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Vollgas oder Vollbremsung? Mit dem Fahrrad durch Cartagena in Kolumbien

von Mehr Stefanie Krämer Reisespezialistin

12 Juli 2018

Vollgas oder Vollbremsung? Neben den zwei – in Kolumbien weit verbreiteten – Arten des Vorankommens, habe ich mich für eine ganz andere entschieden: ich war mit dem Fahrrad in Cartagena de Indias unterwegs. Eine herrliche Art die „Perle der Karibikküste“ zu erkunden!

Wenn es irgendwie machbar ist, versuche ich mindestens eine Radtour auf meinen Reisen einzuplanen. Auf der einen Seite sieht man auf diese Weise meist etwas mehr als bei einer Tour zu Fuß und auf der anderen Seite lerne ich dabei die Stadt oft aus einer anderen Perspektive kennen.

Nun ja, da war ich nun: aus Bogota – mit 18 Grad – in Cartagena – mit 32 Grad und einer fast 100%igen Luftfeuchtigkeit – gelandet. Direkt am nächsten Morgen stand die Fahrradtour auf dem Programm. Bei der Wärme wurde mir auch sofort klar, warum die Tour für 8 Uhr morgens geplant war. Das konnte meiner Freude aber keinen Abbruch tun. Die schöne Stadt an der Karibik musste und wollte einfach erkundet werden!

Nach einer Nacht der Akklimatisierung sowie einem guten Frühstück, habe ich mich auf den Weg zum Treffpunkt gemacht. ‚Bewaffnet‘ mit Wasser, Sonnencreme und nochmal Wasser bin ich durch die Gässchen des ‚centro historico‘ gegangen.

Die Altstadt von Cartagena (centro historico) besticht durch kleine Gässchen mit schmucken Häusern, die fast alle mit Balkonen bestückt sind. Ein wirklich romantisches Örtchen.

Die Altstadt von Cartagena

Die Altstadt von Cartagena

So, an dem Fahrradverleih angekommen, wurde ich mit einem Fahrrad, einem Helm und nochmal Wasser ausgestattet. Perfekt, die Tour konnte starten! Pünktlich um 8 Uhr fuhren wir los. Ich hatte das Glück, eine Einzeltour zu bekommen, da sich für den Tag keine weiteren Gäste angemeldet hatten. Umso mehr hatte ich die Möglichkeit, mich mit dem Guide Daniel zu unterhalten. Daniel kommt aus Cartagena und kennt die Stadt wie aus seiner Westentasche.
Da mein Spanisch noch nicht so gut ist, habe ich die Tour auf Englisch unternommen und wir haben uns sehr gut verstanden.

Ein anderer Vorteil für die frühe Zeit: die Straßen waren noch relativ leer! Also starteten wir in der Altstadt. Die Altstadt ist so voll mit Geschichte – unglaublich! So fuhren wir vorbei an Klöstern, Kirchen, Plätzen und geschichtsträchtigen Gebäuden. Immer wieder haben wir hier und da angehalten und Daniel wusste immer etwas zu erzählen.

Die Altstadt Cartagenas mit ihren vielen Kirchen

Die Altstadt Cartagenas mit ihren vielen Kirchen

Nach circa einer Stunde haben wir die Altstadt verlassen und sind in Richtung Getsemani gefahren. Getsemani ist ein Viertel mit vielen Restaurants und Bars am Abend, sowie einer ganz besonderen Atmosphäre tagsüber. Hier geht es gemächlich zu, man sieht nicht so viele Touristen und ich hatte das Gefühl am ‚Plaza de la Trinidad‘ das Herz Cartagenas zu treffen: Die Leute verweilten im Schatten, hielten ein Pläuschchen, schauten in die Gegend und genossen das Leben. Ganz in der Nähe haben wir das letzte Holzhaus der Stadt gesehen. Nach einem schweren Brand durften die Häuser nur noch aus Stein gebaut werden.

Das letzte Holzhaus der Stadt

Das letzte Holzhaus der Stadt

Weiter ging es über eine Brücke auf die Insel Manga, ein weiterer Stadtteil. Hier sah ich dann wirklich keine Touristen mehr … es ist eine Wohngegend mit netten Parks direkt am Wasser, wo viele Einheimische Sport treiben oder sich einfach nur unter einer Palme ausruhen. Ach, allein dieser Anblick und die Art der Kolumbianer entspannte mich total.

Blick von der Insel Manga auf den Stadtteil ‚Bocagrande‘

Blick von der Insel Manga auf den Stadtteil ‚Bocagrande‘

Auf dem Weg zum ‚Castillo San Felipe‘ hielten wir am Straßenrand für einen kleinen Snack: empanadas! Auch das ist der Vorteil einer geführten Tour: die lokalen Köstlichkeiten kennen- (und lieben-) zu lernen. Kolumbianische empanadas sind frittierte Teigtaschen gefüllt mit Hühnchen, Fleisch (ja, die Kolumbianer unterscheiden Zwischen Hühnchen und Fleisch) oder Ei und werden so gut wie in allen Restaurants als Vorspeise angeboten.

Gestärkt ging es weiter zum Castillo, welches ebenfalls eine lange Geschichte hat.
Vor der Burg wollten zwei einheimische Damen ein Foto mit mir machen – oder ich mit ihnen?;) Wie dem auch sei, mit ihrer typischen Kleidung haben sie meine Aufmerksamkeit sofort geweckt.

Zwei Einheimische und ich vor dem Castillo de San Felipe

Zwei Einheimische und ich vor dem Castillo de San Felipe

So langsam merkte ich, dass der Verkehr zunimmt und mit einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass wir schon nach 10 Uhr haben – wow, wie die Zeit flog! Daniel brachte mich sicher durch das ‚Gewirr‘ von kleinen Gässchen zurück zur Radstation.

Was soll ich sagen: gut geschwitzt, aber um sehr viele Eindrücke reicher verabschiedete ich mich von meinem Guide und entschied mich dazu, am Nachmittag das ‚Castillo‘ zu besuchen.

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise nach Kolumbien geweckt wurde, schauen Sie sich gerne unsere Rundreisen an.


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