Quito – Die unterschätzte Hauptstadt Ecuadors

von Mehr Annette Warncke Reisespezialistin

12 Oktober 2017

Quito habe ich bis jetzt immer nur als angenehmen Start oder als nettes Ende meiner Ecuadorreisen betrachtet, da ich so unsterblich in Cuenca verliebt bin. Neulich hatte ich endlich Gelegenheit der Hauptstadt Ecuadors die Beachtung zu schenken, die sie verdient.

Quito – Die unterschätzte Hauptstadt Ecuadors

Die geflügelte Jungfrau Quitos

Das großartige Stadtviertel La Floresta war mein Ausgangspunkt – mit dem Taxi geht es in ca. 15 Minuten bis in die bezaubernde Altstadt. Etwa zwanzig Minuten zu Fuß habe ich ins lebendige Mariscal Viertel gebraucht. Die Ruhe und die interessanten Restaurants in La Floresta haben mir sehr gut gefallen. ‚El URKO‘ bietet zum Beispiel sogar eine kulinarische Reise durch Ecuador an. Ich habe die Speisekarte auf Spanisch und Englisch gelesen und wurde mit einem Essen beglückt, das ganz anders aussah, als ich es mir vorgestellt hatte. Daher ist es sicherlich eine schöne Art sich mit diesem Menü an die ecuadorianische Küche heran zu testen. Da es eine offene Küche gibt, können Sie den Meisterköchen sogar bei der Zubereitung zuschauen.

Marktbesuch in Quito

Einen Marktbesuch würde ich niemals – egal wo ich in Ecuador bin – auslassen. Dafür esse ich die leckeren Früchte viel zu gerne. Diesmal war ich mit Freunden beim gepflegten San Francisco Markt, bei dem auch spektakuläre Säuberungsrituale angeboten werden. Zwei aus der Gruppe waren mutig genug sich hinter den kleinen Vorhang zu begeben und mit diversen Kräutern eingerieben zu werden. Dummerweise waren da auch Nesseln dabei. Medizin, die wirkt, soll bekanntlich auch nicht gut schmecken, aber vertrauen Sie mir, wirklich begeistert sahen die Frauen nach der Behandlung nicht aus. Vielleicht ist das eine spannende Erfahrung, die Sie nicht nachholen müssen. Essen Sie lieber süße ‚Oritos‘ (kleine Bananen) oder eine exotische ‚Pitahaya‘ (Drachenfurcht), die hier wirklich schmeckt und nicht nur dekorativ aussieht.

Hier gibt es Kräuter für alles

Tagsüber in die ‚La Ronda‘

Weiter ging es zur interessantesten Gasse Quitos. Die hübsche ‚La Ronda‘ hatte ich bei vorherigen Besuchen nur nachts kennengelernt, wo ich es mir bei leckerem ‚Canelazo‘ (alkoholisches Heißgetränk) und mitreißender Live Musik mit Freunden habe gut gehen lassen. Jetzt durfte ich feststellen, dass es auch tagsüber einiges zu entdecken gibt.

Die La Ronda ist immer einen Abstecher wert

Überraschend fand ich die unvorstellbaren Eissorten in der ‚Heladería Dulce Placer‘. Wer traut sich zum Beispiel ‚caca de perro‘ oder ‚mani con sal‘ zu probieren? Auch der begabte Holzkünstler, der seine Ware sogar weltweit exportiert, hat mich mit seinen Schränkchen mit dutzenden Geheimfächern tief beeindruckt. Es ist schön zu sehen, wie die kostbaren Traditionen einen Ort haben, wo Sie wieder aufblühen. So ein kleines Schränkchen passt natürlich schlecht in den Reisekoffer, aber es gibt viele kleine Andenken, die Sie hier erstehen können. Ich habe zum Beispiel altertümliche Kreisel ausprobiert – damit ich mich das nächste Mal nicht blamiere, hätte ich wohl doch besser einen kaufen sollen. Die besonderen hölzernen Kunstwerke kreiseln zu lassen ist überhaupt nicht so leicht wie es aussieht. Für alle Unkreativen unter uns, empfehle ich einen längeren Aufenthalt im Schokoladen Geschäft. Die Pralinen mit Maracujafüllung sind einfach fantastisch. Das macht ‚Chez Tiff artesanal‘ zu meiner Lieblingsadresse in der La Ronda.

Im Handumdrehen entstehen Spielzeuge

Auf dem Dach der ‚Catedral metropolitana de Quito‘

Egal wo ich mich in der Altstadt aufhielt, entzückende Kirchen waren allgegenwärtig. Auch wenn meine Lieblingsstätte immer die ‚Basilica del Voto Nacional‘ bleiben wird, hat sich die ‚Catedral metropolitana de Quito‘ ebenfalls einen Winkel meines Herzens erobert. Mein Guide fragte, wer mit ihm bis aufs Dach steigen möchte. Alle, die Angst vor der Enge und der Höhe hätten, sollten besser in der Kirche bleiben. Ich gebe zu, dass ich Höhenangst habe, aber manchmal muss man einfach was riskieren. Ich habe es keinesfalls bereut. Durch winzige Gänge mussten wir laufen, über Metallstangen, die aus dem Boden ragten, klettern, bis wir endlich den strahlend blauen Himmel erblickten. Zu unseren Füßen lag die Plaza Grande und in der Ferne stand meine geliebte ‚Basilica del Voto Nacional‘ – absolut herrlich und die Überwindung der Höhenangst auf jeden Fall wert.

Auf das Dach der Kathedrale wäre ich nie allein gestiegen

Sind Sie neugierig auf die Hauptstadt Ecuadors? Das ist nur der Anfang. Wenn Sie eine unvergessliche Ecuadorreise unternehmen möchten, schauen Sie sich gerne unsere Ecuador-Reisebausteine an.


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