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Kolumbien: Ciudad Perdida – Die Verlorene Stadt in der Sierra Nevada

von Mehr Marc Brouwers Reisespezialist

3 Dezember 2018

Die Ciudad Perdida im Norden Kolumbiens ist neben dem Machu Picchu eine der größten wiederentdeckten präkolumbischen Stätte Südamerikas. Die Verlorene Stadt, wie sie auch genannt wird, wurde erst 1975 von Grabräubern gefunden und geplündert. Sie liegt versteckt in den Wäldern der Sierra Nevada de Santa Marta und ist durch ein mehrtägiges Trekking zu erreichen. Dies war auch hauptsächlich der Anreiz von Reisespezialist Marc nach Kolumbien zu reisen.

 

Tag 1:

Das Abenteuer startete um 08:30 Uhr mit einer Fahrt in einem Allradwagen von Santa Marta zum Mamey Sektor (Machete Pelao), wo wir uns mit einem Mittagessen noch einmal richtig stärken konnten.

Allradwagen Kolumbien Trekking

Mit dem Allradwagen starteten wir aus Santa Marta

Wir – das war eine Gruppe aus insgesamt 12 Personen; zwei Briten, zwei Deutsche und acht Kolumbianer, wovon José unser indigener Guide und der englisch sprechende Übersetzer Camillo waren. Gestärkt und begleitet von einer schönen Mittagssonne begannen wir mit dem Trekking. Das Ziel war das Camp „Adans Cabin“  in etwa 7,6 Kilometern Entfernung.

Der Anfang war recht flach und wir konnten ganz gemütlich wandern. Dies änderte sich nach etwa einer Stunde, wo es teilweise steil bergauf ging und uns die Mittagshitze zu schaffen machte. Durch mehrere Trink- und Esspausen (frische Melonen) und dem abkühlenden Nachmittagsregen, erreichten wir dann schließlich ein Camp, wo wir alle dachten – endlich geschafft. Doch unser Guide schickte uns weiter und wir mussten nach kurzer Zeit gezwungenermaßen schon wieder eine Pause einlegen. Schuld daran war ein stark strömender Fluss, der laut unserem Übersetzer wohl sonst nur ein knöcheltiefes Flüsschen sein soll.

Überrascht guckten wir uns in der Gruppe an als unser Guide meinte: „Unser Camp liegt auf der anderen Seite, wir müssen auf jeden Fall da durch.“ Immer wieder kamen Einheimische aus dem nahegelegenen Dorf vorbei und spannten schließlich nach einer Stunde ein Seil von der einen auf die andere Seite. Nun hieß es für uns Rucksack auf den Kopf und ab durch das brusthohe strömende Wasser. Glücklich und durchnässt kamen wir mit Hilfe der Dorfbewohner auf die andere Seite und erreichten wenige Minuten später unser lang ersehntes Camp. Wir sprangen unter die kalte Dusche, aßen noch zu Abend und fielen nach einem Trekking von etwa 6-7 Stunden direkt ins Bett.

Camp Trekking Kolumbien

Unser Camp am ersten Tag

Tag 2:

Den zweiten Tag begannen wir um 5:30 Uhr mit einem typisch kolumbianischen Frühstück. Das heutige Zwischenziel war ein etwa 5,0 Kilometer langer Trek bis zum Camp „Wiwa Cabin“, einer indigenen Gemeinde von Wiwa in einer Höhe von 450 Metern über dem Meeresspiegel. Die Wanderung begann erneut sehr angenehm und steigerte sich nach und nach. Unterwegs konnten wir den großen Reichtum der Flora und Fauna beobachten sowie viele tolle Panoramaausblicke über die Sierra Nevada genießen.

Sierra Nevada Aussicht

Unterwegs konnten wir viele tolle Ausblicke genießen

Der Weg führte über Stock und Stein und an einem indigenen Dorf vorbei, wo unser Guide viel über die Lebensweise und Rituale der Indianer erzählt hat. Am Mittag erreichten wir dann das Camp, wo wir uns an einem Wasserfall ausruhen und abkühlen konnten. Anschließend wanderten wir dann von der Wiwa Cabin zum dritten Camp „Paraiso Teyuna Cabin“ etwa 9,6 Kilometer entfernt. Es befindet sich 830 Meter über dem Meeresspiegel und ganz in der Nähe von der Ciudad Perdida, der heiligen Stadt der Tayrona. Während des Trekkings ging es wie jeden Tag bergauf, bergab, durch knöcheltiefe Flüsse und über Stock und Stein. Wegen der täglichen Mittagssonne freuten wir uns über jeden kleinen Schauer oder Fluss, wo wir uns kurz abkühlen konnten. Nach etwa 9 Stunden kamen wir durchgeschwitzt in unserem Camp an und legten unsere Klamotten ab. In der Gruppe spürte man schon eine gewisse Anspannung und Vorfreude auf den nächsten Tag. Unser Guide erzählte uns noch ausführlich über die Verlorene Stadt und die heilige Bedeutung für die einheimischen, indigenen Gemeinschaften. Nach dem Abendessen war auch direkt wieder Schlafenszeit. Der Schlafplatz war etwas speziell und nicht wie gewohnt aus einem Hochbett mit Matratze, sondern bestand aus einer einfachen Hängematte mit Moskitonetzen.

Kolumbien Trekking Indianerdorf

Der Weg führte an einem indigenen Dorf vorbei

Tag 3:

Wir alle in der Gruppe waren uns am nächsten Morgen einig, wie ungemütlich die Nacht und schlecht der Schlaf war. Nichtsdestotrotz war der dritte Tag der Tag, auf den wir so lange hin gefiebert hatten, denn das Ziel war die Verlorene Stadt. Die Ciudad Perdida und uns trennten nur noch ein 1,2 Kilometer langer Trek mit der Durchquerung zweier Flüsse und 1.200 Stufen.

Ciudad Perdida Stufen

Die letzten Stufen bis zum Ziel

Oben an der ersten Terrasse angekommen, ruhten wir uns erst einmal aus und warteten bis die Gruppe komplett war. Ehrlich gesagt war ich von der ersten Terrasse etwas enttäuscht und dachte das wäre schon alles gewesen. Doch nach einer kurzen Einführung und einem Spaziergang von 15 Minuten standen wir auf einmal an diesem magischen Ort, wovon ich immer nur gehört hatte.

Kolumbien Ciudad Perdida

Angekommen in der Ciudad Perdida

Reisegruppe Ciudad Perdida

Unsere Reisegruppe

Aussicht Ciudad Perdida

Es bot sich eine tolle Aussicht

Wir hatten 2,5 Stunden, um die Landschaft und den Ausblick zu genießen sowie unvergessliche Fotos zu machen. Unser Guide erzählte uns auch hier wieder viel über den heiligen Ort und die Geschichte der indigenen Bevölkerung. Beispielsweise ist es so, dass je höher die Terrasse liegt, umso höher war sein/ihr Rang in der Gemeinschaft. Am Mittag ging es wieder die 1.200 Stufen runter und durch die Flüsse zurück zum Camp „Paraiso Teyuna“. Hier aßen wir noch zu Mittag und starteten anschließend noch sehr beeindruckt mit dem Rückweg zum gestrigen Zwischenziel, dem Camp „Wiwa Cabin“. Nach einem ereignisreichen und langen Tag blieben uns nur noch das Abendessen und das wohlverdiente Bett.

Tag 4:

Für den heutigen Tag stand eigentlich Ausschlafen auf dem Programm. Daraus wurde nichts, weil die Briten ein viertägiges Trekking gebucht hatten und sie schon frühmorgens zurück in Richtung Zivilisation wandern mussten. Als zusammengeschweißte Gruppe hatten wir entschieden noch gemeinsam zu frühstücken und uns anschließend zu verabschieden. Während die Briten also schon loswanderten, verbrachten wir den ganzen Vormittag an einem Fluss und sammelten noch einmal Kraft für die letzten beiden Tage.

Fluss Ciudad Perdida

Den Vormittag verbrachten wir entspannt an einem Fluss

Nach dem Mittagessen packten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg zum ersten Camp „Adans Cabin“. Hier konnten wir den Nachmittag frei gestalten und Fotos von den bunten Papageien und der Umgebung machen. Am Abend stand dann eine Zeremonie am Lagerfeuer auf dem Plan. José erzählte uns spannende Geschichten über die indigenen Völker, Rituale und sein früheres Leben in der Wiwa-Gemeinde. Gerührt von seinen Erzählungen machten wir uns bettfertig und fielen wenig später in den Schlaf.

Tag 5:

Frühmorgens ging wie immer der Wecker und wir starteten mit unserem Trekking. Nur wenige Minuten später erreichten wir den brusthohen Fluss von Tag 2. Wir blieben stehen, schauten uns ungläubig an und mussten lachen. Denn an diesem Tag konnten wir gemütlich über einen Stein auf die andere Seite springen ohne nass zu werden. Anschließend merkte man bereits eine gedrückte Stimmung. Wir wussten es ist der letzte Tag und das große Abenteuer geht zu Ende. Deswegen nutzten wir noch die gemeinsame Zeit und wanderten geschlossen in der Gruppe zum Ausgangspunkt und Start des Trekkings.

Trekking Ciudad Perdida

Auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt

Von hier ging es nach dem Mittagessen mit dem Allradwagen zurück nach Santa Marta, wo wir uns alle voneinander verabschiedeten. Zum Abschluss muss ich sagen, dass ich nicht nur die atemberaubende Natur Kolumbiens, sondern auch ganz tolle Menschen kennenlernen durfte. Wenn also auch ihr begeisterte Wanderer seid, dann kann ich euch das fünftägige Trekking nur ans Herz legen.

 

Meine Packliste für die Ciudad Perdida

  • Einen mittleren Trekking-Rucksack
  • Feste Wanderschuhe oder Sportschuhe mit Profil
  • Taschenlampe
  • Mückenspray
  • Sonnencreme
  • 2 Ein-Liter-Flaschen zum Nachfüllen
  • Kulturbeutel (Medikamente, Blasenpflaster etc.)
  • Wasserdichter Beutel
  • Kamera
  • Lange Leggins/ Hose
  • Kurze Sporthose
  • T-Shirts zum Schlafen
  • T-Shirt aus Merinowolle zum Wandern
  • Mikrofaserhandtuch (trocknet schneller)
  • Socken aus Merinowolle
  • Lange Jogginghose für abends
  • Badesachen
  • Kopfbedeckung

 

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise nach Kolumbien geweckt wurde, schauen Sie sich gerne unsere Rundreisen und Reisebausteine an.


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