Mit dem Fahrrad durch Afrika – Anselm Nathanael im Interview

von Mehr Alena Levina Online Marketing Spezialistin

25 Juli 2019

Anderswo. Allein in Afrika

Anderswo. Allein in Afrika – ein Film über den jungen Mann Anselm, der allein mit dem Fahrrad Afrika durchquerte – 15 000 Kilometer durch 15 Länder in 414 Tagen.

In unserem Interview verrät er, was ihn während der Reise bewegt hat, welche Vorbereitungen man für ein solches Abenteuer treffen sollte und was für ihn nachhaltiges Reisen bedeutet.

Was war das am meisten bewegende Erlebnis während deiner Reise?

Die schönsten Erfahrungen waren oft nicht die spektakulären oder lauten, sondern die leisen Augenblicke, in denen ich einfach ganz im Moment war, in Afrika und bei mir. Da dachte ich nicht mehr an etwas anderes, an ein weit entferntes Ziel oder daran, wie etwas sein sollte oder von außen aussieht. Ich nahm einfach das Jetzt wahr – das, was gerade war. Ich war ganz da! Es war auch eine wunderbare, befreiende Erfahrung, nur mit dem Notwendigsten zu reisen. Ich hatte so wenig und war dabei so viel. Solange du unter Menschen bist, gibt es für alles eine Lösung.

Afrika-Ruanda-Menschen

 

Wie hast du dich auf deine Reise vorbereitet?

Ich war immer schon gerne draußen in der Natur und hatte schon ein paar kürzere Radreisen durch Europa gemacht. Afrika hatte immer eine besondere Faszination für mich, weil auch unsere Wurzeln dort liegen. Von allen Kontinenten und Orten, an die ich denken konnte, zog es mich am stärksten nach Afrika. So intensiv, kraftvoll und lebendig. So weit weg von dem, was ich gewohnt war. Es gab so viel, was ich mir nicht vorstellen konnte. Deshalb wollte ich los. Um ein Gefühl für diesen Teil der Erde zu bekommen. Ich habe die Reise schlussendlich gar nicht vorbereitet, der Impuls zu starten kam so spontan, dass ich von einem auf den anderen Tag losgefahren bin. Ich denke, die beste Vorbereitung auf meine Reise um die Welt war, dass ich keine Vorbereitung hatte – so bin ich, ganz auf mich allein gestellt, ohne Umwege vom Denken zum Handeln gekommen.

Afrika-Tanzania-Katavi-Nationalpark

 

Was würdest du anderen raten, die ein ähnliches Abenteuer planen?

Bei einer Reise, habe ich erfahren, ist das Besondere, sich selber in neuen ungewohnten Situationen zu erleben. Es sind nicht die Wasserfälle oder Pyramiden, es ist die Begegnung mit mir selbst. Wenn ich diese Begegnung möchte, bereite ich mich am besten gar nicht vor. Ich habe erfahren, dass ein großes Vorhaben nicht vorab gänzlich durchdacht werden muss, dass man schrittweise weiterkommt – weil hier der Weg wirklich das Ziel ist.

Afrika-Malawi-Fahrrad

 

Was bedeutet nachhaltiges Reisen für dich?

​Ich durfte auf meinem Fahrrad über 70 Länder in Afrika, Asien und Europa bereisen und habe stets das Fahrrad gewählt, um meine Umgebung zu spüren, den Menschen und Ereignissen nah zu sein. Ich konnte ausnahmslos beobachten, dass der Mensch sein Handeln stets mit der Vision nach mehr Effektivität verknüpft. Diese oft modernen und automatisierten Prozesse erzeugen besonders eins: Ungesunde Abläufe, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen, da der neu gewonnene Luxus in Kürze zur Notwendigkeit wird. Eine neue Generation wächst in den eroberten Standard hinein und baut ihn für sich weiter aus.

Niemand kommt auf die Idee, etwas infrage zu stellen, was augenscheinlich effektiv, praktisch und zeitsparend ist. Diese Entwicklung ist rasant und doch spürt jeder Mensch, wenn er diesem Kreislauf den Rücken kehrt, im Urlaub oder der freien Natur, wie schön es sich außerhalb der Mühle anfühlt. In dieser Entwicklung stellt sich nie die Frage nach dem Glück, dabei ist es das einzige, wonach Maschen streben. Der Wettlauf macht den Menschen abhängig und nutzlos.

Ich denke, für eine nachhaltige Mobilität müssten wir den Mut aufbringen, Rückschritte anzuvisieren. Jeder weiß, dass weniger mehr sein kann, aber keiner traut sich, auf diesem Feld Fortschritte zu machen. Ich fühle mich jedes mal lebendiger, wenn ich einen Umweg einschlage, die Einfachheit wiederentdecke.​

Afrika-Sudan-Sahara

 

Mehr Informationen über Anselm und seine spannende Reise finden Sie auf seiner Website anderswoinafrika.de.

Auch Sie wollen ein Abenteuer in Afrika erleben? 414 Tage mit dem Fahrrad über den ganzen Kontinent haben wir nicht im Angebot, aber dafür andere spannende Reisebausteine und Rundreisen durch verschiedene Länder.

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