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Nyaung Shwe: Mehr als nur das Tor zum Inle See

von Mehr

29 Juni 2017

Das lebhafte Städtchen Nyaung Shwe in Myanmar wird als das „Tor zum Inle See“ bezeichnet. Hier starten die meisten Touren zum Inle See und es gibt eine große Auswahl an Unterkünften, Restaurants sowie Ausflugsmöglichkeiten. Bei unserer Reiseplanung entschieden mein Freund und ich, eine zusätzliche Nacht in Nyaung Shwe zu verbringen, um die spannende Gegend detaillierter zu erkunden.

Am ersten Tag unseres Aufenthalts unternahmen wir die „Pflicht“-Bootstour auf dem Inle See, während welcher wir die einzigartige Infrastruktur des Sees mit seinen schwimmenden Dörfern, Tempeln, Werkstätten und Tomatenplantagen kennen lernten. Zu Mittag gab es eine leckere Shan-Suppe bei einer einheimischen Familie direkt am See. Nach diesem Ausflug ging es wieder zurück nach Nyaung Shwe.

Bootstour auf dem Inle See

Sehr freundliche Dorfbewohner

In Nyaung Shwe angekommen, mussten wir uns überlegen, wo wir am besten zu Abend essen gehen. Wie bereits erwähnt, ist Nyaung Shwe reich an Restaurants und Bars, die unterschiedliche Geschmäcker treffen. In unserem Reiseführer habe ich einen Kommentar von meinem Kollegen John gelesen, der im Vorjahr nach Myanmar gereist ist: Ich solle bitte das thailändische Restaurant „Green Chili“ besuchen und mir dort einen Salat aus fermentierten Tee-Blättern bestellen. Da sich der Hunger bereits lauthals bei uns meldete, spazierten wir direkt zum Restaurant und ließen es uns dort mit Frühlingsrollen, scharfem Curry, lokalem Bier und natürlich dem Teeblättersalat gut gehen.

Essen im Restaurant „Green Chili“

Nach dem Frühstück am nächsten Tag begaben wir uns auf die Suche nach Fahrrädern, denn wir wollten mit dem Rad um den See fahren. An der Rezeption unseres Hotels hatten wir eine Karte bekommen, auf der die sehenswerten Orte gekennzeichnet sind. In Nyaung Shwe gibt es zahlreiche Fahrradverleihe. Für umgerechnet fünf Euro konnten wir jeweils ein Fahrrad mit einem Korb vorne für einen ganzen Tag ausleihen. Alternativ gab es auch Mountain Bikes, die für den doppelten Betrag zu haben waren. Beim Fahrradverleih mussten wir lediglich den Namen unseres Hotels nennen. Wir mussten weder unsere Reisepässe vorzeigen noch wurde eine Pfandgebühr verlangt. Alles basierte auf Vertrauen.

Fahrradtour am Inle See

Da es sehr heiß zu werden schien, kaufte ich mir als erstes einen hübschen Strohhut für zwei Euro. Dann konnte die Fahrradtour beginnen! Die Gegend um den Inle See ist sehr hügelig und eine Fahrradtour bei diesen hohen Temperaturen kann wirklich herausfordernd sein. Es empfiehlt sich daher, reichlich Wasser, Sonnencreme und Kopfbedeckung (für die ich bereits gesorgt habe) mitzunehmen. Nach knapp 40 Minuten erreichten wir unseren ersten Stopp – die heißen Quellen Khaung Daing.

Der Eintritt zu den Quellen kostete uns 10.000 Kyat oder 10 USD. Es gibt hier getrennte Bereiche für die Einheimischen und Touristen. Die Anlage sagte uns von Anfang an nicht wirklich zu: Sie sah in die Jahre gekommen aus und wirkte nicht gepflegt. Die Liegen und heißen Bäder waren in Ordnung, Duschen und Umkleidekabinen waren allerdings nicht wirklich schön. Da wir aber schon den Eintritt bezahlt hatten blieben wir dort… mit einem Buch und Getränken in der Hand.

Entspannung an den heißen Quellen Khaung Daing

Nach der „heißen“ Entspannung ging es für uns weiter in das Dorf Khaung Daing, von wo aus wir ein Boot zur anderen Seite des Inle Sees nahmen. Im Dorf winkten uns die Bewohner freundlich zu und hatten auch nichts gegen ein Foto. Einige Fischer dort haben es sich zum Beruf gemacht, die Touristen zum anderen Ufer zu bringen. Hier sollte man allerdings mit den Preisen aufpassen. Normalerweise kostet die Überfahrt um die 8.000 – 10.000 Kyat. Nach der erfolgreichen Verhandlung mit unserem Fahrer haben wir unsere Fahrräder auf das Boot geladen und traten unsere entspannte zwanzigminütige Bootsfahrt an. Meinen Hut musste ich wegen des Fahrtwinds vorsichtshalber ablegen. Die Sonne spiegelte auf dem Wasser –  eine tolle Kulisse am von Bergen umringten Inle See.

Angekommen an der anderen Seite verabschiedeten wir uns von unserem Bootsfahrer und liefen über einen langen Steg zum Festland. Es war Nachmittag und wir waren im Dorf Mine Thauk als dort gerade der Schulunterricht vorbei war. Also liefen zahlreiche Schüler in ihrer weiß-grünen Uniform und mit Hängetaschen über der Schulter nach Hause.

Schüler auf dem Heimweg

Wir fuhren weiter durch die grünen Zucker- und Bananenplantagen in Richtung Nyaung Shwe. Unser nächstes Ziel war ein Weingut, das Weinverkostungen und auch leichtes Essen anbietet. In der Gegend vom Inle See gibt es zwei Weingüter. Das Weingut Aythaya befindet sich in Taunggyi und kann während einer Tagestour mit einem Fahrer von Nyaung Shwe aus besucht werden. Es war schon Nachmittag und wir waren mit Fahrrädern unterwegs, also entschieden wir uns für das Weingut Red Mountain, das wenige Radminuten von Nyaung Shwe entfernt liegt.

Von der Straße aus ging es ziemlich steil bergauf, so dass wir unsere Fahrräder schieben mussten. Auf dem Berg befindet sich ein Restaurant, wo wir uns etwas zu essen bestellten. Natürlich darf eine Weinprobe nicht fehlen: Für 3.000 Kyat gab es vier verschiedene Weine zum Probieren. Nach dem Essen setzten wir uns draußen auf eine Bank und genossen die malerische Aussicht über die grünen Weinberge. Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf den Weg zurück nach Nyaung Shwe.

Das Weingut Red Mountain in der Nähe von Nyaung Shwe

Nach unserer abenteuerlichen Fahrradtour in der Hitze waren wir ziemlich erschöpft und sehnten uns nach einer Massage. Die Burmesische Massage ist vielleicht nicht so bekannt wie die thailändische, doch ebenso entspannend und tonisierend. Nach Empfehlung unseres Hotels gingen wir in ein lokales Haus am Rande Nyaung Shwes. Von draußen sah die Hütte ganz „normal“ aus. Drinnen wurden wir herzlich begrüßt und es wurde uns ein leckerer grüner Tee eingeschenkt. Nach wenigen Minuten waren wir dran und wurden in den Massageraum gebeten. Es ist eine Bambushütte mit zwei Matratzen auf dem Boden. In der Ecke wurden Räucherstäbchen verbrannt, damit die Gäste nicht von Moskitos gestört werden. Während der einstündigen Massage unterhielten sich die Masseurinnen in ihrer Sprache, was dem Moment eine weitere Besonderheit verliehen hat.

Nach der Massage war unsere Erschöpfung wie weggeblasen und wir spazierten über die beleuchteten Straßen Nyaung Shwes. Unterwegs sprach uns ein nettes Restaurant Sin Yaw 2 mit seiner Terrasse an. Wir setzen uns hin und bestellten uns ein paar Cocktails, um den tollen Tag abzurunden.

Insgesamt war es für uns eine wirklich tolle Reise mit unvergesslichen Momenten!

Wenn auch Sie nach Myanmar reisen möchten, schauen Sie sich unsere Myanmar-Reisebausteine an.


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