Mein Geheimtipp in Portugal: Sintra, das kleine Städtchen mit großem Charme

von Mehr Julia Hens Reisespezialistin

14 Januar 2019

Meinen letzten Sommerurlaub verbrachte ich im August zum wiederholten Male in Portugal – meinem europäischen Lieblingsreiseland. Jedes Mal bin ich aufs Neue von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Portugiesen begeistert. Neben den großen und bekannten Städten wie Lissabon und Porto habe ich auch im Rahmen eines Tagesausflugs die kleine Stadt Sintra besucht. Sintra erreicht man von Lissabon entweder bequem mit der Bahn in circa 45 Minuten vom Bahnhof Cais do Sodré oder mit dem eignen Mietwagen in einer halben Stunde.

Stadtbild Sintra

Das märchenhafte und verträumte Stadtbild Sintras

Das charmante Örtchen ist nicht sonderlich groß, hat dafür aber gleich fünf eindrucksvolle Schlösser und/oder Paläste zu bieten. Zwei davon habe ich besichtigt und bin noch immer von der Einzigartigkeit jedes einzelnen begeistert.

Nachdem ich die Tage zuvor nur tolles Wetter mit viel Sonnenschein genießen durfte, wurde ich in Sintra mit Regen und dichtem Nebel begrüßt. Dies liegt an der direkten Lage zum Serra de Sintra – einer weitläufigen Gebirgskette im Westen Portugals. Somit fiel mein eigentlicher Plan, den Palácio Nacional de Pena gleich am Morgen zu besuchen, ins Wasser. Der Palast liegt weit oben auf einem Hügel und die Aussicht wäre bei diesem Wetter gleich Null. Somit spazierte ich zunächst gemütlich zum Palácio Quinta da Regaleira. Was mich dort erwartete wusste ich zunächst auch nicht so recht. Umso größer war die Überraschung als die Türmchen des Schlosses zwischen den nebelverhangenen Baumwipfeln hervorlugten.

Palácio Quinta da Regaleira in Sintra

Nebelverhangen erwartet mich der Palácio Quinta da Regaleira

Der Palácio Quinta da Regaleira

Das eigentliche Schloss des Anwesens ist von außen sehr interessant anzuschauen, von innen aber eher weniger sehenswert. Viel spannender und spektakulärer ist hingegen die gesamte weitläufige Parkanlange, die es über verschiedene kürzere Wanderwege zu entdecken gilt. Durch den Nebel wirkte das gesamte Gelände besonders mystisch und geheimnisvoll. Insbesondere die Kapelle Santíssima Trindade muss ich an dieser Stelle ganz besonderes erwähnen. Zunächst betritt man die Krypta in Form mehrerer größerer Felsbrocken. Über eine schmale, teils rutschige Wendeltreppe, gelangt man in die Tiefen eines riesigen Brunnens. Nur ein schmaler Weg führt durch die Höhle zum Ausgang und plötzlich findet man sich inmitten eines wunderschönen, blühenden Garten wieder, ohne zu wissen wie einem geschah. Dort unten im Brunnen zu stehen und den Blick nach oben zu richten war schon irgendwie ein beklemmendes Gefühl. Auch wenn es sowohl nach oben als auch zur Seite einen Ausgang gibt, hatte ich für einen kurzen Moment das Gefühl in Gefangenschaft zu sein.

Felsbrocken Santíssima Trindade

Wer würde hinter diesen Felsbrocken eine Krypta vermuten?

Brunnen Santíssima Trindade

Der Blick von oben in die Tiefe des Brunnens

Zurück im Tageslicht wurde ich glücklicherweise von den ersten Sonnenstrahlen empfangen und der Himmel klarte auf. So konnte ich endlich die unzähligen Schnörkel und Türmchen des Schlosses genauer in Augenschein nehmen und das gesamte Ausmaß erkennen. Letztlich war es aber gerade der morgendliche Nebel, der meinen Besuch hier zu etwas Besonderem gemacht und mich kurzzeitig in eine Märchenwelt versetzt hat.

Palácio Quinta da Regaleira

Das geheimnisvolle Schloss in seiner ganzen Pracht

Der Palácio Nacional de Pena

Nun stand auch dem Besuch des zweiten Palácios nichts mehr im Wege. Da ich selbst mit der Bahn nach Sintra gereist bin, nutzte ich den Bus, um zum Palácio Nacional de Pena zu gelangen. Der Palast liegt hoch oben auf einem Hügel und ist umgeben von einer großflächigen, grünen Parklandschaft. Man kann mit einem Shuttelbus direkt bis zum Palasteingang gefahren werden. Ich habe mich jedoch für die sportliche Variante entschieden und bin vom Parkeingang in circa einer Stunde zum Palast gelaufen. So hatte ich die Möglichkeit auch die schön hergerichtete Parkanlage zu entdecken.

Palacio Nacional de Pena Ententurm See

Der Ententurm umgeben von einem kleinen See

Parklandschaft am Palácio Nacional de Pena

Mein Spaziergang führte mich durch die saftige, grüne Parklandschaft zum Palast

Am Palast angekommen verschlug es mir zunächst erst einmal die Sprache in Anbetracht der ewig langen Warteschlange, die ins Innere des Palastes gelangen wollte. August ist natürlich einer der Hauptreisemonate und dementsprechend wimmelte es hier nur so von Touristen. Das nun doch sonnige, warme Wetter trug sein Übriges dazu bei. Deshalb entschied ich mich gegen den Besuch im Inneren. Der Palast ist auch nur von außen sehr sehenswert und gilt nicht umsonst als das portugiesische Neuschwanstein. Niemals zuvor habe ich einen so bunten und farbenfrohen Palast gesehen und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Palácio Nacional de Pena

Der Märchenpalast in vielen bunten Farben thront hoch oben über der Stadt

Palácio Nacional de Pena

Die blaue Fassade im Hintergrund besteht aus unzähligen Azulejos (portugiesische Kacheln)

Auf unzähligen Türmchen und schmalen Wegen rund um die Palastmauern hat man die Möglichkeit einmalige Fotos zu schießen. Wenn man die Touristenmassen im Hintergrund ausblendet, fühlt man sich doch ein wenig wie eine Prinzessin. Besonders beeindruckend ist der Blick aus dem Hinterhof über das Serra de Sintra. Bei klarer Sicht kann man hier kilometerweit in das Umland schauen und den Ausblick genießen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen in einer ruhigen Ecke Platz zu nehmen, längere Zeit zu verweilen und die Landschaft in mir aufzusaugen.

Ausblick auf Sintra

Ein paar Minuten Ruhe und den tollen Ausblick genießen abseits der Touristenmassen

Aussicht Serra de Sintra

Bei klarer Sicht kann man kilometerweit über das Serra de Sintra schauen

Das Stadtzentrum von Sintra

Mit vielen neuen Eindrücken und völlig überwältigt von der Schönheit beider Paläste streifte ich am Nachmittag noch ein wenig durch das Stadtzentrum Sintras. Dabei lohnt es sich definitiv etwas abseits der Haupttouristenpfade zu wandeln. Ich habe bereits viele europäische Städte in der Vergangenheit bereist, aber in keiner hatte ich, wie hier in Sintra, das Gefühl mitten in einen Ort aus den Gebrüder Grimms Märchen gefallen zu sein. Sicherlich kann man sich aber darüber streiten, ob man die teils doch sehr schäbigen, heruntergekommenen Gebäude ansprechend findet oder nicht. Für mich passt das Gesamtbild der Stadt toll zusammen und ich hatte mehrfach das Gefühl, dass jeden Moment doch eine Märchengestalt in Form einer Elfe oder ähnlichem um die Ecke biegen muss.

Hauseingang in Sintra

Ein typischer Hauseingang in Sintra

Mein Fazit

Einen Tagesausflug von Lissabon nach Sintra kann ich jedem nur empfehlen. Es gibt dort so viel zu sehen und zu bestaunen, dass auf meiner nächsten Lissabon Reise wieder ein Besuch in Sintra eingeplant wird. Da ich diesmal nur zwei der ansässigen Paläste besuchen konnte, stehen drei weitere noch aus, die sicherlich ebenso spannend sind. Portugal ist für mich immer wieder eine Reise wert und insbesondere Lissabon und Umgebung wird mich ganz bald wiedersehen.

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise nach Portugal geweckt wurde, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine und Rundreisen an.


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