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Traditionen und Kulinarik am Nationalfeiertag in Chile

von Mehr Steffi Kaiser Reisespezialistin

18 September 2016

Am chilenischen Nationalfeiertag feiert man in Chile den Beginn des Unabhängigkeitsprozesses von Spanien, der am 18. September 1810 mit der Ausrufung der ersten eigenen Ratsversammlung („Primera Junta Nacional de Gobierno“) begann. An diesem Tag hängen alle Chilenen Nationalflaggen an ihre Häuser – wer das nicht tut, kann mit einer Strafe von bis zu 60 Euro belangt werden.

Nationalflagge Chile

Am 18. September wehen im ganzen Land die Nationalflaggen.

Hängt die Flagge richtig am Haus, steht den Feierlichkeiten nichts mehr im Weg! Auch wenn es eigentlich nur ein Feiertag ist, so feiern die Chilenen meist eine ganze Woche – je nachdem, auf welchen Wochentag der 18. September fällt. In dieser Woche wird nicht gearbeitet, viel getanzt, gesungen, gelacht und – gegessen! Die chilenische Küche ist vielfältiger, als so mancher vielleicht meint und es gibt ein paar Speisen und Getränke, die während der „Fiestas Patrias“ auf gar keinen Fall fehlen dürfen!

Der berühmteste Klassiker, der auch außerhalb der Feierlichkeiten überall in Chile zu haben ist, ist wohl die Empanada. Die kleinen gefüllten Teigtaschen gibt es in jedem Land des Kontinents, und jede Nation macht sie ein wenig anders. In Chile sind sie meist gefüllt mit Zwiebeln, Hackfleisch, hart gekochtem Ei, einer schwarzen Olive, Rosinen und verschiedenen Kräutern – „Empanada de pino“ nennt sich das Ganze. Varianten gibt es aber natürlich auch mit Meeresfrüchten („Empanada de marisco“, vor allem in den Küstenorten zu haben) oder mit Käse („Empanada de queso“ – eine vegetarische, aber sehr reichhaltige Alternative).

Empanadas in Chile

Frittiert oder aus dem Ofen – Empanadas sind immer gut!

Kommt die Familie zu den „Fiestas Patrias“ zusammen, so wird häufig ein großes „Asado“ veranstaltet. Unter einem „Asado“ versteht man in Südamerika ein Grillfest – wir würden wohl am ehesten das englische Wort „Barbecue“ benutzen, um es zu beschreiben. Grillkohle jedoch sucht man vergebens, in Chile werden Holzscheite abgebrannt und darauf wird dann direkt gegrillt. Das Grillfleisch kauft man beim Metzger meist nach Kilo oder pro Person und erhält dann einen bunten Mix aus unterschiedlichsten Fleisch- und Wurstspezialitäten. Natürlich kann man auch individueller einkaufen – marinierte Steaks, wie wir sie aus Deutschland kennen, sind jedoch nicht üblich. Das Fleisch wird meist mit Mayonnaise gegessen und einem scharfen Dip. Zu einem chilenischen Asado gehört auch immer Bier oder ein guter Rotwein – aus Chile selbstverständlich!

Asado in Chile

Asado Chileno – die chilenische Variante des Barbecue.

Zum Snacken vorab isst man in Chile überall „Sopaipillas“ – kleine frittierte Kürbisfladen, meist zusammen mit „Pebre“ – einem Dip aus Tomatenwürfeln, Olivenöl, Zwiebeln, Chili und Koriander und der chilenischen Gewürzmischung „Merkén“. Diese Mischung stammt noch aus der Zeit der chilenischen Ureinwohner Mapuche und besteht aus geräuchtertem rotem Chili, Koriander und Salz.

Auch an Getränken hat Chile für alle Geschmäcker etwas Passendes zu bieten: Wem es nicht süß genug sein kann, der sollte in Chile unbedingt einmal „Mote con huesillos“ trinken. Ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das die Chilenen vor allem im Sommer trinken, das aber auch auf besonderen Feierlichkeiten, wie dem 18. September nicht fehlen darf. Der „Mote con huesillos“ besteht aus getrockneten Pfirsichen und Weizengraupen in einem Zucker-Zimt-Pfirsichsaft. Wirklich sehr süß!

Abends trinken die Chilenen neben den zahlreichen verschiedenen Biersorten, die es in Chile gibt – übrigens gibt es teilweise ganz verrückte Biersorten mit Schokolade und Honig oder Kakao -, natürlich auch ihr Nationalgetränk – den Pisco Sour! Ob der Pisco nun seinen Ursprung in Chile oder in Peru hat, ist nach wie vor umstritten – heute sprechen wir ihn aber den Chilenen zu – schließlich ist heute ihr großer Feiertag! Beim Pisco Sour wird der Weinbrand mit Limettensaft, Zucker und Eiklar gemixt und ergibt so einen herrlich erfrischenden Aperitif!

Pisco Sour

Darf auf keinen Fall bei den Feierlichkeiten fehlen: Der Pisco Sour.

Wer es etwas stärker mag, der kann das für Chile typische Jugendgetränk „Terremoto“ probieren. „Terremoto“ bedeutet Erdbeben und wer zu viel davon erwischt, fühlt sich wirklich ein wenig durchgeschüttelt. Der Cocktail besteht aus einem jungen Weißwein (meist nicht der qualitativ hochwertigste), einer Kugel Ananas-Eis, Fernet und Grenadinesirup. Wirklich etwas ganz spezielles und nicht für jeden geeignet.

Wer dann gut gegessen und den einen oder anderen Pisco Sour oder Terremoto getrunken hat, der ist bereit für die Party am „El Dieciocho“ und kann das Tanzbein zum traditionellen Folkloretanz Chiles „Cueca“ schwingen – Felizes Fiestas, Chile!


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