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Wildlebende Löwen außerhalb Afrikas?

von Mehr Valerie Bold Produkt- und Projektmanager

30 Mai 2014

Unsere Produktmanagerin Valerie war schon oft in Indien und hat schon einiges auf dem Subkontinent gesehen und erlebt. Dennoch war sie erstaunt, als sie hörte, dass es Löwen in Indien geben soll. Das musste sie natürlich mit eigenen Augen sehen. Heute erzählt sie Ihnen von ihren Erlebnissen in dieser Region!

Wie sehen die denn aus? Wo soll es die geben?  Kann man die sehen?

Ich selbst war anfangs auch ziemlich überrascht, als ich hörte, dass es Löwen in Indien geben soll. Natürlich Elefanten und Tiger, sogar auch Nashörner – ja. Aber Löwen? Das war mir neu. Und viele meiner Freunde und Kollegen, mit denen ich darüber gesprochen hatte, haben mich auch erstmal ziemlich unglaubwürdig angeschaut. Einstmals überall verbreitet, sogar in Europa, ist Indien tatsächlich  heute der einzige Ort außerhalb Afrikas wo man diese Tiere noch in Freiheit sehen kann.
Also musste ich nach Indien reisen und mich selbst auf die Suche nach den großen Raubkatzen machen. In Gujarat, einem Bundesstaat in Indien, der ganz im Westen des Landes liegt und im Norden an den viel bekannteren Wüstenstaat Rajasthan grenzt, sollen sie im Gir Nationalpark leben. Und die Chancen, tatsächlich einen zu sehen, stehen angeblich nicht einmal so schlecht, immerhin leben in dem Naturschutzgebiet deutlich mehr als 300 dieser wilden Katzen. Natürlich war ich ganz gespannt und voller Hoffnung. Aber wirklich sicher, welche zu sehen, war ich nicht. Schließlich sind es freie Tiere in ihrer wilden Umgebung. Da kann nichts garantiert werden, und das ist ja auch gut so.

Im Sasangir Nationalpark

Valerie auf Safari im Sasan Gir Nationalpark

Aber ich war mir im Vorfeld sicher, dass ich, auch wenn ich keine Löwen sehen sollte, nicht enttäuscht sein würde, denn der Bundesstaat Gujarat hat die unterschiedlichsten Erlebnisse und Eindrücke zu bieten. Und das kann ich im Nachhinein nur bestätigen. In der kargen Landschaft des kleinen Rann von Kutch lebt der asiatische Wildesel und im Velavadar Nationalpark die Hirschziegenantilope mit ihren spiralförmigen Hörnern.

 

Wildesel im kleinen Rann von Kutch

Wildesel im kleinen Rann von Kutch

 

Safari Antilope

Vom Jeep aus lassen sich die Antilopen gut beobachten

 

Die Banni Dörfer in der Nähe von Bhuj ganz im Westen locken mit ihrem besonderen Kunsthandwerk, besonders die bunten Stoffe sind bekannt für diese Region und stehen in starken Kontrast zu der kargen Landschaft. Auf der portugiesisch geprägten Insel Diu herrscht eine entspannte Atmosphäre – außer auf dem Fischmarkt. Dieser findet jeden Morgen im Westen der Insel statt und Frauen verhandeln lauthals und energisch über den Fisch.

Frauen in bunten Gewändern auf einem Fischmarkt der Insel Diu

Der Fischmarkt von Vanakbari auf Diu

Ein ganz besonderer Ort Gujarats ist auch Palitana, das Pilgerzentrum für die Anhänger der Jainismus-Religion. Über 3000 Stufen führen hinauf zum Gipfel, wo 800 Tempel beieinander stehen.

Palitana Pilgerzentrum

3000 Stufen führen hinauf zum Gipfel mit 800 Tempeln

Nun aber zurück zu den Löwen! Ich hatte leider nur einen einzigen Tag Zeit, Löwen zu entdecken, denn gleich nach meiner morgendlichen Safari würde ich meine Reise auch schon fortsetzen. Also: jetzt oder nie.

Eingang Sasangir Löwensafari

Zu Beginn der Safari begrüßt mich schon ein mal ein gemaltes Exemplar

Mein privater Fahrer, der mich sicher und immer mit einem Lächeln im Gesicht durch den ganzen Bundesstaat fuhr, hatte für mich einen Jeep mit Fahrer und Guide organisiert. Eine Foto-Genehmigung musste ich mir noch vor Ort kaufen: 600 Rupien, also mehr als 7€. Ganz schön happig für Indien, aber natürlich habe ich eine gekauft. Ich wollte ja schließlich Beweisfotos machen!

Schild Do's and Don'ts im Park

Do’s and Don’ts im Sasan Gir Nationalpark

Um 6.30 Uhr in der Früh ist Einlass. Mit mir warteten noch 14 weitere Jeeps darauf, in den Park hineinzufahren um sich auf die Suche nach den Katzen zu machen. Das Gute ist, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Genehmigungen pro Tag gibt. Und wenn man erst mal im Park ist, folgen die Jeeps verschiedenen, festgelegten Routen. Sowird vermieden, dass man zu oft auf andere Touristen trifft. Ich hatte innerlich versucht mich darauf vorzubereiten, vielleicht keinen einzigen Löwen zu sehen, und war gerade dabei, mir aufmunternde Sprüche zu überlegen, falls der Fall eintreffen sollte. Aber plötzlich ging alles schnell, die Aufregung war groß und vor mir sah ich andere Touristen in Beobachtungsposition: alle stehen im Jeep, Kopf nach links gedreht und Fotoapparat beziehungsweise Fernglas vor den Augen. Und ja tatsächlich, da hinten trottet gemütlich ein stolzes, männliches Exemplar durch das Gebüsch. Es gibt sie also wirklich, die Löwen in Indien!

Löwe hinter Baum im Gir Nationalpark

Der erste Löwe, den ich in Indien gesehen habe!

Den Löwen schien es gar nicht zu stören, dass er von neugierigen indischen und ausländischen Touristen beobachtet wird. Es kamen auch immer mehr Jeeps an diesen Ort, um sich in eine günstige Position zu  bringen. Dank des Mobiltelefons! Die Guides sind alle immer bemüht und teilen ihren Kollegen mit, wenn sie etwa einen Löwen oder Leoparden entdeckt haben. Glückliche, zufriedene Gäste bedeuten ja auch ein besseres Trinkgeld – eine klassische Win-Win-Situation. Wir haben den Löwen knapp 10 Minuten beobachten können. Er ist etwas rumspaziert, hat sich hingelegt, hat noch etwas aus dem künstlichen Wasserloch geschlabbert.

Löwe am künstlichen Wasserloch

Der Löwe am künstlichen Wasserloch

Irgendwann wollte er wohl doch seine Ruhe haben. Mit einem etwas heiseren Brüllen hat er sich verabschiedet und ist im Gebüsch verschwunden. Weg war er. Und dafür ein Schmunzeln auf meinem Gesicht.

Zurück auf unserer Route ging es noch gut zwei Stunden weiter durch den Busch. Einerseits war ich natürlich sehr glücklich, einen Löwen gesehen zu haben, aber ein zweiter oder dritter und vielleicht ein junger wären auch nicht schlecht. Um es Ihnen vorweg zu nehmen, nein, ich habe keinen weiteren mehr gesehen. Aber nun, im Nachhinein, wenn ich mir an meinem Bürotisch die Bilder des einen Löwen ansehe, freue ich mich umso mehr über diesen! Dennoch hat mir auch der letzte Teil der Safari sehr gut gefallen, denn es wimmelt nur so von Tieren im Gebüsch und Vögeln in der Luft. Hirsche, Nilgauantilopen, Leoparden (OK, den habe ich auch knapp verpasst). Die Namen der ganzen Vogelarten konnte ich mir nicht merken.

Eine echte Safari mit wilden Tieren und allem was dazugehört – Ein rundum ein tolles Erlebnis!

 

Viele Grüße,

Valerie


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