mitte stets ein älterer Einheimischer auf einer alten Steinbank saß, die Hände dabei auf einen hölzernen Stock gestützt. So beobachtete er wie sich ab und an ein Auto oder ein Traktor durch den Ort bewegte. Als wir zum dritten Mal durch das Dorf kamen, hob er bereits langsam die Hand zum Gruß.

Die alten Dörfer mit ihren Steinhäusern und teilweise noch Steinstraßen und Brücken sind ein perfektes Fotomotiv, jedoch hat uns vor allem eine längere Wanderung durch den Peneda-Gerês Nationalpark besonders gut gefallen.

Durch den Peneda-Gerês Nationalpark wandern

Gut ausgerüstet mit Wanderschuhen und einem Rucksack sowie ausreichend Verpflegung machten wir uns zunächst mit dem Auto auf den Weg. Leider spielte das Wetter, welches am Vortag noch perfekt sonnig gewesen war, nicht ganz so mit, denn es nieselte und dicke Nebelschwaden hingen in den Bergen. Wie ärgerlich, ausgerechnet heute! Also noch schnell die Regenjacken eingepackt und los ging es. Wieder führte uns die Straße durch viele kleine, beschauliche Dörfer und dabei stets bergauf. War da ein kleiner blauer Fleck am Himmel zu sehen? Und wurde es nicht auch langsam heller?

Als wir am Besucherzentrum des Nationalparks Peneda-Gerês hoch oben in den Bergen ankamen, war der Himmel noch größtenteils bedeckt – kein optimales Wetter zum Wandern. Wir durchstöberten zunächst die Routenvorschläge im Zentrum, was etwas schwierig war, da die meisten Informationen nur auf Portugiesisch zu finden waren. Aber gut, auf jeder Beschreibung war ja auch eine kleine Karte eingezeichnet und eine Beschilderung sollte es auch geben. Schließlich entschieden wir uns für eine Wanderung auf dem „Trilho da Cidade da Calcedónia“ und fuhren daher rund fünf Minuten mit dem Auto wieder zurück zum Ausgangspunkt der ausgesuchten Wanderung. Unser Wanderabenteuer in Portugals Norden konnte also starten!

Besucherzentrum-Peneda-Geres-Nationalpark
Wandern-Portugal-Natur

 

Passend dazu klarte der Himmel langsam auf, sodass wir riskierten die Regenjacken im Auto zu lassen. Der Weg führte uns zunächst ein Stück bergab durch einige Wiesen hindurch, wo uns die Kühe neugierig musterten. Waren wir hier richtig? Ah ja, dahinten am Zaun sahen wir das nächste Zeichen! An dem kleinen Gut eines Weinbauern entlang führte der Weg dann langsam bergauf – und das sollte sich auch für die nächste Stunde nicht mehr ändern. Nun ging es nicht nur mehr langsam bergauf, sondern wir mussten durchaus auch mal die Hände nutzen, um uns an den hohen Stufen der Felsbrocken hochzuziehen. Doch so gewannen wir schnell an Höhe und wenn wir uns zurückdrehten, entschädigte die Aussicht auf die Berge und Täler für die Mühen!

Beim Wandern die Einsamkeit genießen

Bei unserer ersten größeren Pause war die Sonne endgültig herausgekommen – Glück gehabt! In der Ferne hörten wir helle Glöckchen. Hier mussten Ziegen unterwegs sein, jedoch konnten wir sie nicht entdecken. Doch dann sahen wir die Herde mit ihrem Schäfer weit entfernt auf dem Berg gegenüber. Doch von weiteren Wanderern war weit und breit nichts zu sehen – und das mitten im Sommer!

Wir folgten dem Pfad, der uns weiter bergauf führte. Aus bereits teilweise sehr dicken Felsbrocken, die unterwegs immer wieder herumlagen und über die wir teilweise klettern mussten, wurde schließlich ein richtiges Felsplateau und ich kam mir vor wie in einem Spielzeugland der Riesen. Wahnsinn, diese gewaltigen Felsbrocken!

Nationalpark Peneda-Geres-Riesen-Felsen-Wandern

Nach einer weiteren Biegung und weiteren Metern bergauf standen plötzlich ein paar Kühe vor uns, die wohl auch nicht recht wussten, was sie von uns halten sollten – und wir auch nicht von ihnen… 😉 Also machten wir einen weiteren Bogen (der uns später zum Verhängnis werden sollte), denn hinter den Kühen war eine weite Aussicht sichtbar! Wow! Der Aufstieg und die mittlerweile heißen Temperaturen in der Sonne hatten sich gelohnt! Und wir schienen auf der höchsten Stelle angekommen zu sein. So haben wir ein bisschen entspannt, da nur noch der Abstieg auf uns wartete.

Nationalpark-Peneda-Geres-Ausblick

 

Nach einiger Zeit gingen wir also wieder an den Kühen entlang und folgten dem Weg nach unten. Komisch nur, dass wir keine Wegbezeichnung mehr sahen. Der Weg musste aber richtig sein, denn es war der Einzige, der bergab ging. Also folgten wir diesem weiter, stets bergab. Aber nun war da eine Straße zu sehen, die nicht in unserer Karte verzeichnet war. Und das gelb-rote Zeichen, dem wir bisher gefolgt waren, war weit und breit nicht mehr zu sehen. Dann sahen wir es ein, was wir zuerst nicht wahrhaben wollten: Wir mussten den falschen Weg gegangen sein. Und das hieß: Wieder den Weg zurückgehen, und zwar wieder alles bergauf – und teilweise steil bergauf!

Portugal-Nationalpark-Peneda-Geres-Kühe

Portugal-Wandern-Nationalpark-Peneda-Geres

 

Vielfältige Natur beim Wandern in Portugal entdecken

Es half ja nichts, also kamen wir nach einem anstrengenden Marsch bergauf wieder bei „unseren“ Kühen an und nun galt es den richtigen Weg zu finden. Überall suchten wir, Felsbrocken rauf und runter. Wir waren schon drauf und dran den gleichen Weg einfach wieder zurückzugehen, den wir gekommen waren, da sahen wir das Zeichen endlich – schön versteckt an einem Felsen. Sicherlich hätten wir sie gesehen, wenn wir nicht den Bogen um die Kühe gemacht hätten… Doch nun wartete die richtige Kletterpartie auf uns, denn es sah so aus, als sei diesen Weg schon lange niemand mehr gegangen. Durch Felsen hindurch, anschließend durch fast mannshohes Gras ging es nun steil bergab – und natürlich haben wir nun stets nach einem neuen gelb-roten Zeichen gesucht.

Nationalpark-Peneda-Geres-Wanderung-Natur

Portugal-Dorf-Natur-Nationalpark-Peneda-Geres

 

Völlig ausgepowert kamen wir dann irgendwann an unserem Auto an, aber gelohnt hat sich die Anstrengung auf jeden Fall! Die Aussichten und die nahezu völlig unberührte Natur haben uns dafür belohnt. Schade, dass wir am nächsten Tag schon weiterfahren mussten, denn hier verbergen sich sicherlich noch so einige „Wanderschätze“!

Fazit

Diese Wanderung war definitiv eines unser Highlights unseres Portugal Urlaubs und vor allem Urlauber, die die Natur schätzen und gerne abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs sind, kommen hier voll auf ihre Kosten! Wandern in Portugal und vor allem den Peneda-Gerês Nationalpark können wir absolut weiterempfehlen.

Genießen Sie während Ihrer Reisen auch gerne die Natur in ihrer vollen Pracht, dann schauen Sie sich unseren Reisebaustein für den Nationalpark Peneda-Gerês an:

Zum Reisebaustein»

 

 


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