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Sumatra – Atemberaubende Landschaft, Stareffekt und ein scharfes Mittagessen

von Mehr Verena Hartmann Reisespezialistin

20 Januar 2017

Sumatra liegt westlich von Bali, ist die sechstgrößte Insel der Welt und noch nicht so touristisch erschlossen. Sumatra gehört zu der Inselgruppe: Große Sundainseln. Das Besondere an dieser Insel ist außerdem, dass der Äquator die Mitte der Insel durchkreuzt. Und genau hier beginnt meine Erzählung von der atemberaubenden Landschaft und der Minangkabau – Kultur rund um Bukittinggi.

 

Die Frauen haben das Sagen auf Sumatra

Ich bin mit einer Freundin zusammen nach Sumatra gereist. Auf unserem Weg von Samosir, einer traumhaften Insel mitten im Toba-See, gelangten wir mit einer Zwischenübernachtung an die Markierung des Äquators. Unser Fahrer erzählte uns, dass es Glück bringt den Äquator rückwärtsgehend zu überqueren. Und so stoppten wir am Parkplatz, wo uns auch direkt ein freundlicher Indonesier eines seiner T-Shirts verkaufen wollte – „I crossed the Equator“. Außerdem wollten erstaunlich viele Asiaten ein Foto mit uns.

Verena am Äquator auf Sumatra

Verena am Äquator auf Sumatra

 

Oftmals haben wir sogar mit der ganzen Familie zusammen Fotos gemacht, wobei wir uns schon ein wenig wie Stars gefühlt haben. Anscheinend sind hellhäutige Europäer mit blonden Haaren ein kleines Highlight. Dies sollte nicht unsere einzige Erfahrung als beliebtes Fotomotiv gewesen sein. Nachdem wir dann unserem Glück auf die Sprünge geholfen und einen T-Shirt-Kauf dankend abgelehnt hatten, ging es weiter mit dem Auto Richtung Bukittinggi. Hier, in das Zentrum der Minangkabau-Kultur, wo die Frauen das Sagen haben.

 

Panoramablick auf den Park Ngara Sianok

Am nächsten Morgen haben wir uns mit unserem Guide schon früh an unserem Hotel getroffen. Um 8:30 Uhr ging es zu Fuß fernab der Hauptstraße, durch viele kleine Gassen. Dort begegneten uns spielende Kinder, bis wir zum Touristen-Spot am Rande der Stadt kamen, dem Panorama Park Ngara Sianok. Ich kann verstehen, warum dieser Ort bei vielen Touristen beliebt ist. Wir standen auf einer Aussichtsplattform und konnten weit in die Ferne schauen. Unter uns erstreckte sich ziemlich beeindruckend der Sianok Canyon.

Blick über den Sianok Canyon

Blick über den Canyon

Ein Affe als Fotostar

Ein Affe schien die Aussicht mittlerweile zu langweilen und ließ sich lieber von uns mit Erdnüssen füttern und bildete ein hervorragendes Fotomodell mit dem Canyon im Hintergrund. Da wir sehr früh dort waren, waren kaum andere Touristen hier. Mittags sollte es jedoch anders sein, da wir zu der Zeit des Idul-Fitris in Bukittinggi waren. Das Idul-Fitri ist das Fest des Fastenbrechens am Ende vom Ramadan. Viele Indonesier nutzen die Zeit, um selber Urlaub zu machen. Mittags sind wir auf eigene Faust noch einmal in den Park gegangen und kamen vor lauter Anfragen, ob wir Fotos mit den Indonesiern machen könnten, kaum vorwärts. Wieder einmal waren wir scheinbar neben dem Canyon ein weiteres Highlight für viele Einheimische.

Affenmutter mit ihrem Baby auf Sumatra

Affenmutter mit ihrem Baby

Unterwegs auf Trampelpfaden

Nachdem wir durch das ehemalige chinesische Gefängnis Lobang Jepang in einem Bunker innerhalb eines Berges gelaufen sind, führte uns unser Guide zwischen grünen Reisfeldern und kleinen Trampelpfaden hinab zum ausgetrockneten Flussbett des Sianok Canyon.

Gefängnis Loban Jepang von Außen

Besuch im Gefängnis Loban Jepang

 

Es ging auf unbefestigten Wegen durch Dschungelwälder und Dickicht am Flussbett entlang. Obwohl der Himmel bewölkt war, wurde uns durch die Wanderung sehr schnell warm und wir waren dankbar genügend Trinkwasser eingepackt zu haben. Zum Schutz gegen Insekten und Äste im Unterholz hatten wir lange Hosen an, die leider das Wärmeempfinden nicht gerade bremsten.

 

Sumatras Canyon als Naturschauspiel

Auf dem Weg durch und neben dem Canyon erklärte uns der Guide viel über die Flora und Fauna und die Entstehungsgeschichte des beeindruckenden Naturschauspiels. Dann hieß es, Schuhe aus, wir laufen durch die kleinen Bachläufe auf die andere Seite des Canyons. Die Erfrischung tat gut und so meisterten wir den anschließenden Aufstieg bis hin zu einer Wiese, wo sonst auch öfter schon mal freilebende Wasserbüffel grasen.

Unser Guide hatte frische Mandarinen mitgebracht, damit wir uns stärken konnten. So haben wir eine entspannende Pause gemacht, die Natur und Aussicht genossen und konnten die Manadarinen in vollen Zügen genießen. Der Geschmack war viel intensiver und fruchtiger als die Früchte, die man aus Deutschland kennt.

Auf Unterdeckungstour im Nationalpark mit Guide

Auf Unterdeckungstour

 

Nach der Pause durchquerten wir noch einmal die Flussläufe des Canyons und hatten danach wiederum einen anstrengenden Aufstieg durch die Dschungellandschaft vor uns. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Wärme, in Verbindung mit der Anstrengung, lief uns das Wasser nur so den Rücken hinunter.

Besuch des Canyons auf Sumatra

Besuch des Canyons

 

Zwischenstopp in Kota Gadeng

Nach circa einer halben Stunde erreichten wir gegen 12:00 Uhr das kleine Silberdorf Kota Gadeng. Unser Fahrer, der uns schon die vorherigen Tage auf unserer Reise begleitet hatte, wartete schon mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf uns. Ob es jetzt wegen unserem leicht erschöpften Aussehen war, oder ob er sich freute uns wieder zu sehen, lässt sich schwer einschätzen. Er hatte jedoch eine gute Nachricht für uns. Wir durften bei einem Silberschmied eine erfrischende Cola genießen und die fein gearbeiteten Schmuckstücke aus Silber betrachten und auch kaufen – wenn wir wollten.

 

Gelebte Gastfreundschaft

Ich denke man hat uns unsere anstrengende Wanderung angemerkt und so wurden wir von dem Silberschmied zum Mittagessen eingeladen. Seine Frau sagte, dass es Idul-Fitri sei und jeder solle glücklich sein und sie würden sich freuen uns als Gäste in ihrem Haus begrüßen zu dürfen.

Gemeinsames Mittagessen beim Silberschmied in Kota Gadeng

Gemeinsames Mittagessen

 

Und so zogen wir unsere Schuhe aus und setzten uns auf den Wohnzimmerteppich. Sowohl der Hausherr, als auch unser Guide und der Fahrer gesellten sich zu uns. Es gab Reis mit verschiedenen Beilagen. Man erzählte uns, dass dieses Essen nicht so scharf sei, weil die Kinder das später auch noch essen würden. Nach den ersten Löffeln – wir haben Besteck bekommen, während die anderen mit den Fingern aßen – fühlte ich mich als könnte ich Feuer spucken. Von wegen mildes Essen. Die Indonesier scheinen mir da einen anderen Geschmacksinn zu haben, bzw. sich bereits daran gewöhnt zu haben. Nach einem süßen Tee, der die Geschmacksnerven beruhigte, aßen wir die weniger scharfen Beilagen mit mehr Reis. Nach dem Essen folgte noch ein kleines Fotoshooting, da auch die Nachbarn gerne ein Erinnerungsfoto mit den weißen Mädchen haben wollten.

Verena zum Abschluss ihrer geführten Tour mit Guide

Verena zum Abschluss ihrer geführten Tour

 

Wir verabschiedeten uns freundlich von der Familie und unserem Guide und fuhren mit unserem Fahrer wieder Richtung Hotel, wo wir uns eine erfrischende Dusche nach dem anstrengenden, aber ereignisreichen und spannenden Vormittag redlich verdient hatten.

Wenn Sie auch wie Verena die Schönheit Sumatras für sich entdecken möchten, dann schauen Sie sich doch mal unseren Reisebaustein „Bukittinggi – Heimat der Minangkabau-Kultur“ an.


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