Torres del Paine W Trek – Mein Abenteuer in vier Tagen

von Mehr Katja Moschner Reisespezialistin

5 September 2019

Im Februar sind mein Freund und ich durch Chile und Argentinien gereist. Ein Highlight unserer Reise war der Besuch des bekannten Nationalparks Torres del Paine. Für die Erkundung des Parks haben wir uns im Vorfeld für ein mehrtägiges Trekking entschieden. In vier Tagen sind wird das berühmte W gelaufen und haben währenddessen drei Nächte im Park verbracht. Von der einmaligen Landschaft dort sind wir nach wie vor begeistert.

Tag 1 – Fahrt in den Park und Aufstieg zum Mirador Base de las Torres  (ca. 19 km)

Unser Torres del Paine W Trek Abenteuer startet früh morgens mit der Busfahrt von Puerto Natales aus in den Nationalpark. Nach etwa zwei Stunden Fahrt sind wir an der Administración Laguna Amarga. Hier registrieren wir uns, erhalten eine kurze Einführung zu den Regeln im Park und nehmen anschließend den Shuttle Richtung Centro de Bienvenida. Von dort aus sind es nur noch wenige Meter zu Fuß zu unserer ersten Unterkunft, dem Refugio Torres. Mittlerweile ist es 10 Uhr und wir brechen Richtung Base de las Torres auf, ca. 9,5 Kilometer trennen uns von unserem Ziel. Das klingt erst mal nicht viel, aber den Weg müssen wir auch wieder zurück und das am besten vor Einbruch der Dämmerung. Bereits nach wenigen Metern läuft uns der erste Parkbewohner über den Weg – ein Fuchs. Und auch die Sonne lässt sich blicken. Schon jetzt sind wir begeistert von der Kulisse des Nationalparks.

 

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Die Landschaft im Torres del Paine

Der Weg führt durch freie Grünflächen, durch das Tal des Windes, über Hängebrücken bis hin zum Refugio Chileno, sehr abwechslungsreich und nur langsam steigend.

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Auf dem Weg zu den Torres del Paine

Der wohl anstrengendste Part ist der letzte Aufstieg zum Gipfel beziehungsweise zu den drei Türmen, da dieser hauptsächlich aus Gestein und Geröll besteht und steil ansteigt. Nur noch wenige Meter und es ist endlich geschafft. Vor uns ragen die drei namensgebenden Türme in den Himmel – ein toller Anblick, für den sich der Weg eindeutig gelohnt hat. Zugegebenermaßen ist man hier oben nicht allein, doch findet man trotzdem ein ruhiges Plätzchen und die Möglichkeit ein schönes Erinnerungsfoto zu schießen.

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Die Torres del Paine

Nach einem halbstündigen Aufenthalt geht es den gleichen Weg wieder bergab. Unten angekommen, ist es mittlerweile 19 Uhr und Zeit für eine Dusche sowie ein Abendessen. Um nicht auf die hohen Preise im Park angewiesen zu sein, waren wir zuvor in Puerto Natales einkaufen und haben uns mit Lebensmitteln eingedeckt.

Tag 2 – Vom Refugio Torres entlang des Lago Nordensköld bis zum Valle Francés (ca. 13,5 km)

Die Rucksäcke sind gepackt, um 08.15 Uhr brechen wir auf. Unsere nächste Unterkunft ist das Camping Francés, es befindet sich etwa 13,5 km entfernt. Ganz so hoch wie am Tag zuvor geht es nicht, doch in den Beinen spüren wir die bereits gelaufenen Kilometer. Die tolle Natur und die vielen Aussichtspunkte gleichen das jedoch wieder aus.

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Laguna Inge

Die meiste Zeit führt der Weg oberhalb des Sees Nordenskjöld, welcher sich mitten im Torres del Paine Nationalpark befindet und nach seinem schwedischen Entdecker benannt wurde. Etwa auf halber Strecke machen wir Halt und genießen unser Mittagessen mit Blick auf den See.

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Blick auf den Lago Nordenskjöld

Auf unserem weiteren Weg werden wir von anderen Wanderern auf einen grasenden Huemul aufmerksam gemacht. Der Andenhirsch ist ein weiterer Parkbewohner, der sich meist eher abseits der Wanderwege aufhält. Nach etwa sieben Stunden erreichen wir das Refugio Los Cuernos, welches zum Zeitpunkt unserer Reiseplanung bereits ausgebucht war, sodass wir noch etwa 2,5 Kilometer bis zu unserer Unterkunft, dem Camping Francés, zurücklegen müssen. Auf dem Weg entdecken wir einen kleinen verlassenen Strandabschnitt. Wer hätte gedacht, dass die Landschaft im Torres del Paine so vielfältig ist? Die letzten hunderte Meter geht es durch dichteres Pflanzengewächs bergauf zum Campbase Francés, das sich mitten im Wald befindet. Immerhin müssen wir diesen Abschnitt am nächsten Tag nicht mehr bewältigen. Das motiviert und so erreichen wir am Nachmittag müde, aber freudig unser Ziel. Das Zelt steht bereits und ist mit einer dicken Matratze, einem Kissen und einem komfortablen Schlafsack ausgestattet. Da das warme Wasser für die Duschen erst am Abend zur Verfügung steht, überbrücken wir die Zeit mit einem Kartenspiel.

Frisch geduscht geht es zum Abendessen. Wir sind froh über die warme Mahlzeit und lassen den Abend wie früher in der Jugendherberge mit anderen Reisenden aus aller Welt auf den Holzbänken des Speisesaals ausklingen. Aufgrund der schwierig zu erreichenden Lage des Camps, werden hier hauptsächlich Lebensmittel aus Konserven verarbeitet. Wir sind überrascht, was man aus einfachen Zutaten alles zaubern kann und wie gut es letztendlich schmeckt. Aus dem Fenster der einfachen Holzhütte sehen wir, wie sich der Himmel durch die untergehende Sonne rosa färbt. Ein schöner Abschluss des anstrengenden Tages.

Tag 3 – Vom Camping Frances über den Mirador Britannico bis zum Refugio Paine Grande (ca. 22 km)

Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen zum Frühstück. Da wir Vollpension gebucht haben, gibt es zusätzlich noch ein Lunchpaket für die nächste Etappe. Heute sind es über 20 km, die zurückgelegt werden wollen. Unser erstes Ziel, das Camping Italiano, erreichen wir bereits nach 2,5 km. Wir lassen unser Gepäck dort und nehmen bloß Verpflegung und Kamera mit. Dann folgen wir der Beschilderung zum Aussichtspukt Mirador Francés. Es geht immer weiter bergauf durch kleinere Waldabschnitte und über Gestein. Zwischendurch hören wir ein lautes Donnern und halten Ausschau nach einem Gewitter, doch der Himmel ist strahlend blau. Wenige Meter weiter wird uns klar, dass das Geräusch durch eine Schneelawine verursacht wurde – weit genug entfernt, um dieses Spektakel zu beobachten. Oben angekommen, genießen wir den Ausblick hinunter auf den See – meiner Meinung nach einer der schönsten auf dem gesamten Torres del Paine W Trek.

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Blick vom Mirador Frances

Der nächste Aussichtspunkt Mirador Britannico liegt noch etwas höher. Wege gibt es hier kaum noch, sodass wir teilweise einfach dem Bachlauf bergauf folgen. Die letzten Meter sind durch kleinere Kletter-Einlagen zu bewältigen. Wer will, kann hier auch aussteigen, der weite Blick über den Park ist jetzt schon beeindruckend. Doch wenn wir schon einmal hier sind, wollen wir auch bis ganz nach oben. Nachdem wir unser Ziel erreicht haben, suchen wir uns einen höher gelegenen Felsvorsprung und genießen unser Lunchpaket mit Blick auf den See und die Cuernos del Paine.

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Angekommen am Mirador Britannico

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Blick auf die Cuernos del Paine

Anschließend geht es denselben Weg wieder bergab. Am Camping Italiano nehmen wir unser Gepäck wieder auf und laufen in etwa zweieinhalb Stunden zu unserer nächsten Unterkunft, dem Refugio Paine Grande.

Tag 4 – Vom Refugio Paine Grande entlang des Lago Greys (ca. 11 km)

Der letzte Tag des Torres del Paine W Treks bricht an. Auch wenn die heutige Etappe nur 11 km lang ist, starten wir besonders früh, um genügend Zeit bis zur Abfahrt unseres Bootes am Lago Grey zu haben. Verpassen wollen wir dieses nicht. Auf den ersten Kilometern sind wir fast allein. Wir genießen die Stille und suchen uns einen Platz zum Frühstücken. Anschließend laufen wir entlang des Lago Greys und erblicken aus der Ferne die weiße Eisdecke des gleichnamigen Gletschers.

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Blick auf den Lagoy Grey und den Gletscher

An der Guardería Grey soll unser Boot abfahren. Dort angekommen, haben wir noch genügend Zeit bis zur Abfahrt um 14 Uhr und machen es uns am Ufer gemütlich. Leider fängt es an zu regnen. Da wir bisher jedoch ziemliches Glück mit dem Wetter hatten, macht uns dies nichts aus.

Der Katamaran legt an und wir gehen an Board. Wir wählen unseren Sitzplatz direkt am Fenster und lösen unseren Coupon für einen Willkommensgetränk ein. Es gibt einen typisch chilenischen Pisco Sour mit Gletschereis. Bevor es Richtung Hotel Lago Grey geht, machen wir einen Abstecher zum Gletscher. Das Boot fährt langsam auf und ab, sodass wir an Deck gehen und die großen Eismassen in nur wenigen Hunderten Metern Entfernung bestaunen können. Das Eis ist zum Teil grau marmoriert und leuchtet an anderer Stelle in einem strahlenden Türkis.

 

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Grey Gletscher

Zahlreiche Fotos später geht es weiter und wir überqueren den See Richtung Süden. Am Ufer angelegt, legen wir die letzten Meter bis zum Hotel Grey zu Fuß zurück, wo der Transfer auf uns wartet, um uns zum Bus Richtung Puerto Natales zu bringen. Beim Durchfahren des Parks wird uns nochmal bewusst, wie weitläufig das Gelände ist.

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Rückfahrt aus dem Park

Auf dem Weg macht der Busfahrer noch einen kurzen, ungeplanten Stopp und macht uns darauf aufmerksam, dass am Straßenrand ein grasender Huemul steht. Wir steigen aus und schießen die letzten Fotos im Park.

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Huemul am Straßenrand

Gegen 22 Uhr sind wir wieder an unserer Unterkunft in Puerto Natales. Nach nur drei Nächten im Park und vielen einmaligen Eindrücken ist unser Trekking im Torres del Paine zu Ende und wir setzen unsere Reise durch Chile fort.

Für mich steht fest: Der Nationalpark ist auf jeden Fall einen Besuch wert und sollte auf keiner Reise durch Chile fehlen!
Wenn Sie gerne aktiv unterwegs sind und auch ein paar Tage ohne großen Komfort auskommen, ist das mehrtägige Trekking eine tolle Erfahrung und bietet die Möglichkeit, viele Ecken des Parks zu entdecken, die nur zu Fuß zu erreichen sind.

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Mit dem Bus zum Torres del Paine »

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