Die Gaspésie im September – Ein Traum in bunt!

von Mehr Steffi Kaiser Reisespezialistin

14 Januar 2020

Ein Ausflug auf die kanadische Halbinsel Gaspésie im September bietet atemberaubende Landschaften und menschenleere Wanderwege. Auf ihrer dreiwöchigen Reise durch den Osten Kanadas konnte unsere Reisespezialistin Steffi das Naturspektakel des kanadischen Indian Summers hautnah erleben.

Im Landeanflug auf Toronto schaute ich schon ganz aufgeregt aus dem Fenster und war beinahe enttäuscht, als ich das viele Grün unter mir sah. Inspiriert von den vielen tollen Indian-Summer-Bildern aus Québec und Ontario waren wir extra erst Mitte September Richtung Ostkanada aufgebrochen, um die faszinierenden Herbstfarben auch einmal live zu erleben. Von den Kanada-Reisespezialisten hatten wir uns eine Route zusammenstellen lassen, die in Toronto starten und uns über Québec bis zur Gaspésie-Halbinsel führen sollte – die abgelegene und weniger touristische Gaspésie stellte ich mir ganz besonders spektakulär vor! Und jetzt war hier alles grün?

Nun ja, es war ja erst der Beginn einer knapp dreiwöchigen Reise und der südlichste Punkt unserer Reise – und was war an grünen Bäumen in der Stadt eigentlich auszusetzen? Toronto war ein entspannter Start der Tour. Die lebendige und internationale Stadt ist durchzogen von beeindruckender Street Art, hervorragenden Restaurants und gemütlichen Cafés und das Wetter war sonnig und für Mitte September ungewöhnlich warm.

Toronto Stadt

Wir waren aber wegen der Natur hierhergekommen, also ging es nach einem Tag mit dem Mietwagen los auf unseren geplanten Roadtrip. Über Niagara Falls, den Algonquin Provincial Park, Ottawa, die Nationalparks La Mauricie und des Grands-Jardins, Québec und den Küstenort Tadoussac überquerten wir schließlich nach gut zehn Tagen mit der Fähre den Sankt-Lorenz-Strom und waren endlich angekommen…

 

Auf der wildromantischen Halbinsel Gaspésie

Mittlerweile war es um uns herum sehr bunt geworden und jede Autofahrt hier oben wurde zu einem farbenfrohen Erlebnis. Hinter jeder Kurve und nach jedem Hügel veränderte sich das Bild und die gelben, orangefarbenen, roten und violetten Bäume leuchteten in der tief stehenden Herbstsonne. Kein noch so gut bearbeitetes Bild kann diese einmalige Schönheit unserer Natur widerspiegeln!

Natur auf der Halbinsel Gaspésie

Wir wollten die Halbinsel einmal umrunden und so führte uns unsere Route von Matane über Percé nach Bonaventure und dann wieder zurück zum Sankt-Lorenz-Strom. Hier oben waren kaum Touristen unterwegs und wir genossen die Ruhe in den Dörfern und Wäldern. Beim Wandern haben wir manchmal den halben Tag keine Menschenseele getroffen und hatten die Natur ganz für uns alleine.

Von Matane fuhren wir knapp 160 Kilometer an der Küste entlang und die Sonne tauchte die Wälder rechts von uns in ein traumhaft schönes Licht. Von Anfang an war klar, dass ich diesen Teil der Strecke als Beifahrer erleben wollte. Auch wenn sich die Landschaft im Grunde zwei Stunden lang nicht wirklich veränderte, kam ich doch aus dem Staunen nicht mehr heraus. Links von mir die sanften Wellen des Sankt-Lorenz-Stroms, aus denen jeden Moment ein Wal auftauchen könnte, rechts von mir die Bäume, die von sattem Grün bis zu herrlichen Herbstfarben alles boten und immer wieder süße, kleine Leuchttürme auf dem Weg – an selbst fahren war für mich hier gar nicht zu denken.

Knapp 100 Kilometer von Matane entfernt, befindet sich der Nationalpark Gaspésie, dem wir natürlich auch einen Besuch abstatteten. Am Informationszentrum holten wir uns Wanderkarten und die besten Tipps für kurze Wanderwege mit hohen Chancen Elche zu sehen – schließlich hatte ich noch nie zuvor einen echten Elch gesehen. Auf dem Weg von einem Wanderweg zum nächsten stand er dann hinter einer Kurve einfach so vor uns, mitten auf dem Weg: Ein echter, lebendiger, riesengroßer Elch! Da das Tier uns erst gar nicht bemerkte, konnten wir im Schritttempo mit genügend Abstand eine Weile hinter ihm herfahren, bis er dann doch einmal den Kopf drehte und dann ziemlich schnell wieder im Dickicht verschwand. Wie können Elche mit einem so mächtigen Geweih sich bloß in so dichten Wäldern bewegen? Nach dieser Begegnung konnte der Tag gar nicht mehr besser werden und so verließen wir den Park kurze Zeit später wieder, um unseren Weg nach Percé fortzusetzen.

Nach etwa einer Stunde auf der Küstenstraße 132 beschlossen wir, nicht weiter am Sankt-Lorenz-Strom entlang zu fahren, sondern die Straße 198 einmal quer über die Halbinsel durch die Wälder zu nehmen. Mit dem langsamen Sonnenuntergang fuhren wir also die letzten 200 Kilometer bis nach Percé und genossen schweigend das goldene Licht, in das die Bäume getaucht wurden.

Herbst in Gaspésie

Der Felsen von Percé

In Percé fuhren wir am nächsten Morgen mit dem Boot einmal um den berühmten Felsen von Percé herum und ließen uns auf der Insel Bonaventure absetzen. Hier führt ein gut ausgebauter Wanderweg einmal quer über die Insel zu einer riesigen Kolonie von Basstölpeln, die hier und da auch tatsächlich noch ihren Nachwuchs fütterten. Das Spektakel dieser drolligen Tierchen hätte ich mir den ganzen Tag anschauen können, aber wo viele Vögel sind, da hält man es in der Regel nicht besonders lange aus, ohne sich die Nase zuzuhalten… Außerdem fuhr ja auch am Nachmittag das Boot zurück nach Percé, also machten wir uns gemütlich wieder auf den Rückweg Richtung Bootsanlegestelle. Am Abend genossen wir hervorragende Meeresfrüchte im La Maison du Pecheur – einem alten Fischerhaus, das heute ein sehr gutes Restaurant beherbergt, in dem man auch den für die Region bekannten Hummer bestellen kann.

Felsen von Percé

Basstölpel auf Bonaventure

Schließlich und endlich führte uns die Reise wieder über Bonaventure zurück Richtung Sankt-Lorenz-Strom nach Rivière-du-Loup, wo wir wieder pünktlich zum Sonnenuntergang ankamen. Begleitet wurden wir auf dem letzten Teil der Strecke von Tausenden von Gänsen, die in Schwärmen ebenfalls Richtung Stadt zogen, um sich auf den Wiesen und Feldern drum herum für die Nacht niederzulassen.

Meine Erwartungen an die Gaspésie wurden in diesen vier Tagen absolut übertroffen und ich kann jedem Ostkanada-Reisenden diesen Abstecher nur ans Herz legen. So viele Tiere, so viele Farben und so wenige Menschen habe ich selten auf meinen Reisen erlebt. Zurück bleiben zahllose Fotos und jede Menge wunderschöne Erinnerungen, von denen ich sicherlich noch lange zehren werde!

Sie sind begeistert von Steffis Erfahrungen und wollen auf Ihrer Rundreise auch einen Ausflug auf die Gaspésie Halbinsel machen? Unsere Reisespezialisten beraten Sie gerne zu der perfekten Route durch den bunten Osten Kanadas.

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