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Heilige Stadt Varanasi

von Mehr Christina Rambach Reisespezialistin

17 Juni 2016

Christina, Reisespezialistin für Myanmar, besuchte Varanasi in Indien. Die heilige Stadt hat sich ihr mit allen Facetten gezeigt. Lesen Sie selbst!

Nach einer langen aber entspannten Nachtzugfahrt von Agra kommen wir gegen 11:30 Uhr in der heiligen Stadt Varanasi an. „Herzlich Willkommen in Varansi“ rief unser Guide uns bereits beim Ausstieg entgegen. Mit einem Schild gewappnet stand dieser schon einige Stunden am Bahnhof bereit, da unser Zug Verspätung hatte, wie so oft.

Ungefähr 45 Minuten sollte die Fahrt vom Bahnhof nun zu unserem Hotel direkt am Ganges dauern. Unser Fahrer hat sich durch den Verkehr gekämpft, welcher nirgends in Indien so chaotisch wie hier war. Nach zirka eineinhalb Stunden erreichten wir dann endlich unser Hotel. Schnell unter die Dusche und auf geht’s, die Gegend erkunden. Schon nach einigen Metern konnten wir die Hitze kaum noch ertragen, 44 Grad Celsius um genau zu sein. Wir entschieden uns, eine kleine Runde an den Ghats zu drehen und dann schnell wieder zurück ins Hotel zu gehen.

Ghats sind die „Anlegestellen“ am Ganges

Ghats sind die „Anlegestellen“ am Ganges

Erst am Nachmittag, gegen 17:00 Uhr waren die Temperaturen wieder so angenehm, immerhin nur noch 37 Grad, dass wir durch die Stadt schlendern konnten. Den Abend ließen wir auf der Dachterrasse unseres Hotels bei einem kühlen Getränk ausklingen und genossen den Blick auf den heiligen Ganges.

Unser Guide hatte sich für den nächsten Morgen bereits um 05:15 Uhr angekündigt, also hieß es: früh schlafen. Und es hat sich gelohnt!

Direkt vor unserem Hotel, an den Assi Ghats, findet seit ungefähr zwei Jahren jeden Morgen eine Zeremonie statt und zwar ohne Ausnahme. Es war wirklich schön anzusehen, dass die Einwohner alle mitsingen und im Anschluss auch alle gemeinsam Yoga machten.

Tägliche Zeremonie an den Assi Ghats

Tägliche Zeremonie an den Assi Ghats

Einige Meter weiter wartete dann schon unser Boot auf uns. Ich hatte genaue Vorstellungen vom Ganges und von Varanasi, da ich von vielen Seiten gehört hatte, wie schmutzig es hier doch sein soll. Überraschenderweise war es eine der saubersten Städte, welche ich in Indien besucht habe.

Varansi ist für die Inder eine heilige Stadt und somit auch der beste Platz seinen Lebensabend zu verbringen. Viele arbeiten ihr ganzes Leben darauf hin, um hier, direkt am Ganges, verbrannt zu werden.

Sing, unser Guide, erzählte uns, dass bis vor einigen Jahren die leblosen Körper derjenigen, welche sich eine Verbrennung nicht leisten konnten, direkt im Ganges versenkt wurden und dementsprechend nach einiger Zeit wieder aufgetaucht sind. Die Regierung hat allerdings dafür gesorgt, dass nun jeder die Möglichkeit hat sich verbrennen zu lassen.

Uns ist aufgefallen, dass in Indien sehr vieles heilig ist, weshalb die Einheimischen verschiedene Dinge ungern in die vorhandenen, allerdings nicht heiligen, Mülleimer schmeißen. Auch hier hat die Regierung eine Möglichkeit gefunden. Die Mülleimer werden nun in regelmäßigen Abständen geweiht. Und somit können die Menschen Ihren Abfall angemessen entsorgen.

Kühe an den heiligen Mülltonnen

Kühe an den heiligen Mülltonnen

Beeindruckt war ich vor allem von dem wunderschönen Sonnenaufgang während unserer Bootsfahrt und dem herrlichen Blick auf die bunten Ghats. Es wird Wäsche gewaschen oder die Boote werden für den Tag fertig gemacht. Und da wir in der Nebensaison vor Ort waren, haben wir auch kaum Touristen entdecken können.

Sonnenaufgang am Ganges

Sonnenaufgang am Ganges

Nach unserer Bootsfahrt entlang der faszinierenden Ghats, haben wir die Gegend mit unserem Guide zu Fuß erkundet. Wir liefen durch schmale Gassen und tranken unterwegs einen leckeren Chai Masala in einer kleinen Teeküche – der beste Chai unserer gesamten Reise.

Im Anschluss an unsere geführte Tour sind wir noch einmal zu Fuß los, um einige Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu besorgen. Viele Shops gibt es in der Nähe des Hotels nicht, einige Querstraßen weiter haben wir jedoch einen tollen Shop mit einem wirklich netten Besitzer gefunden. Auch Gewürze durften natürlich nicht fehlen. Zufällig führt der Bruder unseres Guides einen Gewürzladen, in dem wir allerlei finden konnten.

Den Nachmittag verbrachten wir nur damit, an den Ghats zu sitzen und dem trubeligen Alltag zuzusehen. Natürlich durften ein paar Fotos mit den Einheimischen nicht fehlen – Wie überall, waren wir auch hier die Attraktion schlechthin.

Christina während der Bootstour

Christina während der Bootstour

Für unser letztes Abendessen in Varansi hat uns Sing ein nettes Restaurant mit einer Dachterrasse empfohlen, gleich um die Ecke unseres Hotels. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Straße. Und obwohl es bereits spät war, hörte das bunte Treiben auf den Straßen nicht auf. Der Friseur gegenüber begrüßte einen Kunden nach dem anderen und auch der Street Food Verkäufer hatte einiges zu tun. Wir gönnten uns noch einen frisch gemachten Mangoshake, bevor es zurück ins Hotel ging.

Varanasi wird mir mit all seinen Facetten noch sehr lange in Erinnerung bleiben!

Varanasi: bunt und heilig

Varanasi: bunt und heilig


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