MENUMENU

So schmeckt Australien

von Mehr

9 März 2016

Wenn man an den Roten Kontinent denkt, fallen einem ganz viele tolle Sachen ein. Wie beispielsweise das Opernhaus in Sydney oder das Great Barrier Reef. Kaum jemand denkt jedoch an exzellentes Essen und tolle Weine. Daher habe ich mich während meiner Reise nach Westaustralien nach Margaret River begeben, um dort das kulinarische Australien kennen zu lernen. Während einer Gourmet Tour mit einem einheimischem Guide Neil habe ich es mir so richtig schmecken lassen…

1. Kaffeeverkostung mit dem gewissen Extra

Was gibt es passenderes als den Tag mit einer Tasse Kaffee zu beginnen? Um uns so richtig auf den Tag einzustimmen, war der erste Stopp des Tages unweit des Stadtzentrums von Margaret River geplant. Schon beim Verlassen des Autos stieg mir der Duft von Kaffee  in die Nase. Herrlich! Direkt am Eingang der Halle steht eine Röstmaschine und eine frische Lieferung Bohnen wurde gerade eingefüllt. Der Raum füllt sich mit leichten Röstaromen und die Bohnen rascheln in der Maschine, bis Sie den gewünschten Röstgrad erreicht haben. Aber natürlich durften wir nicht nur zuschauen, sondern auch probieren. Drei unterschiedlich intensive Sorten wurden frisch in der French Press zubereitet und mit reichlich Crema serviert. Eine der Kaffee-Sorten, den wir verkosten durfen kommt wird sogar in Queensland an der australischen Ostküste angebaut. Die meisten Bohnen hier kommen jedoch aus Südamerika und werden hier geröstet. Im Anschluss an die Verkostung  war natürlich noch reichlich Zeit,  ein paar Gramm des Lieblingskaffees direkt mitzunehmen.

kaffee-bohnen-roesterei

 

 

kaffee-verkostung

2. Einführung in die Welt der Weine

Noch mit dem Geschmack von Kaffee noch auf der Zunge, setzten wir uns wieder in den Minibus. Unser Nächstes Ziel: Das erste Weingut des Tages! In der Region gibt es davon unzählige, daher wählt der Guide jeden Tag vier andere Stationen für die Weinprobe aus, die sehr gut auf einander abgestimmt sind.  Bevor der erste Wein serviert wurde, hat Guide Neil erst einmal erklärt, wie man richtig Wein verköstigt. Hier vier Tipps die auch jeder beherzigen sollte:

– Das Glas immer am Stiel festhalten,  nie am Kelch! Das erwärmt den Wein und sieht auch nicht sehr gekonnt aus.

– Den Wein im Glas schwenken, damit sich die Aromen entfalten können und der Wein atmen kann.

– Immer drei kleine Schlücke hintereinander nehmen.  Erst dann kann der Gaumen die Aromen erfassen. Sonst schmeckt man nur Sauer oder Süß.

– Wer auch nach den ersten Proben noch fit und bei der Sache sein will, trinkt die Gläser nicht leer, sondern kippt Reste weg bzw. spuckt den guten Wein ins Näpfchen.

Mit dem Wissen kommt man jedenfalls nicht ganz wie ein Anfänger rüber und die ganze Sache macht noch mehr Spaß. Das erste Glas war also ein ‚Sparkling Wine‘ , ein netter Auftakt. Anschließend wurden leichte Weißweine und vollmundige Rotweine serviert. Der Krönende Abschluss war aber der Dessertwein namens ‚Dorothy‘.  Der Edle Tropfen wurde nach der Inhaberin des Weingutes benannt und schmeckte fruchtig-süß. Einfach himmlisch und viel zu gut um den Tropfen wieder auszuspucken! Kaum war das Glas geleert sind wir auch schon aufgebrochen um zum Nächsten Weingut zu fahren.

weingut-garten-aussicht

rotwein-weißwein

 

3. Ein Ort zum Wohlfühlen

Nach wenigen Minuten Fahrt waren wir auch schon da und es bot sich ein komplett anderes Bild, als bei der vorherigen Verkostung. Ein schönes, malerisches Landhaus im Grünen, umgeben von Weinreben. Kein Wunder, dass hier viele Paare Ihre Hochzeit feiern. Vor so einer Kulisse genießt man das Spiel der Aromen natürlich noch viel mehr. Das noch recht junge Weingut hat eine Palette von Premium-Weinen im Angebot und sponsert sogar ein Rugby Team aus Freemantle. Die Weine hier schmeckten schon moderner als die bisherigen und besonders der Rosé schmeckte fruchtig leicht.

weinreben

weinglas-rotwein

 

4. Eine Stärkung darf nicht fehlen

Irgendwann fing dann doch mal der Magen an zu knurren und gerade zur rechten Zeit ging es zum Mittagessen. Neil hatte sich da einen ganz tollen Ort für uns ausgesucht. Etwas außerhalb von Margaret River liegt das Örtchen Cowaramup und kann mit etwas ganz Besonderem aufwarten: Einer eigenen Bierbrauerei! Passend zum Namen entdeckten wir überall im Ort verteilt Statuen von Kühen. Diese wurden vor einigen Jahren mal für einen guten Zweck aufgestellt und weil die Einwohner Ihre Kühe so lieben, sind mit der Zeit hunderte dazu gekommen. Ein wirklich skurriler Anblick! An der Brauerei angelangt,  kamen hier die Bierfreunde nach den ganzen Weinen nun endlich auch auf Ihre Kosten. Die Brauerei kann zwar nicht besichtig werden, bietet aber ein nettes Restaurant und  eine gute Auswahl an Gerichten, die alle mit etwas hauseigenem Bier verfeinert werden, wie beispielsweise die Panade vom Fisch. Hier hatten wir nun etwas Zeit die Umgebung und das Essen zu genießen und sich mit den Mitreisenden über die kulinarischen Erlebnisse zu unterhalten.

weingut-australien

fisch-mittagspause

 

5. Ganz viel Tradition und etwas Moderne

Nach der Stärkung ging der Ausflug weiter. Das nächste Ziel war das älteste Weingut der Margaret River Region: Das „Vasse Felix“. Hier hatte der Weinboom für die Region begonnen. In den 70ern wurden hier die ersten Trauben geerntet und der daraus entstandene Riesling und Cabernet wurden direkt mit Preisen ausgezeichnet. So kam der Stein für die Region ins Rollen.

Das weitläufige Anwesen lädt zum Spazieren ein und man könnte hier wunderbar ein langes Wochenende verbringen. Überall findet man Skulpturen und Kunstwerke von australischen Künstlern, die in das Landschaftsbild integriert wurden. Im Hauptgebäude gibt es natürlich ein Restaurant und die vielen ausgezeichneten Weine sind hier ansprechend ausgestellt. Bevor wir diese Weine probierten, war noch etwas Zeit eine Ausstellung moderner Kunst anzuschauen. Die Ausstellungen wechseln regelmäßig und Vasse Felix unterstützt damit die Künstler. Verkostet wurden besonders Chardonnay und Carbernet Sauvignon. Alle Weine haben hier besonders vielfältige Noten und sind reichhaltig und intensiv. Die besondere Atmosphäre und die bald 50 Jahre Erfahrung machen diese Verkostung zu einem wirklich besonderen Erlebnis.

weingut-margaret-river

weingut-garten

6. Es wird royal!

Last but not least ging es zum letzten Weingut des Tages. Fermoy ist recht prominent in Australien, denn das Weingut lieferte einen der Weine für die Hochzeit des dänischen Kronprinzenpaares Frederik und Mary. Prinzessin Mary, die aus Australien stammt wünschte sich für die Hochzeit etwas aus der Heimat und so wurde der Fermoy Estate 2001 Carbernet Sauvignon nach Dänemark gebracht und zum Festessen serviert.

Natürlich hat das Weingut auch noch viele andere gute Tropfen zu bieten. Alle Weine sind sehr leicht und haben uns gut gefallen. Höhepunkt dieser Weinprobe ist allerdings die Verkostung eines Weines der direkt aus dem Fass kommt. Ich hatte mir diesen „unfertigen“ Wein aus dem Fass recht ungenießbar vorgestellt, doch das Gegenteil war der Fall. Man konnte schon eine ausgereifte Note erkennen und der Wein war tatsächlich schmackhaft. Man konnte aber schon herausschmecken, dass dieser Wein jedoch noch ein bisschen Zeit benötigt bis er getrunken werden kann.

fermoy-rotwein

wein-aus-dem-fass

 

7. Ein herzhaft-süßes Ende

Auf dem Fermoy Anwesen haben  wir aber nicht Nur wein probiert. Es war außerdem eine Verkostung von Olivenöl und Balsamico Essig vorgesehen. Nach den vielen Weinen war das eine willkommene Abwechslung. Mit kleinen Brotstückchen dippten wir in die Schlüsselchen und  unerwartete Geschmacksrichtungen entfalteten sich auf der Zunge: Vom klassischen und „aged“ Balsamico bis hin zu fruchtigen Sorten wie Guave und Granatapfel. Hier haben wirklich alle zugeschlagen und sich einen guten Essig oder ein herzhaftes Öl mit nach Hause genommen.

Schlussendlich ging es dann noch zur berühmten Schokoladenfabrik von Maragaret River. Hier gab es Schokolade in allen Formen und Farben, die man sich vorstellen kann. Man kann bei der Herstellung zuschauen oder einfach nur die Schokolade probieren. Für alle die es lieber herzhaft mochten, war dann der letzte Stopp auf der Tour ein krönender Abschluss. Eine kleine Käserei bietet Kräcker und jede Menge unterschiedliche Käsesorten zum Probieren an. Würziger Cheddar  und cremiger Camembert passten nach der Weinprobe wirklich gut und waren ein schmackhaftes Ende für einen so ereignisreichen Tag.

olivenoel-balsamico

schokoladen-verkostung


Schlagwörter:

Bislang kein Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bei Erlebe Fernreisen seit:

Mein Reisetipp