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Unentdecktes, wunderschönes Laos

von Mehr Stefanie Krämer Reisespezialistin

3 August 2016

Reisespezialistin Stefanie war vor Kurzem im Norden von Laos auf einem zweitägigen Trekking unterwegs. Was Sie dabei erlebt hat und warum sie noch lange davon zehren wird, verrät sie uns in Ihrem Blogbeitrag:

Nachdem ich vor 2,5 Jahren schon einmal in Süd-Laos unterwegs war, habe ich mir nun den Norden und Zentral-Laos vorgenommen und mein absolut bestes Erlebnis in Laos war das Homestay-Trekking im hohen Norden. Start- und Endpunkt des zweitägigen Trekkings war die kleine Stadt Luang Nam Tha. Luang Nam Tha ist eine überschaubare laotische Kleinstadt und Ausgangspunkt für Aktive jeglicher Art: ob Trekking, Mountainbiketour oder Kanu- oder Raftingtour – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Entsprechend habe ich in Luang Nam Tha zahlreiche kleine Gästehäuser und gemütliche ethnische Restaurants vorgefunden.

Reisespezialistin Stefanie beim Trekking Start im Dschungel

Los geht’s bei bestem Wetter

Am ersten Tag des Trekkings wurde ich von einem Fahrer sowie meinem Guide Khamteuang, welcher mich die zwei Tage begleiten sollte, an meinem Gästehaus gegen 9 Uhr abgeholt und los ging’s! Nach einer halben Stunde Fahrt hielten wir in einem Khamu-Dorf und nahmen einen Dorfbewohner, der uns mit Proviant versorgte, ein kleines Stück mit. Das gesamte Trekking basiert auf dem Konzept des nachhaltigen Tourismus: jedes Trekking wird von einer Person aus dem Dorf begleitet, die für den Proviant zuständig ist. Ein Teil des gezahlten Geldes fließt auf ein Gemeinschaftskonto des Dorfes, wovon unter anderem Schul- und Arztbesuche der Bewohner gezahlt werden. Ein – wie ich finde – großartiges Projekt!

Reisespezialistin mit Guide am Fluss

Mein Guide Khamteuang und ich im Nam Ha Nationalpark

Mit Guide und Proviant ging es dann los in den Nam Ha Nationalpark: der über 2.000 Quadratkilometer große Park reicht von 500 Metern bis hin zu 2.094 Metern über dem Meeresspiegel und besticht hauptsächlich durch dichten Wald. Von den höher gelegenen Teilen des Parks hatten wir hier und da tolle Ausblicke über die Region.
Da ich die Einzige war, die sich an diesem Tag für die Tour interessierte, konnte ich mich sehr gut mit Khamteuang unterhalten. Er kommt aus einem kleinen Dorf bei Luang Nam Tha und sein Zuhause ist der Wald.
Nach einer Stärkung zu Mittag (Reis, Gemüse und Fleisch, serviert auf Bananenblättern) ging unsere Tour weiter: bergauf, bergab, an Flüssen und Reisfeldern vorbei – man sollte auf jeden Fall eine gewisse Kondition mitbringen! In den fünf Stunden am ersten Tag begegneten uns nur kurz vor dem Dorf vier Menschen: zwei Laoten, die in einem Fluss fischten und eine Mutter mit ihrer Tochter, die auf dem Feld beschäftigt war.
Gegen 14:30 Uhr erreichten wir das Dorf, in dem wir übernachten sollten.

Einfache Hütten aus Naturmaterialien im Man Ha Nationalpark

Einfache Hütten aus Naturmaterialien im Nam Ha Nationalpark

Insgesamt gibt es nur drei oder vier Dörfer, die direkt in dem Nam Ha Nationalpark liegen, weitab der nächsten Stadt. Was mir sofort an dem einfachen Dorf auffiel, waren die vielen lachenden Kinder. Sie waren total neugierig, sprachen nur ein paar Worte Englisch und waren Fremden gegenüber sehr offen. Mir ging die Frage durch den Kopf: „Was benötigt ein Mensch wirklich, um glücklich zu sein?“ Als ich mich umsah, blickte ich in neugierige, dreckige, aber lächelnde Gesichter, um mich herum schienen Schweine, Hühner, Hunde und Kühe frei herumzulaufen und das Leben spielte sich außerhalb der ganz einfachen Behausungen ab. Khamteuang erzählte mir, dass das Dorf erst seit 2012 durch ein gefördertes Projekt an zwei Stellen fließend Wasser habe. An Strom, Gas oder Internet gar nicht erst zu denken. Was mich zutiefst beeindruckt hat, war die Tatsache, dass die Menschen hier mit der Natur im Einklang leben und sich nach ihr richten.
Nach einem Nachmittag mit den Kindern im Fluss gab es ein leckeres Abendessen – alles aus selbstangebauten Lebensmitteln. Auch hier wird nachhaltiger Tourismus betrieben: abwechselnd bekocht eine Familie die Trekkinggruppe und ein Teil des gezahlten Geldes fließt auch hier wieder direkt auf ein Gemeinschaftskonto für Arzt- und Schulbesuche.

Reisepsezialistin Stefanie mit Kindern auf dem Dorf Platz im Nam Ha Dorf

Zahlreiche Kinder sind in den Nam Ha Dörfern zu sehen

Nach einer kalten und klaren Nacht (ich habe noch nie die Sterne so klar und deutlich gesehen!), habe ich eine kleine Runde durch das Dorf gedreht und nach dem Frühstück zogen wir gegen 8:30 Uhr weiter. Im nächsten Ort, der nur 30 Minuten entfernt liegt, konnten wir einen kurzen Einblick in den Schulunterricht bekommen: alle Kinder des Dorfes gehen in eine Klasse, egal wie alt sie sind. Auffällig war, dass es kaum Bewohner zwischen 14 und 25 Jahren gab. Khamteuang erklärte mir, dass diese oft in die nächste Stadt zogen, um eine bessere Bildung zu erhalten.
Als wir die bewohnte Gegend verließen, erreichten wir schnell wieder dicht bewaldete Gebiete, Urwaldriesen und Bananenplantagen. Vor uns lag wiederum eine etwa fünfstündige Wanderung.

In der Zeit ging mir einiges durch den Kopf: die Schönheit der Natur, die lachenden Kinder, die Gastfreundschaft der Bewohner und die einfache Lebensweise. Ich genoss die Zeit in vollen Zügen und war überwältigt von all den Eindrücken. Es ist unbeschreiblich, wie man sich bloß mit Händen und Füßen verständigen kann und wie glücklich einen Menschen machen können, die selbst so wenig besitzen. Bereits während der Tour stand für mich fest, dass diese Erfahrung ein ganz besonderes Erlebnis und vielleicht der Höhepunkt meiner Reise werden würde.
Am zweiten Tag aßen wir gemeinsam den mitgenommenen Proviant auf einem Reisfeld und konnten einen vorbeikommenden Bauern sehr glücklich machen, indem wir ihm etwas davon abgaben. Seine dankbaren Augen werde ich nicht so schnell wieder vergessen.

Ein ruhiger, sich spiegelnder Fluss im Nam Ha Nationalpark

Ein ruhiger, sich spiegelnder Fluss im Nam Ha Nationalpark

Gegen Ende der Trekkingtour erreichten wir eine kleine Siedlung, wo uns ein Mädchen per Boot ans andere Ufer des Flusses und somit zurück in die „Zivilisation“ brachte. Dort holte uns ein Fahrer ab und brachte uns in circa einer Stunde per Auto zurück nach Luang Nam Tha.
So ging eine unglaubliche Zweitages-Tour zu Ende. Zwei Tage, die ich nie vergessen werde!


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2 Kommentare
Marene Schulze, 4. August 2016, 07:35 Uhr

Hallo, wir waren dieses Jahr auch in Laos und haben eine 2 tägige Bergstämme Tour gemacht. Es war zwar sehr kalt ( <10°C) und nass, aber so richtig beeindruckend!!! Natur pur von Anfang bis Ende!
Mit wie wenig kann man doch glücklich sein…untergebracht waren wir in einer kleinen Hütte mit einer Matratze und ein paar Decken, hinter der Hütte eine einfache Toilette und ein "Badezimmer" (ein Raum gefliest mit einem Trog Wasser incl. Schöpfkelle) natürlich alles ohne Strom.
Ach ja… wir hatten im Dorf die Lollibox für die Kids "gesprengt "….die lachenden Augen der Kids und der Eltern werden wir sicherlich nie vergessen.;0))
Unsere nächste Reise ist schon gebucht, natürlich nach Laos.
Viele Grüße
Marene

Stefanie Krämer, 4. August 2016, 15:51 Uhr

Hallo Frau Schulze,

wie schön Ihren Reiseerfahrungen zu lesen! Da fühle ich mich direkt wieder nach Laos versetzt:) In der Tat sind die Trekkings mit der Landschaft und vor allem den Menschen eine der Höhepunkte.
Freuen Sie sich bei Ihrer nächsten Reise auf tolle Natur mit Kaffeeplantagen und grandiosen Wasserfällen! Das waren meine ersten Erfahrungen mit dem faszinierenden Land vor ein paar Jahren.

Viel Spaß und viele Grüße,
Stefanie Krämer

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