Wandern in Portugal – Steilküsten und Sandstrände

von Mehr Carolin Rattmann Reisespezialistin Kuba, Ecuador

16 März 2020

Reisespezialistin Carolin nimmt Sie mit auf eine entspannte Wanderung an Portugals Steilküsten und langen Sandstränden. Erfahren Sie in diesem Blog, warum die südwestliche Küstenregion des Landes auch im Herbst attraktiv ist, was es sonst noch zu erleben gibt und wieso es sich immer lohnt, das Gespräch mit einem Fremden zu suchen.

Portugal eignet sich mit seinen milden Temperaturen und abschwächende Touristenzahlen im Herbst ganz wunderbar als Reiseziel für einen aktiven Urlaub. Zu dieser Jahreszeit können Sie nicht nur die Sehenswürdigkeiten, kleinen Boutiquen und Bars in der beliebten Hauptstadt Lissabon in aller Ruhe genießen, sondern auch die Strände und die zahlreichen Wanderwege, die das Land zu bieten hat.

Da wir dem deutschen, regnerischen Herbst entschwinden wollten, um noch ein paar letzte Sonnenstrahlen vor dem anstehenden Winter aufzusaugen, entschieden wir uns für den südlichen Teil des Landes. Hier hat man die größte Chance auf ein paar trockene Tage und zahlreiche Sonnenstrahlen im November. Zum Wandern in Portugal also eine sehr gute Reisezeit!

Fliesenkunst und kulinarische Highlights in Lissabon

Unsere geplante Route führte uns zuallererst in die Hauptstadt Portugals, nach Lissabon. Obwohl wir eigentlich nicht für Großstädte zu begeistern sind, hat Lissabon uns schnell in seinen Bann gezogen. Mit unserem Guide Wolfgang, der nun schon seit einigen Jahren in Lissabon lebt, durchkämmten wir alle Stadtteile zu Fuß und erfuhren jede Menge über die Geschichte der Stadt, Traditionen, Feste und die Menschen, die hier leben. Besonders die vielen, mit bunten Fliesen überzogenen Fassaden der hohen Häuser und die dazugehörigen bunten Haustüren, boten großartige Fotomotive und haben uns begeistert.

bunte-tueren-lissabon

Einer unserer Lieblingsbeschäftigungen auf Reisen ist das Probieren der landestypischen Küche. Auch in dieser Hinsicht enttäuscht die Stadt am Atlantik nicht. Neben zahlreichen Weinen und Fischgerichten wird einem an fast jeder Ecke auch das sogenannte Codfish angeboten. Die kleinen Happen bestehen aus Kartoffeln und Stockfisch und werden zu kleinen, ovalen Bällchen geformt und in heißem Öl frittiert. Manchmal wird auch ein Weißwein dazu gereicht. Als kleiner Snack am Nachmittag also genau richtig.

In Lissabon ließen wir den Abend auf dem Praça do Comércio, einem der drei bedeutendsten Plätze der Innenstadt Lissabons, direkt am Wasser ausklingen. Mit einem Glas Wein und ein paar heißen Makronen, die wir bei einem Straßenhändler erworben haben, ließ sich der Sonnenuntergang in vollen Zügen genießen. Wenn Sie Glück haben spielt dazu einer der zahlreichen Straßenmusiker, die sich in der Stadt tummeln. Da man in Portugal keine Lizenz benötigt, erklingen in vielen Gassen und auf den Plätzen im Kern der Stadt die unterschiedlichsten Töne.

Praça-do-Comércio_Lissabon

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg zurück zum Flughafen, an dem wir vor zwei Tagen gelandet sind. Hier holten wir unser Auto für die kommende Woche ab.

Wenn es ums Reisen geht, ist der Mietwagen in den meisten Ländern unsere erste Wahl in Sachen Transportmittel. Die Flexibilität und die Chance, Orte abseits der Hauptroute zu entdecken, schlägt unserer Meinung nach jedes Argument für Bus- oder Zugverbindungen. Oft stört es aber, dass man in den meisten Ländern sehr lange Strecken zurücklegen muss, um zur nächsten Station zu gelangen. In Portugal jedoch waren wir positiv überrascht von den guten Straßenverhältnissen und den verhältnismäßig kurzen Strecken, die wir zurücklegen mussten. Eine willkommene Abwechslung!

Wandern in Portugals Naturschutzgebiet – Die Rota Vicentina

Von Lissabon fuhren wir Richtung Süden. Das nächste Ziel war der kleine Ort Vila Nova de Milfontes, der sich direkt im Parque Natural do Sudoeste Alentejo e Costa Vincentina befindet, ein Naturschutzgebiet, das sich an der südwestlichen portugiesischen Küste entlangzieht. Hier übernachteten wir in einer großzügigen Hazienda mit einem grünen Blick auf kleine Orangenbäume, die vor der Terrasse gepflanzt wurden.

Am nächsten Morgen machten wir uns mit einem üppigen Frühstück und festen Schuhen startklar für den anstehenden Wandertag.

Bevor wir mit dem Mietwagen losfuhren, bekamen wir noch ein prall gefülltes Lunchpaket von der Wirtin der Unterkunft. Eingedeckt mit frisch belegten Brötchen, Obst, ein wenig Schokolade und reichlich Wasser machten wir uns auf den Weg zum 15 km entfernten Startpunkt der Wanderung im Ort Almograve.

Ein kleines Schild am Wegesrand zeigte uns an, dass wir den Startpunkt der Wanderung gefunden hatten. Die ersten Kilometer führten uns über Feldwege zwischen grünen Wiesen in Richtung Küste. Ungefähr alle 50-100 Meter bestätigte uns ein markierter Pfahl im Boden, dass wir weiterhin auf dem richtigen Weg waren. Nach einiger Zeit bogen wir links ab und liefen über immer sandigeren Boden direkt bis an den Rand der Steilküste. Von hier bot sich uns ein toller, klarer Blick auf das Meer und den vor uns liegenden Wanderweg entlang der Küste.

Wandern-an-der-Steilkueste-Portugals

Mein Highlight war definitiv unser Picknick nach circa 2,5 Stunden. Der Ausblick auf das Meer, die sich vor uns erstreckenden Klippe und das Getose der Wellen waren das perfekte Szenario für eine kleine Pause. Obwohl es schon November war, haben uns die Sonnenstrahlen gewärmt und so konnten wir im T-Shirt die frische Luft und unser Lunch-Paket in vollen Zügen genießen.

Da weit und breit kein Wanderer unterwegs und auch sonst keine Menschenseele zu sehen war, kamen wir uns vor, als hätten wir einen echten Geheimspot gefunden. Da dies ein ausgewiesener Wanderweg ist, wussten wir natürlich, dass dem keineswegs so war. Trotzdem war es ein großartiges Gefühl die Natur und den Ausblick hier einen Moment lang nur für sich zu haben.

Wandern-in-Portugal

An der Steilküste Portugals entlangwandern

Nach einigen Kilometern liefen wir dann kurzzeitig durch dichtes, grünes Gestrüpp, bevor es dann wieder direkt an der Steilküste entlang ging. Auf den letzten Kilometern liefen wir an einem wunderschönen, breiten Sandstrand entlang. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, wie viele hundert Menschen hier im Sommer die Sonne genießen. Obwohl weder die Luft noch das Wasser die üblichen Badetemperaturen boten, entschieden wir uns mutig einen kurzen Sprung ins Wasser zu wagen. Wir stellten schnell fest, dass es für diese Aktivität in Portugal sicherlich bessere Zeiten als den November gibt… Spaß hatten wir aber trotzdem im menschenleeren Wasser.

Portugal-im-Meer-baden

Während der Zielort nach dem Sprung ins Wasser schon in Sichtweite war, zogen immer dunklere Wolken auf, die einen herannahenden Schauer erahnen ließen. Da wir mittlerweile hungrig waren, beschlossen wir trotzdem, den Strandpavillion in der Nähe anzusteuern, um eine kurze Pause einzulegen, bevor wir die letzten zwei Kilometer zurücklegten.

Strandpavillion-Portugal

Mit frischen Muscheln und kühlem portugiesischen Bier stärkten wir uns. Wegen der ersten dicken Regentropfen unterbrachen wir das Essen kurz, um uns unter einen der vielen Schirmen auf der Terrasse zu setzen. Spätestens jetzt kamen auch die wind- und wasserfesten Jacken zum Einsatz, die Sie trotz zwischenzeitlichem Sonnenschein in jedem Fall einpacken sollten.

Als wir unsere Mahlzeit bezahlen wollten, kamen wir mit Sabine ins Gespräch. Die Deutsche hatte neben uns am Tisch gesessen und war in professionelle Outdoorkleidung gehüllt. Zusammen mit ihrem großen Wanderrucksack konnten wir schnell erahnen, dass sie deutlich größere Wander-Ambitionen hatte als wir. Sie erzählte uns, dass sie nach einer Kündigung in Deutschland spontan alles zusammengepackt hatte und nun seit bereits 4 Wochen den bekannten Fischerpfad läuft. Sie schwärmte von der wunderschönen Natur und der Ruhe, die sie bis hier schon erlebt hatte.

Da der Regen mittlerweile deutlich stärker geworden war, entschieden wir uns dazu Sabine anzubieten, sie mit unserem Mietwagen zu ihrer nächsten Unterkunft in Milfontes zu bringen. Sie nahm dankend an und so erfuhren wir noch ein wenig mehr über sie selbst und ihre tollen Erlebnisse auf dem Pfad. Diese Begegnung hat uns mal wieder gezeigt, wie lohnenswert es ist, sich hier und da auf ein Gespräch mit anderen Reisenden und natürlich auch Einheimischen einzulassen.

Mein Fazit

Wandern in Portugal hat sicherlich zu jeder Jahreszeit seine Vorzüge. Besonders im Herbst aber können Sie die menschenleeren Pfade und die letzten warmen Sonnenstrahlen ganz besonders gut genießen. Es lohnt sich, mindestens zwei Übernachtungen einzuplanen, sodass Sie bei schlechtem Wetter auf den Folgetag ausweichen können. Der Ausblick von der Steilküste auf die tosenden Wellen ist wirklich einmalig, das sollten Sie sich auf Ihrer Reise durch Portugal auf keinen Fall entgehen lassen!

 

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