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Myanmar – to go or not to go

von Mehr

4 Mai 2018

Für meinen Jahresurlaub 2017 kamen mehrere Länder infrage. Ich war schon häufig in Asien und besonders Südostasien reizt mich durch die tollen Landschaften, wunderschönen Strände und freundliche Menschen.

Immer wieder habe ich mich sehr positiv an meinen Urlaub 2015 erinnert, meine erste Reise nach Myanmar, das sich damals als ein sehr sicheres und spannendes Reiseland erwies.

Während meiner ersten Reise habe ich die Highlights des Landes kennengelernt: Ich bin durch die Gassen von Yangon geschlendert, mit dem Fahrrad durchs Land der Tempel in Bagan gefahren, habe auf den Straßenmärkten von Mandalay eingekauft und mit dem Boot den Inle See erkundet.

 Alena bei der Shwedagon Pagode in Yangon

Reisespezialistin Alena bei der Shwedagon Pagode in Yangon

Das waren natürlich bei weitem nicht alle Orte, die es in Myanmar zu sehen gibt. Aus diesem Grund hat sich Myanmar erneut als Reiseland für meinen Jahresurlaub angeboten.

Doch im frühen Herbst 2017 kamen beunruhigende Nachrichten aus Myanmar, plötzlich war das bisher fast unbekannte Land sehr präsent in den Medien, teilweise waren die Meldungen von sehr starken Begrifflichkeiten geprägt. Als Folge haben einige Länder sogar eine Reisewarnung für ganz Myanmar ausgesprochen. Nun musste ich mich selbst fragen, ob ich Myanmar meinen Kunden noch anbieten und ob ich sogar selbst noch hinreisen möchte. Wäre das überhaupt noch ethisch korrekt?

Ich habe zu den Nachrichten etwas recherchiert und auch den Rat unserer lokalen Partneragentur in Myanmar und dem deutschen Auswärtigen Amt eingeholt. Immerhin befinden sich unsere Partner vor Ort und können die Situation an den Orten, die in Myanmar normalerweise besucht werden, beurteilen.

Tempelfeld von Bagan

Das Tempelfeld von Bagan

Unser Partner erläuterte mir, dass der in den Medien beleuchtete Konflikt zwischen dem Militär und der Völkergruppe Rohingya bereits seit Jahrzehnten existiert. Im letzten Herbst kam es erneut zu bewaffneten Ausschreitungen im Rakhine State, an der Grenze zu Bangladesch, als Folge eines Angriffs auf einen Militärposten. Ausländer dürfen ohne eine spezielle Genehmigung in dieses Gebiet der Ausschreitungen gar nicht einreisen.

Das deutsche Auswärtige Amt versicherte mir, dass das Reisen in die touristischen Regionen Myanmars sicher sei. Und so entschied ich mich, mir mein eigenes Bild vor Ort zu machen. Gemeinsam mit meinen Kollegen und auch der Partneragentur wollen wir alle unsere Bausteine in Myanmar weiterhin anbieten. Also fliege auch ich hin.

Dieses Mal wollte ich ebenfalls zum Strand. Doch der beste Strand Myanmars – Ngapali Beach – liegt auch im Westen. Und viele unserer Kunden reisen sogar bis Mrauk U, was noch näher an der Grenze zu Bangladesch liegt.

Meine zweite Reise startete wieder in Yangon, der Stadt, die sich in den letzten zwei Jahren verändert hat und noch kosmopolitischer geworden ist. Hier findet man buddhistische und Hindu- Tempel, katholische Kirchen und Moscheen. Das Alltagsleben in der quirligen Großstadt verläuft friedlich. Im Anschluss daran ging es direkt weiter zum Strand nach Ngapali. Zu meiner Verwunderung war der Strand noch fast leer, obwohl die Saison langsam anfangen sollte. Mir als Reisender gefiel es, am fast leeren Strand zu entspannen. Doch wenn ich die ganze Schönheit betrachte, finde ich es doch schade, dass einige Hotels leer standen.

Ngapali - der Traumstrand von Myanmar

Ngapali – der Traumstrand von Myanmar

Die Menschen waren hier wie vor zwei Jahren freundlich und das Hotelpersonal sehr kundenorientiert. Das Essen in den lokalen Restaurants war nach wie vor günstig. Die schön eingerichteten Hotelzimmer, die Strandliegen, das unglaublich leckere Sea Food und vor allem die Menschen, die hier beschäftigt sind, warteten auf die Besucher.

Die lokalen Guides in Myanmar

Unterwegs mit lokalen Guides in Myanmar

Vor ca. fünf Jahren wurde Myanmar offiziell auf die touristische Weltkarte gesetzt. In den ersten Jahren haben sich die Besucherzahlen schnell nach oben entwickelt. Die Anzahl an Hotelbetten, Gaststätten und Guides hat sich ebenso schnell dem damaligen Bedarf angepasst, sodass es nun einen Überfluss an Menschen gibt, die in den letzten Jahren im Tourismus gearbeitet haben und aktuell keine Arbeit mehr haben. Das bekam ich auch von meinen Guides und Fahrern zu hören, die sich über jede nächste Schicht freuten.

Vom Ngapali Strand ging meine Reise in die Mon- und Kayin-Staaten südlicher von Yangon. Diese Regionen liegen abseits der üblichen touristischen Pfade und werden grundsätzlich weniger besucht.

Zuerst besuchte ich einen der Heiligtümer Myanmars – den Goldenen Felsen in Kyaiktiyo. Zufällig fand an diesem Wochenende das Vollmondfest statt, deshalb war die Gegend besonders lebhaft. Um den Goldenen Felsen herum wurde vor einigen Jahren eine Plattform gebaut, wo die Touristen, aber vor allem die Pilger, Platz finden können. Als Frau durfte ich den goldenen Felsen nicht anfassen, doch es reichte mir auch, den riesigen Stein aus der Distanz anzuschauen während die buddhistischen Gesänge die Luft füllten.

Traumhafter Sonnenuntergang

Der traumhafte Sonnenuntergang am Goldenen Felsen

Ich fuhr weiter nach Mawlamyine, einem gemütlichen Städtchen mit vielen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. „Wenn du wissen willst, wie viele Touristen gerade in der Stadt sind, komm zum Sonnenuntergang zur Kayik Than Lyan Pagode“ – sagte mein Guide zu mir. Von dort aus hatte man einen wirklich tollen Ausblick über die ganze Stadt und den Thanlwin Fluss, in dem die Sonne langsam unterging.

Seindon Mibaya Kloster in Mawlamyine

Der Blick auf das Seindon Mibaya Kloster in Mawlamyine

Über den Thanlwin Fluss fuhr ich mit dem Boot nach Hpa An. Unterwegs hielten wir am malerischen Dorf U Na Auk an und hatten ein leckeres lokales Mittagessen direkt auf dem Boot. Die Gegend um Hpa An ist für in die Höhe ragenden Karstberge bekannt. Gemeinsam mit meinem Guide paddelte ich zwischen den Reisfeldern und besuchte einige heilige Höhlen, die mit Buddha Figuren gefüllt waren.

Grüne Reisfelder und in die Höhe ragende Karstberge bei Hpa An

Grüne Reisfelder und in die Höhe ragende Karstberge bei Hpa An

Auch das lokale Essen durfte nicht fehlen und so waren wir zu Mittag bei Einheimischen essen. Schon wieder wurde ich von der Herzlichkeit der Einheimischen überwältigt. Einige junge Frauen und Mädchen trauten sich, mich anzusprechen, um mit mir ein Foto zu machen. Viele von den Westlern hatten sie noch nicht gesehen. Klick! – Und schon war mein Gesicht ganz groß auf Snapchat zu sehen! Zum Glück sind die Aufnahmen auf Snapchat nur temporär. So hoffe ich ist auch der Rückgang an Touristen in Myanmar nur von kurzer Dauer.

Herzliche Begegnungen in Myanmar

Herzliche Begegnungen in Myanmar

Wenn auch Sie nach Myanmar reisen möchten, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine und Rundreisen an. 


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