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Wie entdecke ich Galapagos am besten?

von Mehr Annette Warncke Reisespezialistin

29 März 2018

Rätselnd blicke ich auf die Beschreibungen der Galapagosboote und frage mich, wie ich mich für eins entscheiden soll. Dazu kommt natürlich noch die Alternative einfach in Hotels auf den bewohnten Inseln zu bleiben und von dort Tagestouren zu unternehmen. Oder eine Kombination. Ich bin heillos überfordert.

Nun – ein paar Jahre später kann ich über diese Gedanken lächeln. Ich habe inzwischen beides ausprobiert. Das Inselhopping zuerst – da es auch kostengünstiger ist. Da mir Galapagos so gut gefallen hat, war ich nun auch noch ein zweites Mal dort, aber diesmal mit einer Kreuzfahrt. Mit Kenntnissen über den Galapagos Archipel von der letzten Reise, war es einfach die passende Route zu finden.

Mein erster Tipp: Soll es ein Schiff sein, machen Sie bloß keine Abstriche bei der Route. Sie zahlen sehr viel Geld, um Galapagos zu erleben. Was nützt es Ihnen da, wenn Inseln angefahren werden, die Sie persönlich langweilig finden oder wenn viele Landgänge auf den bewohnten Inseln eingeplant sind, welche Sie genauso gut mit dem günstigeren Inselhopping erleben können.

Auf meinem Schiff treffe ich viele internationale Reisende mit unterschiedlichen Nationalitäten. Das bedeutet eine ziemlich interessante Gruppe aus 16 Personen und dazu unser Guide und die Crew. Letztere habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie händigen uns Schwimmwesten aus, begrüßen uns mit einem Cocktail und sehen zu, dass wir die größten Wellen meiden und sicher ans Ziel kommen. Über die Tier- und Pflanzenwelt erzählt unser Guide uns trotzdem eine Menge.

Als Faustregel gilt: Je teurer das Boot, desto größer die Kabinen und desto besser der Guide.

Zwischen den bewohnten Inseln verkehren kleine Schnellboote, die in ca. 2 Stunden von einer zur nächsten Insel fahren. Ich bin anfällig für Seekrankheit und sollte es Ihnen genauso gehen, empfehle ich Ihnen Anti-Übelkeitstabletten oder Kaugummis mitzunehmen. Deshalb war ich auch erst sehr skeptisch, wie ich das ständige Fahren des Kreuzfahrtschiffes empfinden würde. Ich habe tatsächlich nicht besonders gut geschlafen, da oft nachts navigiert wird und manchmal auch über 10 Stunden am Stück. Andererseits sind Nachtfahrten auch ein Vorteil, weil sich beim Aufwachen gleich eine neue Galapagosinsel präsentiert. Auf günstigen Booten sollten Sie sich allerdings über laute Motoren und manchmal auch eine ausgefallene Klimaanlage nicht wundern. Dazu schaukelt es und viel Platz gibt es bei den Hochbetten auch nicht. Aber ich muss sagen: Mit Medikamenten gegen Reiseübelkeit ging auch das ganz gut. Unser Kapitän ist eindeutig sanfter gefahren als die Motorbootfahrer, die zwischen den bewohnten Inseln pendeln.

An Bord ist auch ein Amerikaner, den die Reiseübelkeit noch härter erwischt hat als mich. Trotzdem ist er immer einer der ersten im Wasser und macht sich tapfer auf die Suche nach Weißspitzenriffhaien. (So tapfer bin ich nicht, Haie von oben gerne, aber neben mir im Wasser, nein danke.) Ich frage ihn, ob die Inseln die Übelkeit am Ende wert waren. Er antwortet ohne zu zögern mit Ja.

Mein zweiter Tipp: Für diejenigen, die gerne eine Kreuzfahrt machen, aber auch nicht bei jedem Schnorchelgang dabei sein möchten: Fragen Sie doch einfach die Crew, ob Sie auf dem Beiboot sitzen bleiben können. So habe ich einige Pinguine vor allen anderen entdeckt, Meeresschildkröten beim Luftschnappen und Blaufußtölpel im Sturzflug beim Fischen beobachtet.

Suchen Sie sich auch gezielt eine Route, deren Fokus auf Landgängen liegt, wenn Schnorcheln Sie nicht so begeistert. Ich wurde oft ganz komisch angeguckt, was ich denn hier machen würde, wenn ich nicht schnorcheln wollte. Ich gebe es zu: Ich habe es mehrmals versucht und für mich festgestellt, dass es nicht meine Welt ist. Während andere überglücklich sind, wenn ein Seelöwe herangeschwommen kommt und mit der Flosse der Partnerin spielt, fühle ich mich einfach nicht sicher.

Bereue ich es am Ende, dass ich die Meerechsen nicht dabei beobachten konnte, wie sie auf dem Meeresboden am Seegras genagt haben? Vielleicht ein klitzekleines bisschen. Aber dann denke ich daran zurück, dass ich einmal neben ihnen geschwommen bin und mich am Strand in ihre Gesellschaft legen konnte und finde, dass das auch fantastische Erlebnisse waren.

Ein Vorteil des Inselhoppings wiederum ist auf jeden Fall die Freiheit, die damit einhergeht. Da die Route der Schiffe genau getaktet ist, nehmen Sie entweder am Programm teil oder Sie lassen es. Freiraum für eigene Erkundungen gibt es eigentlich nicht. Ganz anders hingegen beim Inselhopping. Natürlich sind auch hier Touren inklusive, aber es ist immer genügend Zeit für einen Spaziergang am Strand, Schnorcheln in der Bucht oder einen Abstecher in der Schildkrötenstation.

Besonders gut gefallen hat mir der Besuch der Ranch El Chato. Dieser Besuch ist sowohl bei Kreuzfahrten als auch Inselhopping oftmals möglich. Die Schildkröten können sich hier komplett frei bewegen, dennoch sind die Chancen eine zu entdecken sehr groß, weil die Schildkröten hier Leckerbissen finden und sich wohl fühlen. In sicherem Abstand pirsche ich mich von hinten an eine Schildkröte an. Uns trennen sicherlich noch 5 Meter, aber ich tue so, als ob ich meine Hände auf ihren Panzer lege. Meine Reisebegleitung drückt auf den Auslöser der Kamera. Ich bin gespannt, wie die Fotos nachher aussehen. Zwei Meter Abstand sind das Minimum, das eingehalten werden muss. Aber man kann mit Fotos ja auch ein wenig tricksen. Mir hat es jedenfalls eine Menge Spaß gemacht.

Mein dritter Tipp: Seelöwen bevorzugen auch manchmal die Parkbänke im Ort. Setzen Sie sich doch einfach mal dazu – sicherlich auch ein ungewöhnliches, aber einmaliges Fotomotiv.

Eine Mitreisende hat sich extra dieses Boot ausgesucht, weil sie Pinguinpflegerin im Zoo ist. Nun wollte sie die berühmten Galapagospinguine in freier Wildbahn erleben. Auf unserer Route liegen drei Punkte, an denen die Chancen bestehen, Pinguinen zu sehen – und wir hatten jedes Mal Glück. Das ist natürlich nie garantiert. Sie werden merken, dass Galapagos den Tieren gehört und dass der Mensch sich so weit es geht raushalten soll. Deshalb gibt es ganz genaue Vorschriften, wann z.B. Schiffe oder auch Reisende auf den bewohnten Inseln bestimmte Touren wahrnehmen dürfen. Werden Regeln gebrochen, wird nicht nur der Reisende bestraft, sondern auch der Guide. Haben Sie also Verständnis dafür, wenn diese ganz besonders darauf achten, dass Sie den Inseln und ihren Bewohnern mit genügend Respekt begegnen.

Dadurch, dass auf den Inseln keine fremden Arten eingeführt werden dürfen, muss auch das meiste Essen importiert werden. Isabela, die bewohnte Insel, die am wenigstens von Reisenden angefahren wird, liegt leider strategisch nicht so günstig wie Santa Cruz und San Cristobal. Sie hat keine Flugverbindung zum Festland. Während es hier also weniger lebhaft und weniger touristisch zugeht, ist auch das Essen nicht so gut und dafür auch noch teurer. Verständlich ist es natürlich, denn alles was auf Isabela ankommt, hat eine lange Reise hinter sich. Ich halte mich also an Kokosnüsse und gegrillte Fleischspieße – was die Locals essen kann gar nicht so schlecht sein.

Mein vierter Tipp: Wenn Ihr Hotel beim Inselhopping über ein gutes Restaurant verfügt, essen Sie unbedingt dort. Falls Sie ein deutsches Frühstück vermissen, gibt es in der Nähe des Hauptplatzes eine kleine Bäckerei, die Blätterteig-Schweineohren verkauft – die haben mich in meiner Zeit auf Isabela über Wasser gehalten.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass egal auf welche Art und Weise ich die Inseln besucht habe, ich immer eine tolle Zeit dort hatte. Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich mich persönlich bei der Bootsfahrt besser gefühlt, weil der Anschluss an eine Gruppe einfacher ist. Andererseits reisen hauptsächlich Pärchen zusammen und wer weiß, ob man Glück bei dem zugeteilten Kabinenpartner hat. Ein Einzelzimmer an Land garantiert natürlich Ruhe, aber das ist auch teuer bezahlt.

Auf dem Schiff habe ich auch einige Reisende kennen gelernt, die ihre Passage Last Minute in Ecuador gebucht haben. Leider wurde ihnen ein anderes Programm versprochen, als das Schiff letzten Endes gefahren ist. Dies ist sicherlich auch nicht immer in Deutschland auszuschließen, weil die Schiffe sich auch nach dem Nationalpark richten müssen. Wird spontan eine neue Regel erlassen, kann es sein, dass die Schiffsroute abgeändert wird. Dies trifft übrigens auch auf das Inselhopping zu. Also denken Sie dran: Auch wenn es in dem ersten Moment unfair erscheint, geschieht es doch nur zum Schutz der Inseln – einem Ziel, zu dem Sie sicherlich ebenso gerne beitragen wie ich.

Ein weiterer Punkt, der für beide Galapagos Varianten wichtig ist, heißt Bargeld. Auf Santa Cruz und San Cristobal gibt es Geldautomaten, aber auf Isabel zum Beispiel nicht. Auf dem Schiff wird erwartet, dass Sie für ausgeliehenes Schnorchelequipment am ersten Tag bar bezahlen. Auch bevor Sie überhaupt den Flughafen verlassen, haben Sie schon auf dem Festland die INGALA Migrationskarte (ca. 20 USD) bezahlt und bei Ankunft auf Galapagos 100 USD Eintritt in den Nationalpark. Es ist gar nicht so einfach sich mit genügend Scheinen einzudecken, wenn die Geldautomaten ein Tageslimit von 200 USD haben. Denken Sie also rechtzeitig daran und verwahren Sie das Geld gut an verschiedenen, sicheren Orten am Körper und im Handgepäck.

Falls Sie nicht zwei Mal nach Galapagos fliegen wollen, um auch ein Inselhopping und im Anschluss eine Kreuzfahrt zu machen, können Sie dieses natürlich auch gleich kombinieren. Für alle, die direkt Lust bekommen haben sofort loszureisen, hier noch einmal eine Übersicht über die wichtigsten Unterschiede zwischen unseren Inselhopping Programmen und einer Kreuzfahrt.

 

Wenn auch Ihr Interesse an einer Galapagos Reise geweckt worden ist, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine an.


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2 Kommentare
Heidi Guhr, 16. April 2018, 08:17 Uhr

Liebe Annette,
Wir waren im November 2017 auf Isabela und hatten in Punkto essen keine Probleme.es gab am Hauptplatz einige kleine Restaurants ,die nicht sehr teuer waren.und wenn man mittags das Tagesmenü bestellte war es sogar preiswert. Auch war schon ein Geldautomat platziert und wird inzwischen sicherlich jetzt funktionieren. Dann Ist es mit dem Bargeld kein Problem mehr. Auch gab es im November schon einige Touranbieter, die Kreditkarten akzeptierten.
Leider schreitet auch dort die Entwicklung voran und es wird an neuen Hotels gebaut, wir haben die „noch Ruhe „ nach dem Trubel auf baltra dort sehr genossen.

Annette Warncke, 24. April 2018, 11:46 Uhr

Liebe Heidi,
vielen Dank für deinen hilfreichen Kommentar. Ich habe den Geldautomaten noch nicht live sehen dürfen, freue mich aber, dass Geld abheben dort nun leichter ist. Wo steht er denn?

Die Mittagsmenüs sind natürlich immer etwas günstiger, aber wahrscheinlich ist es schwer einzuschätzen, was für einen selbst als preiswert gilt und was nicht. Persönlich hat mich vor 5 Jahren und auch vor einigen Monaten das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugt. Aber es stimmt, auch auf den Galapagosinseln steht die Zeit nicht still. Solange es auch Geldautomaten und besseres Essen mit sich bringt, ist es natürlich auch als positiv zu erachten.

Es ist sehr schön zu hören, dass ihr die Ruhe noch etwas genießen konntet und Isabela euch in toller Erinnerung geblieben ist.
Reisespezialistin Annette

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