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Der unentdeckte Norden Sri Lankas

von Mehr Verena Zappe Reisespezialistin

17 Juli 2015

Sri Lanka ist ein sehr facettenreiches und abwechslungsreiches Reiseziel. Bei ihrer letzen Reise auf die Insel im Indischen Ozean wurde Reisespezialistin Verena von dem Land mit seinen freundlichen Menschen, der beeindruckenden Natur und spannenden Kultur in den Bann gezogen. Eine der „typischen Routen“ durch das zentrale Hochland und die vielfältige Südküste des Landes hatte sie schon einmal gesehen. Dieses Mal wollte sich bei ihrer Reise einmal etwas abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten bewegen und den unentdeckten Teil des Landes entdecken: Den Norden und das Land der Tamilen.

 

Im äußersten Norden Sri Lankas herrschte viele Jahre ein Bürgerkrieg, der es unmöglich machte das Gebiet zu bereisen. Diese Zeit ist nun, zum Glück, vorbei und das gesamte Land völlig sicher und bereisbar. Mein nächstes Reiseziel stand also schnell fest. Sri Lankas unentdeckter Norden.

 

Reisespezialistin Verena in Sri Lanka

Reisespezialistin Verena in Sri Lanka

 

Meine Erwartungen an diese Reise? Es gab eigentlich keine. Ich hatte sämtliche Reiseführer durchstöbert und merkte schnell, dass ich mir mein Bild wohl selbst machen musste.
Die Route war schnell geplant und wie es in Sri Lanka üblich ist, haben wir die Gegend mit unserem privaten Fahrer erkundet. Sein Name war „Sus“ und ihm war natürlich sehr daran gelegen, uns das Land und die Kultur näher zu bringen. Besonders interessant schien es aber für Sus zu sein, die exotischsten Früchte und Speisen entlang der Straßenstände zu kaufen und uns zum probieren anzubieten. Gespannt erwartete er dann unsere Reaktion und Beurteilung, welche nahezu immer positiv aus viel.
Unsere Reise führte uns nach der Ankunft am Flughafen in Colombo direkt in Richtung Norden über den Wilpattu Nationalpark bis nach Jaffna, die größte Stadt im Norden Sri Lankas.
Die Spuren des Krieges sind an einigen Ecken noch immer in Form von Ruinen zu sehen. Ich habe mich allerdings zu keinem Zeitpunkt meiner Reise unsicher gefühlt. Gedenktafeln erinnern ebenfalls an vergangene Tage. Hier sind deutliche Worte wie „Never again“ oder „No war“ zu lesen. Es fühlte sich für mich so an, als seien die Menschen in einer Art „Aufbruchsstimmung“ und alles soll sich nun zum Guten wenden. Wir wurden als Touristen besonders freundlich und zugleich neugierig begrüßt.

 

Schild gegen Krieg und dessen Verbrechen im Norden Sri Lankas

Gedenktafeln erinnern an vergangene Tage

 

Eine Küstenstraße führt vom Herzen der Stadt Jaffna zum nördlichsten Punkt Sri Lankas, dem „Point Pedro“. Entlang der Straße lassen sich die Fischer bei Ihrer Arbeit beobachten und die Anzahl der bunten Boote lässt erahnen, dass das Fischen die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung dieser Region ist. Vereinzelt tauchen immer wieder kleine „Marktplätze“ auf, welche aus einer recht einfachen Überdachung bestehen. Die Fischer legen morgens mit ihren Booten an und verkaufen ihren Fisch direkt am Ufer.

 

bunte und alte Fischerboote am Point Pedro

Fischen ist die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung

 

Wir machten Halt an einem der kleinen Unterstände, wo gerade die frischen Fänge des Tages verkauft wurden. Zunächst erkannten wir aus der Ferne nur eine große Traube aus Einheimischen, die wild gestikulierten und alle durcheinander redeten. Sie schrieen sogar fast. Als wir näher kamen, erkannten wir, dass hier gerade die Fänge des Tages gewogen und gehandelt wurden. Es wurde euphorisch um jede Rupie gefeilscht, bis plötzliche jemand den „Zuschlag“ bekommen hat. Ich bin kein Fisch-Kenner, die Vielfalt der Fische hat mich aber sehr beeindruckt.

 

Marktunterstand auf dem Weg nach Jaffna

Ein kleiner Fischmarkt am Straßenrand

 

Wie bereits erwähnt, wurden wir immer sehr offenherzig aufgenommen und nach wenigen Minuten wurde auch uns versucht einer der frischen Fische zu verkaufen. Da wir allerdings noch einen langen Ausflugstag geplant hatten und uns der Sinn am frühen Morgen noch nicht nach Fisch stand, haben wir dankend abgelehnt.

 

Reisende mit Guide beim Fischhandel

Wie immer wurden wir offenherzig aufgenommen

 

Der wohl größte Unterschied zwischen dem Norden und dem restlichen Teil Sri Lankas liegt in der Religion. Während im südlicheren Teil des Landes die buddhistischen Tempel, bunt behangene Bodhi Bäume und pompöse Stupas das Bild prägen, finden sich im Norden die prächtigen Bauten farbenfroher Hindu-Tempel.

Die prunkvolle Bauweise dieser Tempel hat mich persönlich sehr beeindruckt und war eine willkommene Abwechslung zu den buddhistischen Zeremonien und Tempeln. Jeder war in seiner Art sehr unterschiedlich und immer mit sehr aufwendig bunt bemalten Figuren verziert.

 

Reisende im bunt verzierten Hindu-Tempel bei Jaffna

Prächtige Hindu-Tempel haben mich sehr beeindruckt

 

Während unserer Fahrten durch die Umgebung von Jaffna, fielen uns immer wieder vor den Häusern kleine Tische auf, die mit Blumen geschmückt waren. Auch wurden an einigen Tempeln große farbenfrohe Festwagen vorbereitet und mit Blumen behangen. Am letzten Tag unserer Tour erfuhren wir auch den Grund dafür: Unsere Reisezeit fiel in eines der bedeutendsten Hindu-Feste Sri Lankas, dem sogenannten „Arroggara“. Um dieses Fest zu zelebrieren, ziehen die Gläubigen in bunten Saris und den angesprochenen hinduistisch geschmückten Wagen durch die Straßen und sammeln Opfergaben der Bewohner ein. Diese werden vor den Häusern auf kleinen Tischen bereit gestellt. Die Gläubigen ziehen tanzend und fröhlich singend mit den Wagen durch die Straßen und segnen die Opfernden. Wir begegneten zahlreichen dieser Umzüge und bestaunten diese jedes Mal aufs Neue, da jeder Wagen anders aussah und immer andere Rituale zu beobachten waren.

 

Festumzug zum Arroggara Fest

Festumzug zum Arroggara Fest

 

Bei einem der Festwagen wurden wir Zeugen einer etwas skurrilen Art des Zelebrierens dieser religiösen Rituale. Unser Fahrer Sus erklärte uns, dass besonders Gläubige Menschen sich an diesen Tagen mit Haken durch den Rücken an einen solchen Wagen aufhängen und durch die Straßen fahren lassen. Tatsächlich, uns begegnete ein Festwagen, an dem eine wippende Vorrichtung befestigt war, an der ein junger Mann hing. Befestigt mit zwei Haken, durch die Haut am Rücken gestochen. Sus hat uns dieses Ritual so erklärt, dass auch diese körperlichen Schmerzen als Opfergabe gelten.
Eine Begegnung, die mir wohl noch länger mich Gedächtnis bleiben wird.

 

Religioeses Ritual beim Arroggara

Religiöses Ritual beim Arroggara

 

Diese kleinen Geschichten, von denen ich noch einige erzählen könnte, brachten mir diese Region näher. Auf eine spezielle und ursprüngliche Weise.
Es waren die freundlichen Einheimischen, die spannenden Tempel und religiösen Rituale, die weitläufige Natur und die paradiesischen langen Sandstrände, die den unentdeckten Norden Sri Lankas für mich zu etwas Besonderem gemacht haben.
Es braucht also, in meinen Augen, nicht immer die eine bekannte Sehenswürdigkeit um eine Reiseziel attraktiv zu machen.

 

Sri-lankische-Fahne

 

Wenn Sie auch einmal diesen unentdeckten Teil dieses faszinierenden Landes erleben möchten, werfen Sie doch mal einen Blick auf unseren Reisebaustein Im Land der Tamilen. Bald wird es außerdem auch eine fertig ausgearbeitete Rundreise geben, der Sie durch den Norden Sri Lankas führt.


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