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Namibia – Der Weg ist das Ziel

von Mehr

13 September 2015

Hätte man Reisespezialistin Alena noch vor zwei Jahren gesagt, sie würde nach Afrika reisen, hätte sie es nicht geglaubt. Als Asien-Reisespezialistin ist sie in der letzten Zeit viel in „ihrer“ Region unterwegs gewesen. Doch im letzten Jahr ergab sich eine einzigartige Möglichkeit, eines der spannendsten Länder des südlichen Afrikas zu besuchen: Namibia!

Eine Freundin von mir hat in Windhoek ihr Praktikum absolviert und mich zu einem Besuch eingeladen. „Wenn nicht jetzt, dann wann?“ – dachte ich und habe mich an die Reiseplanung mit den erlebe-namibia Bausteinen gemacht.

 

Christuskirche in Windhoek

Die Christuskirche in Windhoek

 

 

Um in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand (knapp zwei Wochen), möglichst viel zu erleben, haben wir unsere Reise in zwei Teile aufgeteilt. Für die ersten acht Tage haben wir ein Auto gemietet und als zweiten Teil der Reise haben wir eine geführte Reise in einer Kleingruppe zum Nationalpark Etosha gebucht.  Bereits bei der Reiseplanung fiel mir auf, wie weitläufig Namibia ist. Laut Google Maps (welches aber keine Straßenverhältnisse berücksichtigt) lagen unsere ausgewählten Destinationen mehrere Fahrstunden auseinander.  Doch wir ließen es einfach auf uns zukommen und standen nun vor „unserem“ ziemlich neu aussehenden Toyota, bereit für den ersten Weg Richtung Süden zum Fish River Canyon.  In Namibia herrscht Linksverkehr, also erstmal eine Umstellung für mich. Autofahrer sollten also besondere Aufmerksamkeit mitbringen. Die erste Herausforderung für mich war gleich die Ausfahrt aus Windhoek, begleitet vom lauten Hupen der ungeduldigen Fahrer der nachfolgenden Autos. Nach einigen Minuten habe ich mich an das Linksschalten gewöhnt. Wir ließen die Stadt hinter uns und vor uns gab es nur noch die Landstraße B1 und die unfassbare Weite.

Mietwagen Namibia Schotterweg

Nicht zu schnell mit dem Auto auf dem Schotterweg fahren!

Die Höchstgeschwindigkeit auf den Landstraßen Namibias beträgt 120 km/h. Auf der asphaltierten B1 konnten wir das auch gut ausnutzen. Als wir jedoch auf den Schotterweg wechselten, musste ich erstmal auf 30 km/h abbremsen um Steinschläge oder sogar Radwechsel zu vermeiden.  Als die Sonne bereits unterging, kamen wir endlich in unserem Hotel direkt am Fish River Canyon an.  Der zweitgrößte Canyon der Welt hat mich sehr beeindruckt.

 

Fish River Canyon: der zweitgrößte Canyon der Welt

Fish River Canyon: der zweitgrößte Canyon der Welt

 

Regenbogen in der Wüste

Wir hatten das Glück sogar einen doppelten Regenbogen zu sehen.

 

Von hier aus ging es für uns immer weiter Richtung Süden, zum Sossusvlei! Für mich war die Fahrt dorthin wohl die schönste Route unserer Reise. Neben den Bergen und weiten Feldern haben wir viele frei lebende Tiere, z.B. Antilopen und Strauße gesehen.

 

Strrauss Wüste

Der aufmerksam Beobachter sieht auch das ein oder andere Tier

 

 

Strauß Wüste nah

Und mit so manchem Strauß kann man sich ein kleines Rennen liefern

 

Endlich am Sossusvlei angekommen freuten wir uns schon auf die seltsamen Bäume und roten Dünen, die wir bisher nur von Bildern kannten! Diese von den Namib-Dünen umrundete Salz-Ton-Pfanne gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten Namibias. Eines der beliebtesten Fotomotive ist das Deadvlei mit seinen abgestorbenen Akazienbäumen, die mehrere hundert Jahre alt sind. Blauer Himmel, rote Sanddünen, weißer Boden der Ton-Pfanne und trockene schwarze Bäume bilden einen atemberaubenden Kontrast. Tagsüber ist es hier unerträglich warm, weshalb die meisten Reisenden versuchen, früh am Morgen oder am Nachmittag das Sossusvlei zu erleben. Zudem werfen die Bäume in den Morgen- und Nachmittagsstunden lange, mystisch anmutende Schatten.

Fußgänger Dünen

Warum nicht mal zu Fuß die Dünen besteigen?

 

Viele Reisende versuchen sich hier am Dünen-Besteigen. Eine der bekannten Dünen ist die Düne 45, die auf dem Weg zum Deadvlei liegt. Als wir mit unseren Pflichtbildern von jedem Baum im Deadvlei fertig waren, haben wir uns auch dazu entschlossen, eine der nahe liegenden Dünen zu besteigen. Der Weg nach oben war anstrengend, da die Füße ständig im heißen Sand einsanken. Da aber recht wenig los war, konnten wir unser Tempo selbst bestimmen, ohne jemanden aufzuhalten. Der Ausblick von oben war überwältigend: Die roten Sandberge schienen unendlich zu sein.  Die schwarzen Bäume des Deadvlei konnte man nun kaum erkennen.  Später haben wir zufällig erfahren, dass die Düne, die wir bestiegen haben, die höchste Sanddüne der Welt ist und „Big Daddy“ oder auch „Crazy Dune“ heißt. Da kann man doch gleich stolz auf sich sein!

 

 

Höchste Düne der Welt

Auf der „Crazy Dune“, der höchsten Düne der Welt. Ein besonderes Erlebnis!

 

Wieder unterwegs in Richtung Norden, war unsere nächste Station die Stadt Swakopmund. Verwöhnt von den wunderschönen Landschaften der Vortage, haben wir uns sehr über das langweilig graue sandige Flachland auf dem Weg dorthin gewundert. Doch die Stadt selbst ist sehr schön und es ist möglich von hier aus einige unterhaltsame Ausflüge zu unternehmen. Wir waren haben das Sandboarden ausprobiert und uns von einem erfahrenen Fahrer durch die Sanddünen der Walvis Bay fahren lassen!

 

 

Jeep Dünen

Mit dem Jeep durch die Dünen von Walvis Bay

 

Wieder in Windhoek endete unsere Selbstfahrertour durch Namibia und es war eine außergewöhnliche Erfahrung für mich. Bei der Größe von knapp 825.000 km2, mehr als doppelt so groß wie Deutschland, wohnen nur ca. 2,3 Millionen Menschen in Namibia. Unterwegs auf den Schotterwegen haben wir kaum Menschen und Autos gesehen. Selbstfahrer sollten daher auf jeden Fall Kenntnisse im Radwechsel mitbringen, da die Wahrscheinlichkeit eine Werkstatt zu finden gering ist und die Räder auf den steinigen Straßen häufig kaputt gehen.

 

Was mir am besten auf unserer Reise gefallen hat? Nun, es gab viele Highlights, tolles Essen (insbesondere Fleischgerichte) und freundliche Begegnungen… Doch was mich am meisten beeindruckt und inspiriert hat, war der Weg. Ohne Grenzen und jegliches Zeitgefühl. In einigen Jahren möchte ich definitiv nochmal Namibia bereisen, um das Land neu kennenzulernen.

 

Flug Wüste

Wir verabschieden uns von Namibia


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