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Geheimtipp im Fiordland…

von Mehr Jannik Ingenwerth Reisespezialist

4 Juni 2014

Unser Neuseeland-Reisespezialist Jannik nimmt Sie heute mit auf eine Reise in den Doubtful Sound auf der Südinsel Neuseelands. Dieser Fjord verdankt seinen Namen James Cook, der es nämlich für „zweifelhaft“ hielt, wieder aus diesem Fjord herauszufinden.

Gibt es eine Steigerung von einmalig? Ich hab lange danach gesucht und endlich gefunden: den Doubtful Sound im Süden Neuseelands. Im Land, wo sich die Highlights die Klinke in die Hand geben, ist diese Region ein wahres Erlebnis. Allein schon die Anreise ist außergewöhnlich, da man hier nicht eben mal mit dem Auto zum Bootsanlegeplatz fahren kann. Damit Sie jetzt auch den richtigen Eindruck bekommen, benötigen Sie Fantasie. Zuerst sollten Sie sich vorstellen, dass Sie im Urlaub sind. Sie verbringen die tollste Zeit des Jahres in Neuseeland und sind tiefenentspannt, da Sie sich von der typischen ‚Kiwi-Lebensweise‘ schon haben anstecken lassen.

Ausblick über den Doubtful Sound

Die weiten Fjorde von Neuseeland

Fühlen Sie sich schon entspannt? So ging es mir als ich mein Auto in Manapouri bei schönstem Sonnenschein abgestellt habe, um mit meinem Gepäck für die kleine Kreuzfahrt mit einer Übernachtung einzuchecken. Das Abenteuer beginnt mit einer Fahrt über den Lake Manapouri bis zum Wasserkraftwerk. Dort teilt sich die Gruppe vom Boot dann auf. Die Besucher die das Wasserkraftwerk besichtigen wollen, brechen zu Ihrer Erkundung des technischen Meisterwerks unter Tage auf und der Rest fährt mit dem Bus zur Erkundung der Fiordlandschaft über Tage. Wir fahren mit dem Bus über eine gut ausgebaute Schotterstraße über den Wilmot Pass. Wie immer in diesem Land erzählt der Busfahrer, der auch gleichzeitig ein Guide ist, sehr viel über den Bau des Wasserkraftwerks, über den Bau der Straße und über den neuseeländischen Humor. Zwischendurch tauchen am Wegesrand immer mal wieder Schilder auf, als Mahnung langsam zu fahren. Ist nur komisch ein Schild mit Schulkind zu sehen, wo es im Nichts doch gar keine Schule gibt… Da die Region für Regen bekannt ist, weist der Busfahrer uns oft darauf hin, dass wir uns an diesem sonnigen Tag sehr glücklich schätzen können. Im gleichen Atemzug beglückwünscht er uns aber auch dazu, dass es über Nacht regnen wird.

Nach ungefähr 45 Minuten über kurvenreiche Straßen erreichen wir das Schiff, das nun für eine Nacht unser zu Hause sein wird. Es liegt ganz versteckt in einer kleinen Bucht am Dock und die Crew steht Spalier um uns zu begrüßen. Mit einer Mischung aus Freude und Angst betrete ich das Boot. Freude, weil ich nun ganz entspannt diese einmalige Landschaft, wo nicht so viele Touristen hinkommen, in mich aufsaugen kann. Angst empfinde ich wegen meiner leichten Seekrankheit, die sich ab und an auch bei nur leichtem Schaukeln einstellt. Die Sehnsucht nach tollen Fotomotiven ist mir wichtiger, also lasse ich der Freude den Vortritt. Ich habe Glück und habe eine Kabine für mich alleine. Aus den beiden kleinen Fenstern könnte ich vom Bett aus die Fjorde an mir vorüber ziehen lassen. Frisch gestärkt geht es mit einer Tasse Tee und meiner Kamera in der Hand aufs Außendeck, wo ich mir mit Gleichgesinnten die Speicherkarten voll knipse. Die Sonne scheint und der blaue Himmel lacht mich von der spiegelglatten Wasseroberfläche an. Es dauert nicht lange, da meldet sich unser Naturguide zu Wort: „Delfine auf Steuerbord!“ Ich fange an darüber nachzudenken, wie ich es schaffe, als blinder Passagier an Bord zu bleiben – Damit dieses Wohlgefühl, mit sich und der Welt im Reinen zu sein, weiter anhält.

Den Doubtful Sound individuell erkunden

Die Aussicht an Deck genießen

Am späten Nachmitttag ankern wir und es besteht die Möglichkeit zu kayaken oder mit einem kleinen Boot inklusive Guide die nähere Umgebung zu erkunden. Ich habe mich für die Variante mit Informationen entschieden, da ich sehr an der neuseeländischen Pflanzen- und Tierwelt interessiert bin. Ich kann mir zwar die Namen nicht merken, aber der Inhalt ist ja ohnehin wichtiger.

Die Crew an Bord schafft es, eine tolle Atmosphäre herzustellen und für das leibliche Wohl ist stets gesorgt. Man schippert also den ganzen Tag durch den wirklich großen Fjord und kann den Anblick der vielen Wasserfälle genießen, die es auch bei Sonnenschein zu sehen gibt.

Abenteuer am Nachmittag

Meine Gruppe im Ausflugsboot

Abends gibt es ein großes Buffet, an dem man sich satt essen kann und man fällt im Anschluss müde in seine Koje. Meine Angst hat sich nicht wieder zu Wort gemeldet und ich zähle nur kurz Schäfchen, bis ich eingeschlafen bin. Wie vom Busfahrer angekündigt regnet es, als ich die Augen am nächsten Morgen öffne. Zunächst finde ich das natürlich sehr schade, aber wer schon mal in einem Fjord unterwegs war weiß, dass Regen gleich Wasserfälle bedeutet. Also nach dem Frühstück schnell rein in die Regenkleidung und wieder raus aufs Außendeck. Der Busfahrer hatte also doch Recht. Aber ich frage mich, ob wir über Nacht doch noch woanders hingefahren sind? Die Landschaft hat sich komplett verändert. Jetzt steigt vom Wasser Nebel auf und gibt der Umgebung einen völlig neuen, mystischen Charakter. Unser Guide erklärt uns, dass die Felswände ringsum teilweise über einen Kilometer hoch sind. Irgendwie wirkt das gar nicht so, aber in Neuseeland zeigt sich vieles einfach in der Superlative, sodass es einem ganz normal vorkommt.

Wettervorhersage bestätigt - der Fjord in Nebel gehüllt

Nebelschwaden am zweiten Reisetag

An einer Bucht halten wir und dann werden die Motoren des Schiffs ausgestellt. Unser Guide impft uns ein, für die nächsten Minuten Funkstille zu wahren und ganz der Natur zu lauschen. Ein beeindruckendes Geräusch, diese Mischung aus Stille und Wasserrauschen. Danach schippern wir gemütlich zurück und verlassen den Fjord wieder in Richtung Zivilisation.

Na, wie fühlen Sie sich jetzt? Ein bisschen entspannter, auch wenn wir noch in Deutschland sind? Wenn Sie vielleicht nicht eine ganze Nacht Zeit haben, gibt es auch Tagestouren im Doubtful Sound. Bei meiner nächsten Neuseelandreise ist der Doubtful Sound auf jeden Fall wieder mit dabei.

Wenn Sie nun Lust bekommen haben diesen Fjord auch einmal zu entdecken sprechen Sie uns an!

 


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2 Kommentare
Birgit Werths, 18. Juni 2014, 20:56 Uhr

Wir haben diesen Ausflug im Februar gemacht, was soll ich dem noch hinzufügen? Es war wunderschön und wie alles auf unserer Reise perfekt organisiert. Dieser Ausflug sollte in das Baustein-System aufgenommen werden.

Eva Neis, 27. Juni 2014, 16:39 Uhr

Hallo Frau Werths,

schön, dass Sie diese Zeit ebenso empfunden haben! Ich denke noch so manches Mal an diese kleine Kreuzfahrt im paradiesischen Fjord zurück.

Wir arbeiten zurzeit an neuen Bausteinen für die Nord- und Südinsel. Der Doubtful Sound steht auf unserer Liste, ist dieses Mal noch nicht dabei, wird aber in der Zukunft unser Programm ergänzen. Vielen Dank für Ihre Idee.

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