Zu Fuß durchs Atlasgebirge: Wandern in Marokko

von Mehr Miriam Brauch Reisespezialistin

5 Januar 2015

Geschafft, aber glücklich saß Reisespezialistin Miriam im Flugzeug zurück nach Deutschland und wollte sofort ihre Erinnerungen an ihre Trekking-Marokkoreise festhalten. Kaum zu glauben, dass es schon Erinnerungen sind, wo sie doch noch gestern mit ihrem Guide Atman durch die marokkanische Gebirgswelt gewandert ist, mit freundlichen Berbern süßen Pfefferminztee getrunken hat und am Abend auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch eine dampfende Tajine genossen hat. Lesen Sie Miriams Erfahrungsbericht über ihre Wanderung durch das Atlasgebirge in Marokko!

 

Start- und Endpunkt meiner einwöchigen Marokkoreise war Marrakesch – die rote Stadt, die mich mit ihren quirligen Gassen und gemütlichen Riads bereits bei meinem letzten Besuch völlig in den Bann gezogen hat. Dieses Mal bin ich jedoch nicht zum Sightseeing oder Baden angereist, sondern zum Trekking in Marokko im Atlasgebirge.

 

Trekking in Marokko: Auf und Ab im Atlasgebirge

Sechs Tage lang bin ich durch beschauliche Dörfer, grüne Täler und über hohe Pässe gewandert. Noch immer sehe ich die terrakottafarbenen Häuser vor mir, die sich zwischen gleichfarbige Hügel schmiegen. Hier und da ragt ein Minarett zwischen den niedrigen Häuschen hervor und bunte Teppiche, die zum Lüften in der Sonne hängen, bilden Farbsprenkel in der Umgebung, die sich sonst in allen erdenklichen Erd- und Brauntönen ausgibt …

Terrakottafarbene Häuser zwischen Hügeln im Atlasgebirge

Terrakottafarbene Häuser zwischen gleichfarbigen Hügeln

 

Bereits am ersten Tag meiner Wanderung fühle ich mich tiefenentspannt. In nur anderthalb Stunden erreicht man von Marrakesch aus den Startpunkt der Wanderung durchs Atlasgebirge und befindet sich in einer anderen Welt – vergessen sind die fleißigen Händler in Marrakesch und der turbulente Verkehr außerhalb der Altstadt. Hier in den kleinen Dörfern gibt es vor allem eins: einzigartige Ruhe. Hier und da ertönt das Meckern von Ziegen, die überall an den Hängen grasen, auch ein Vogelzwitschern lässt sich hier und da vernehmen und fünf Mal am Tag ertönt der Gebetsruf des Muezzins durch die kleinen Ortschaften und Täler.

Minarett in Marokko nahe Marrakesch

Vom Minarett ertönt 5mal täglich der Ruf zum gebet

 

Viele Dörfer entlang der Route liegen in grünen Tälern, in denen Weizen, Äpfel, Walnüsse und Kirschen wachsen. Je nach Jahreszeit kann man sich hier am Wegesrand mit saisonalem Obst eindecken. Ich hatte Glück und war zur Kirschernte vor Ort. In Imlil habe ich mir gleich ein ganzes Kilo gekauft und mir nach einem langen Wandertag im Gebirge den Bauch mit den saftigen Früchten vollgeschlagen.

 

Aufstieg zum Mount Toubkal

Ebenso eindrücklich wie die Landschaft ist mir auch der Aufstieg zum Mount Toubkal in Erinnerung geblieben – dies war im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt meiner Trekkingtour. Der Aufstieg auf 4.167 Meter war zwar anstrengend, doch der Blick auf die umliegenden Berge des Atlasgebirges und hinab in die Ebene hat mich für alle Mühen entlohnt.

Im Vorfeld der Reise war ich nicht sicher, ob ich den Aufstieg als normalsportlicher Mensch schaffe. Vor allem da sich am flachen Niederrhein wenig Trainingsmöglichkeiten für eine Bergwanderung bieten. Der Aufstieg, der am frühen Morgen vom Refuge du Toubkal auf 3.207 Metern beginnt, ist steil, aber definitiv machbar. Für diese Etappe habe ich zum ersten Mal Wanderstöcke eingesetzt, die vor allem beim Abstieg eine große Hilfe waren.

Aufstieg zum Mount Toubkal im Atlasgebirge in Marokko

Beim Aufstieg zum Mount Toubkal

 

Reisespezialistin und Guide Atman am Gipfel des Mount Toubkal

Guide Atman am Gipfel des Mount Toubkal

 

Übernachtet habe ich während des Trekkings in kleinen authentischen, einfachen Gîtes, die alle über Strom und heißes Wasser verfügen – ein unerwarteter Luxus!

Trekking-Unterkunft im marokkanischen Atlasgebirge

Eine unserer Unterkünfte beim Trekking

 

Zudem haben mein Guide Atman und der Koch Lesson mich bestens umsorgt.

Essen beim Trekking im Atlasgebirge

Koch Lesson hat während des Trekkings immer gut für uns gesorgt

 

Durch die beiden kam ich auch leicht in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und habe einiges aus ihrem Leben erfahren. So verwenden die Berber beispielsweise die Blätter des Walnussbaumes traditionell nicht nur zur Herstellung eines Lippenstiftes, sondern auch zur Behandlung von Zahnschmerzen. Wo immer ich während meiner Wanderung hinkam, wurde ich mit einem freundlichen „Salem Aleikum“ oder „Bonjour“ begrüßt und auf ein Glas heißen, süßen Tee oder einen frisch gepressten Orangensaft eingeladen. Während in Marrakesch meiner Erfahrung nach zuweilen eine Gegenleistung für solche Nettigkeiten erwartet wird, zählt dies hier zur Gastfreundschaft der Berber.

Letztendlich sind es daher vor allem die Begegnungen mit den Menschen und deren Gastfreundschaft, die mir nach meiner Wanderung durchs Atlasgebirge noch lange im Gedächtnis bleiben werden und an die ich mich besonders gerne zurückerinnere.

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Ein Kommentar
Jan, 16. April 2018, 22:01 Uhr

Tolle Einblicke in die Tour, ich bin gespannt wie es sich inzwischen entwickelt hat, da wir dieses Jahr unsere Tour durch das Atlasgebirge planen.

Viele Grüße,
Jan

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