Kyoto Sehenswürdigkeiten: Die tollsten Ausflüge in der Metropole

von Mehr Verena Huhn Produkt- und Projektmanager

9 Dezember 2019

Bereits bei den ersten Gedanken zur Planung ihrer Japan Reise stand für Verena fest: Sie möchte mindestens drei Tage in Kyoto verbringen. So hatte sie genügend Zeit, um all die Sehenswürdigkeiten der ehemaligen Hauptstadt zu erkunden und einige Touren und Ausflüge zu unternehmen. 

Von einer früheren Reise, bei der ich nur einen Tagesausflug nach Kyoto unternommen hatte, wusste ich, dass sich die ehemalige Kaiserstadt über ein großes Gebiet erstreckt und die vielen Tempel und buddhistischen Anlagen zum Teil relativ weit von einander entfernt liegen. Auch die vielen Geschichten und Geheimnisse, die sich um die Geisha Tradition ranken, sollten auf dieser Reise geklärt werden.

Fahrradtour zu einigen Kyoto Sehenswürdigkeiten

Eine Fahrradtour, die es ermöglicht, schnell und bequem von einem Höhepunkt zum nächsten zu gelangen, und eine tolle Reiseleiterin, die viele Einblicke in die Geschichte und auch das moderne Leben von Kyoto gibt, war für mich die optimale Wahl, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Kyoto Sehenswürdigkeiten: Fahrradtour durch die Stadt

In einer kleinen Gruppe von sechs Reisenden radelten wir los. Sobald wir von der Hauptstraße in eine der vielen kleinen Seitengassen abbogen, waren kaum noch Autos unterwegs und das Fahrradfahren wirklich angenehm. Erster Stopp war der Higashihonganji Tempel, bei dem unsere Guide Sofia – natürlich hat sie auch einen japanischen Namen, dieser war aber etwas schwierig auszusprechen, so dass sie sich selbst den Namen Sofia gegeben hat – uns in die verschiedenen Glaubensrichtungen Buddhismus und Shinto einführte. Bereits am Äußeren eines Tempels ist zu erkennen, zu welcher Religion er gehört: Statuen von Buddha und anderen Gottheiten gibt es nur in buddhistischen Tempeln. Große, zum Teil rote Tore sind Merkmale der Shinto Tempel. Auch hat der Brauch, sich vor dem Betreten einer Anlage zu reinigen, seinen Ursprung im Shinto Glauben. So werden vor dem Eintreten die Hände und der Mund gewaschen.

Der nächste Abschnitt unserer Tour führte uns durch Miyagawa und Gion. Die Stadtteile, die für die Geishas bekannt sind. Hier lernten wir, dass Geishas, die sich noch in der Ausbildung befinden, Maikos genannt werden und für die Dauer der Lehre gemeinsam wohnen und Kost und Logis gestellt werden. Da es allerdings ein sehr anstrengendes Training, mit den Disziplinen Tanz, Gesang, Musik und Konversation, ist, gibt es heutzutage nur noch wenige japanische Mädchen, die sich für diesen Lebensweg entscheiden. Früher wurde die Unterhaltung durch Geishas oft noch von großen japanischen Firmen bezahlt. Durch den westlichen Einfluss hat sich das in den letzten Jahren merklich verändert und die Zahl der Geishas geht immer weiter zurück.

Umso überraschter war ich, als wir an dem Kamogawa Fluss vielen Frauen in Kimonos und mit aufwendigen Frisuren begegneten. Diese Japanerinnen seien keine Geishas, sondern würden sich für besondere Anlässe nur so kleiden. Der besondere Anlass zu unserer Reise war die Golden Week. Das ist die Woche, in der mehrere Feiertage sind und viele japanische Familien diese Zeit für Ausflüge und kurze Reisen nutzen. Zudem fand im Jahr 2019 am 1. Mai der Wechsel von der Kaiser Ära Heisei zur neuen Ära Reiwa statt. Der alte Kaiser dankte ab und sein Sohn übernahm den Kaisertitel. Ein besonderes Ereignis, da bisher ein Kaiser nicht abdanken konnte, sondern erst mit dem Tod der Titel an den Nachfolger überging.

An der 5-stöckigen Pagode, die wir während der Tour sahen, boten sich ebenfalls viele Fotomotive für Frauen in Kimonos. Die halbtägige Tour mit vielen Stopps und noch mehr Erkenntnissen und Einblicken, ein echtes Kyoto Highlight, ging wie im Flug vorbei und endete mit einem Mittagessen auf Empfehlung von Sofia.

Traditionelle Tee-Zeremonie

Für den Nachmittag stand keine Sehenswürdigkeit auf dem Programm, sondern ein weiteres kulturelles Kyoto Highlight: Eine traditionell japanische Teezeremonie.

Kyoto Sehenswürdigkeiten: Traditionell japanische Tee-Zeremonie

Ich muss gestehen, als ich erfuhr, dass die Zeremonie nicht in einem der vielen Gärten oder in einem der Teehäuser, sondern in dem Flagship Geschäft von Fukujuen, einem großen Teehändler, stattfindet, war ich zunächst ein klein wenig enttäuscht. Im Nachhinein war dies allerdings die perfekte Einführung in die höchst traditionelle und religiöse Kultur der Teezeremonie. Warum? Das hat mehrere Gründe.

Erstens: Bei der Teezeremonie geht es um weit mehr als „Tee trinken“. Es gibt Verhaltensregeln für alles – und diese beginnen, bevor das Teehaus überhaupt betreten wird. Bei meiner Teezeremonie war ich in dem Fukujuen Geschäft, in dem ein Teehaus nachgebaut worden war, in einer „sicheren“ Umgebung. Wenn nicht jeder Griff gesessen und jede Bewegung den Vorgaben entsprach, dann war das hier nicht ganz so schlimm.

Zweitens: Bei meiner Einführung habe ich unheimlich viel erklärt bekommen – auf Englisch. Ganz abgesehen davon, dass es als Tourist sowieso schwierig gewesen wäre, an einer wirklichen Teezeremonie teilzunehmen, so hätte ich nie all die Erklärungen in diesem Umfang bekommen.

Drittens: Ich konnten so viele Frage stellen, wie ich wollte.

Auch die Teezeremonie, wie sie heute noch in Japan gefeiert wird, geht auf den Shinto Glauben zurück. So werden vor der Teezeremonie die Hände und der Mund gewaschen. Das Teehaus wird durch eine kleine Schiebetür betreten. Das Öffnen der Tür hat ebenso Regeln, wie das richtige „Hineinrutschen“ und anschließende Sitzen.  Im Inneren des Teehauses wird dann der grüne Tee zubereitet – das Ausschenken des gereinigten Wassers, das Löffeln des Teepulvers, das Rühren des Tees, das Überreichen und die Danksagung – alles hat seine Regeln. Und all das, bevor ich überhaupt einen ersten Schluck geschlürft habe! Es war wirklich einmalig, diese Einblicke zu bekommen, und der Tee war natürlich köstlich …

Kyoto Sehenswürdigkeiten: Grüner Tee
Grüner Tee nach japanischer Tradition

Die Tempel von Kyoto – jeder davon eine einzigartige Sehenswürdigkeit

Mit vielen neuen Einblicken und dem Gelernten des bisherigen Tages, besuchte ich am späten Nachmittag den Ginkakuji Tempel, der auch Tempel des Silbernen Pavillons genannt wird. Dieser gilt als ein der bekanntesten Kyoto Sehenswürdigkeiten – und das zu Recht. Obwohl er Silberner Pavillon heißt, ist er doch „nur“ aus Holz. Ashikaga Yoshimasa ließ Ginkakukji als Alterssitz bauen. Er starb allerdings vor der Vollendung und aus diesem Grund wurde die finale silberne Schicht nie angebracht. Nach seinem Tod wurde er zu einem Zen Tempel und so finden Sie – auch typisch für Zen – in dem Garten des Tempels einen Sandgarten mit einem Hügel, der Mount Fuji repräsentiert.

Kyoto Highlights: Ginkakuji Tempel

Denke ich an Kyoto und die Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt besuchen wollte, so stand auf der Liste auch der Kiyomizu Tempel. Das Besondere an diesem Tempel, der seinen Namen von einem Wasserfall, der hier hinabfliesst, bekommen hat, ist seine Lage am Hang über der Stadt. Um den Tempel läuft eine große hölzerne Balustrade, die einen herrlichen Blick auf Kyoto bietet. Wenn Sie zudem von dem Wasser des Wasserfalls trinken, können Sie sich auf Gesundheit und ein langes Leben einstellen, denn dem heiligen Wasser werden heilende Kräfte zugesprochen.

Für den nächsten Tag plante ich den Besuch von zwei weiteren Kyoto Tempeln: Zum einen dem Ryoanji Tempel mit dem berühmten Zen Stein Garten und dem Goldenen Pavillon, auch Kinkakuji genannt.

Der Zen Garten des Ryoanji Tempels faszinierte mich, seit ich zum ersten Mal davon gelesen hatte: In einem Rechteck aus Kieselsteinen wurden 15 verschieden große Steine platziert. An sich vielleicht noch nicht so spektakulär. Allerdings ist es so, dass egal an welcher Stelle Sie um den Garten herumstehen, werden Sie immer nur 14 Steine erblicken – und müssen sich selbst als den 15. Stein sehen, um das Bild zu vervollständigen. Probieren Sie es aus!

Ryoanji Zen Garten
Kyoto Sehenswürdigkeiten: Zen Garten des Ryoanji Tempels

Eine Reise nach Kyoto darf nicht zu Ende gehen, ohne den Kinkakuji Tempel besucht zu haben. Wie der Name „Goldener Pavillon“ schon verrät: Es ist golden. Und da er an einem Teich erbaut wurde, spiegelt er sich in dem Wasser und der goldene Effekt wird nochmals verstärkt. Wie bereits erwähnt, besuchte ich Kyoto während der Golden Week. Den Golden Pavillon besuchte mit mir gefühlt halb Kyoto. Es war unheimlich viel los und die besondere Atmosphäre, die ich hier bei meinem ersten Besuch vor elf Jahren gespürt hatte, ging mit den vielen Menschen leider ein wenig verloren. Was nicht verloren ging, ist die Erkenntnis, wieso der Kinkakuji eine UNESCO Weltkulturerbestätte ist. Er ist wirklich einfach einmalig schön.

Kyoto Sehenswürdigkeiten: Kinkakuji-Tempel

 

Eine andere Art von Sehenswürdigkeit: japanisches Essen

Wenn Sie durch die japanischen Städte laufen – unabhängig davon, wie groß oder klein sie sind, werden Sie immer dieses Bild vorfinden: In den Fenstern der Restaurants hängen Bilder der Speisen oder Nachbildungen aus Plastik. Ich bin der Meinung, dass das echte japanische Essen auch eine Art Sehenswürdigkeit und auf alle Fälle ein guter Grund ist, nach Japan zu reisen. Um nicht nur während der Reise in den Genuss der abwechslungsreichen und wunderschön angerichteten Gerichte zu kommen, nahm ich an einem Kochkurs teil, sodass ich diese zuhause nachkochen kann, wann immer ich mag.

Ziel des Vormittags war es, meine eigene Bento Box mit verschiedenen kleinen Gerichten vorzubereiten. Meine Lehrer – im japanischen Sensei genannt – waren für den Vormittag Koko und Hikari. Ausgestattet mit einer Kochjacke machte ich mich zusammen mit den anderen Teilnehmern ans Werk. Dazu gehörten das Blanchieren von Spinat, Rollen der Makis, Frittieren von Tempura und Rühren des Teriyaki Hähnchen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich mich daran zurückerinnere! Ich finde, dass das Essen, die Art der Zubereitung und die Präsentation der Gerichte eine Menge über ein Land und die Kultur aussagen und im Fall von Japan trifft das genau zu. Der sorgfältige Umgang mit den gesunden Zutaten, die vielfältigen Zubereitungsmethoden und das kunstvolle Anrichten: Anmut und Präzision in jedem Handgriff. Es war eine großartige Erfahrung – und lecker war es auch!

Bentobox Kochkurs

Rückblickend habe ich die Tage in Kyoto genauso verbracht, wie es mir gewünscht hatte: mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Kultur, Traditionen, atemberaubenden Tempeln und faszinierenden Einblicken in das alte und moderne Japan. Eine tolle Balance aus Kyoto Sehenswürdigkeiten erleben und in die Kultur eintauchen.

Wenn wir Sie für eine Reise nach Kyoto begeistern konnten und Sie jetzt auch Lust haben, mit dem Fahrrad die Tempel der alten Hauptstadt zu erkunden, an einer Teezeremonie teilzunehmen oder in einem Kurs die Kunst der japanischen Küche zu erlernen, finden Sie nachfolgend unseren Kyoto-Baustein, den Sie in ihre Japan Rundreise mit einbauen können. 

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