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La Paz und das wahre Leben in der Stadt

9 Oktober 2016

Unsere Kundin Julia war in diesem Jahr mit uns in Bolivien unterwegs und lässt uns hier an ihren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben. Lest selbst, was sie an der Stadt hoch oben in den Anden so fasziniert hat:

 

Ein Tag in der südamerikanischen Stadt La Paz

„Day at leisure“ sagte uns das heutige Programm des Erlebe-Fernreisen Bausteins „Easy Going La Paz“. Besonders in Städten sind solche Tage unsere liebsten, denn sie bedeuten Zeit, sich treiben zu lassen, Zeit für Begegnungen und Zeit, einen Ort und seine Menschen zu erleben.

Nach einem guten Frühstück im Restaurant des Hostal Naira – unbedingt eins der romantischen Zimmer mit Steingewölbe im EG des überdachten Innenhofs reservieren! – ging es ins bunte Treiben:

Erster Anlaufpunkt, der Hexenmarkt „Mercado de Hechiceria“, gelegen Ecke Avenida Santa Cruz/Illampu. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages brechen durch die Abgaswolken der vorbeifahrenden, überfüllten Kleinbusse und LKW und tauchen die Marktstände, an denen Frauen alles Mögliche für Zauberkunst, obskure Riten und traditionelle Heilkunst feilbieten, in ein ganz besonderes, weiches Morgenlicht. Wer die Stände, an denen u.a. zahlreiche Lama-Embryos ausgestellt/aufgehängt sind, fotografieren will, muss schnell sein, bevor einen die Marktfrauen lautstark davon abhalten wollen.

Zentrum von La Paz

Reges Treiben im Zentrum von La Paz

 

Der Hexenmarkt von La Pas

Der Hexenmarkt in La Paz

Wunderschöne, bunte Häuser aus der Kolonialzeit gibt es in der Calle Jaén zu sehen, einer kleinen, verschlafenen Gasse mit ein paar Museen. Einige Alte sitzen an diesem Morgen eingangs der Gasse auf Bänken in der Sonne, unterhalten sich und scherzen mit den wenigen, vorbei laufenden Touristen. Südamerika-Feeling at its best! Hier scheint das Leben in Ordnung zu sein.
Vorbei am Teatro Municipal, geraten wir plötzlich in einen Menschenauflauf. Eine Straße ist von der Polizei mit Schutzschilden und einem Wasserwerfer fast komplett abgeriegelt. Dahinter Zelte, Reporter, Kinder und Erwachsene mit Behinderungen.

proteste-la-paz

Protest in La Paz

Wir bahnen uns einen Weg durch die Menschen, die Stimmung wirkt friedlich, und kommen mit einer Frau ins Gespräch, die uns erklärt, dies sei der Abschluss eines Protestmarsches von Behinderten, die in Bolivien für eine bisher nicht vorhandene Behindertenrente kämpften. Viele dieser Menschen leben daher auf der Straße vom Betteln, ohne jegliche staatliche finanzielle Unterstützung. Wir dürfen fotografieren und verschenken unsere restlichen Kekse an ein paar Kinder, bevor wir nachdenklich weiter gehen.

Nur einen Block weiter, am bekannten Plaza Murillo mit Blick auf die schön erhaltenen Kolonialgebäude des Regierungssitzes, lassen wir das gerade Erlebte Revue passieren. Wie so oft in diesen Ländern liegen bittere Armut, Leid und Prunk direkt nebeneinander und man bekommt wieder ein Gefühl dafür, wie gut es uns in Deutschland wirklich geht.

Plaza Murillo

Die Plaza Murillo

Zur kurzen Erholung, und weil der Laden wirklich unschlagbar gut aussieht, kehren wir, direkt um die Ecke auf der Calle Comercio, bei „The Writers Coffee“ ein. Das Ambiente ist toll, die Auswahl an Kaffee-Kreationen ist riesig und auch der Kuchen schmeckt fantastisch. Eine absolute Empfehlung für jeden La-Paz-Besuch! Vom Chef persönlich, einem Boliviano, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat, bekommen wir den Tipp, mit der roten Seilbahnlinie ins oberhalb der Stadt La Paz gelegene El Alto zu fahren. „It´s safe, don’t worry!“

Ausblick über La Paz

Spektakulärer Ausblick über La Paz

Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zur Talstation, zahlen am Schalter 3 Bolivianos pro Ticket – umgerechnet 40 Cent – und schon sitzen wir in einer sauberen, neuen Gondel und genießen die traumhafte Aussicht auf den schneebedeckten Hausberg Illimani und das unter uns liegende Häusermeer der 2-Mio.-Stadt La Paz. Oben angekommen, auf immerhin 4100m Höhe, wird man mit einem spektakulären Blick über die gesamte Stadt belohnt.

Wir verlassen das Seilbahnterminal und schlendern, die dünne Luft spürend, ein bisschen durch El Alto, vorbei an Fußball spielenden Männern, einer Klasse Mädchen, die gerade Sportunterricht hat, und zahlreichen Frauen an kleinen Grills vor staubigen Baracken, die verschiedenste Kleinigkeiten anbieten. Wir entscheiden uns für zwei Tüten Popcorn. Die Mädchen im Teenageralter sind begeistert von Daniels Kamera. Wir unterhalten uns ein bisschen, es gibt viel Gekicher und dann Gruppenposen für ein paar Fotos. Viele Touristen scheinen sich bis hierhin nicht zu verirren, das wird auch im Gespräch mit den Mädchen deutlich.

 

El Alto, La Paz

El Alto – ganz anders als der Talkessel

Besuch des Cementerio General

Auf der Rückfahrt steigen wir noch kurz an der Mittelstation, am riesigen Cementerio General, aus. Anders als in New Orleans, wo man die Friedhöfe nur noch mit Führungen besuchen kann, darf man hier völlig ungestört durch unendlich viele Gänge laufen und verschiedenste, oft sehr persönliche Grabbeigaben hinter gläsernen, abschließbaren Grabsteinen bewundern.

Cementerio

Die kleinen Gräber des Cementerio General

Da die Gegend um den Friedhof als recht gefährlich gilt, sind wir noch vor Einbruch der Dunkelheit weiter hinab gefahren. Zu unserer Überraschung hat sich das Zentrum der Stadt während unserer Abwesenheit in eine große, überlaufene Festmeile verwandelt.

Uniparade in La Paz

Farbenprächtige Parade durch die Straßen von La Paz

Alles scheint auf den Beinen zu sein, um einem karnevalsähnlichen Umzug der Universität, mit Samba tanzenden Fußgruppen, Musikkapellen und geschmückten Wagen, zuzujubeln. Hunderte Essensstände, Feuerwerk und Feier bis spät in die Nacht. Ein großartiger Abschluss für solch einen erlebnisreichen Tag.


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