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„Anden Outback Drive“ – Unsere Mietwagenrundreise durch das rote Herz Südamerikas

von Mehr Mara Großebörger Reisespezialistin

17 Oktober 2013

Auf Bergpässen und Schotterwegen, vorbei an zerklüfteten roten Felsen und meterhohen Kakteen, Western –Abenteuer, neue Bekanntschaften knüpfen in den ursprünglichen Indianerdörfern – diese Gegend im Norden Argentiniens muss eine der letzten der Welt sein, wo die Zeit stehen geblieben scheint. Unser Baustein „Anden Outback Drive“  war definitiv das eindrucksvollste Erlebnis meiner Mietwagenrundreise in Argentinien!

Durch rauschende Laubwälder in die trockene Quebrada

Ausgeschlafen und gut gestärkt begann unsere spannende Reise in die Vergangenheit morgens in Salta, wo wir unseren Mietwagen in Empfang nahmen und uns direkt auf den Weg ins südlich 156 km entfernte Dörfchen Purmamarca machten. Statt einem Schlenker über die Autobahn fuhren wir den längeren – aber dafür sicher viel interessanteren Weg – über einen Bergpass durch einen verwunschenen Primärwald. Die alten und knorrigen Bäume hier könnten sicherlich sämtliche fesselnde Geschichten über die Abenteuer vergangener Helden Argentiniens berichten…

Der Berg der 7 Farben

Der Cerro de los Siete Colores.

Wieder im Tal angekommen, wechselte die Landschaft schlagartig. War unsere Umgebung bis hierhin erfüllt von sattem Grün, Laubwäldern und Seen, so fuhren wir nun durch die Quebrada de Purmamarca mit ihren bunten und wirklich beeindruckenden Felsen und den in den Tälern liegenden Indianerdörfern. Der berühmteste Felsen, der „Cerro de los Siete Colores“, Berg der sieben Farben, thront direkt über dem kleinen 2000-Seelen-Dorf Purmamarca, wo wir auch übernachten durften. Den Abend nutzten wir, um in einem der urigen Restaurants am Plaza die Spezialität der Gegend, Lamafleisch, zu probieren. Wir wurden allerdings schnell ernüchtert, denn (Ich will hier keine allgemeine Aussage treffen, aber…) unser Lamafleisch unterschied sich kaum vom deutschen Sauerbraten. Wir gingen früh schlafen, denn wir hatten uns viel für den folgenden Tag vorgenommen:

Bunte Felsen, Salzwüste und Panflötenklänge

Bei Sonnenaufgang waren wir bereits wieder auf den Beinen, um den Cerro de los Siete Colores in seiner goldenen Morgenfrische zu bewundern. Wir wanderten auf dem 3 km langen Rundweg um die Felsen und bereuten nicht, für diesen Anblick auf das Ausschlafen verzichtet zu haben – Wir erlebten den Berg in seinem vollen und leuchtenden Farbglanz noch einmal in einer völlig anderen Stimmung wie am Abend zuvor. Nach unserem kleinen Ausflug mussten wir dann direkt wieder weiterfahren, denn wir hatten noch einen weiten Weg vor uns.

Salinas Grandes

Mit dem Mietwagen durch die unendlich scheinende Salzwüste „Salinas Grandes“

Begleitet vom Soundtrack folkloristischer Andenmusik einer CD, die wir am Tag zuvor in einem der kleinen Dörfer erworben hatten, fuhren wir also gut gelaunt über San Antonio de los Cobres zurück nach Salta. Das erste Highlight dieser Strecke tauchte direkt hinter dem Bergpass auf, den wir von Purmamarca aus überqueren mussten, wo jedoch, außer einigen neugierigen Guanacos, niemand unseren Weg kreuzte: Die Salinas Grandes, eine Salzwüste, erstreckt sich hier auf über 525 km² Fläche. Früher mal ein See, heute eine gigantische Ebene, die überzogen ist mit einer zentimeterdicken Salzkruste. Die Straße führt mitten hindurch, sodass wir die Salinas ganz einfach auch zu Fuß erreichen konnten. An einigen Stellen gibt es etwas zu essen und zu trinken, in kleinem Umfang wird hier sogar auch Salz abgebaut.

Unbeschilderte Holperpisten und der Tramper

Hinter den Salinas endete allerdings auch die geteerte Straße und ging in eine karge Piste über, auf der wir nun gut 100 km mitten durch die Prärie gen San Antonio holperten. Auf unserer Reise dorthin stießen wir mitten in der Einöde auf einen Anhalter, einen 57-jährigen, Coca-blätter kauenden Lamabauer, der mit seiner Gasflasche trampte um in San Antonio einzukaufen und dort seine monatliche Rente abzuholen. Natürlich nahmen wir ihn bis dorthin mit!

Lamabauer auf dem Weg nach San Antonio

Unser Fahrgast bis San Antonio

Hinter der kleinen Stadt erstreckt sich eine absolut beeindruckende Berglandschaft und ein Meer aus Kakteen, deren Flair wir genießen durften auf unserem Weg, an den alten Schienen des Trén a las Nubes vorbei, zurück nach Salta. Ich hatte wirklich das Gefühl, mitten in einem alten Westernfilm gelandet zu sein… Mit der Abgabe unseres Mietwagens abends in der Innenstadt Saltas endete unser kleines Abenteuer. Aber ich kann Ihnen versichern: Kein Foto oder Wort kann die Eindrücke der einzigartigen Landschaft, sowie die Begegnungen mit den Menschen und dieser natürlichen, von der Globalisierung völlig unberührten Indianerkultur gebührend beschreiben, die wir von unserer Mietwagentour im Norden Saltas mitnehmen dürfen.


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