MENUMENU

Eine Flussfahrt auf dem Mekong, dem mächtigsten Strom Südostasiens

von Mehr Mark Aserian Supervisor, Reisespezialist

18 August 2017

Schon viele Jahre habe ich davon geträumt, über den Mekong-Fluss von Thailand nach Laos einzureisen, obwohl dies natürlich mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist. Dieses Frühjahr war es für meine Freundin und mich dann endlich soweit. Eine zweitägige Flussfahrt auf dem Mekong sollte uns vom laotischen Grenzort Houay Xai zur Tempelstadt Luang Prabang bringen.

Unser Start in Thailand

Die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands ist zwar weniger hektisch als Bangkok, aber immer noch eine Großstadt. Hier startete unsere diesjährige Asienreise und von hier aus nahmen wir den Bus nach Chiang Khong, ein verschlafener Ort an der Grenze zu Laos und etwa fünf Busstunden entfernt. Nach der Ankunft haben wir uns am Hotel Fahrräder ausgeliehen und sind erstmal am Flussufer entlang geradelt. Wir konnten es kaum erwarten, den mächtigen Mekong – die Lebensader Indochinas – zu Gesicht zu bekommen und auf die andere Flussseite, also auf die laotische Seite, hinüber zu blicken.

 

Straßen von Chiang Khong

Nicht viel los in Chiang Khong

 

Es schien mir so, als würde der träge dahinfließende Mekong seine Ruhe auf den Ort und die Bewohner ausstrahlen. Niemand hatte es eilig, weder die Fischer am Flussufer, noch die Bootsführer, die ihre schmalen Kähne den Fluss entlang steuerten. Gerade abends herrscht hier eine entspannte Stimmung, sei es am kleinen Strand des Ortes oder an der Bootsanlegestelle, wo einige Händler ihre Buden aufgebaut haben.

 

Der Strand von Chiang Khong

Der Strand von Chiang Khong

 

Sonnenuntergang am Mekong

Sonnenuntergang am Mekongufer mit Blick auf die laotische Seite

Auf nach Laos!

Die Grenzüberquerung am folgenden Tag verlief überraschend problemlos und professionell. Nachdem wir die thailändische Zollstation durchquert hatten, brachte uns ein Bus über die vierte „thailändisch-laotische Freundschaftsbrücke“ auf die laotische Seite. Weder die Brücke, noch die landschaftliche Umgebung waren erwähnenswert; insgesamt habe ich mir die Grenzüberquerung doch etwas spannender vorgestellt.

 

Thailändische Grenzstation

Die thailändische Grenzstation an der Freundschaftsbrücke Nr. 4

 

Mit dem Bus über die Grenze

Dieser Bus pendelt zwischen beiden Ländern hin und her

 

Ein Mitarbeiter der Flussfahrtgesellschaft, über die wir die zweitägige Mekong Flussfahrt gebucht haben, hat uns an der laotischen Zollstation bereits freundlich erwartet und sich als unser Guide vorgestellt. Wir waren an dem Tag insgesamt 7 zahlende Kunden, also eine recht kleine Gruppe, wenn man bedenkt, dass unser Boot eigentlich 40- 50 Personen fasst. Neben uns waren noch zwei französische Paare mit dabei, sowie ein Italiener.

Nachdem auf laotischer Seite unsere Visa ausgestellt wurden und wir uns mit Bargeld (die laotische Währung heißt Kip) versorgt hatten, brachte uns ein Minibus zum Bootsableger. Hier gingen wir an Deck des Mekong Bootes, welches uns in zwei Tagen von Houay Xai via Pak Beng nach Luang Prabang bringen sollte.

 

Mit dem Boot über den Mekong

Unser Boot für die Flussfahrt

Gemütliche Fahrt auf dem Mekong

Das Boot an sich war sehr gemütlich ausgestattet. Aus dunklem Holz, überdacht und mit vielen gepolsterten Sitz – und Liegemöglichkeiten. Und da wir eine so kleine Gruppe waren, konnte es sich jeder so richtig gemütlich machen.

 

Die komfortable Ausstattung des Bootes

Die komfortable Ausstattung des Bootes

 

Wasser und Kaffee gab es während der beiden Tage umsonst und die mittäglichen Mahlzeiten, die ebenfalls im Preis inkludiert waren, haben erstaunlich gut geschmeckt (alles wurde auf dem Boot zubereitet). Das Boot selber gehört dem Kapitän, seine Frau und beiden Töchter bildeten das Personal.

 

Leckes und vielseitiges Essen an Bord

Wir waren überrascht vom leckeren und vielseitigen Essen an Bord!

 

Am ersten Tag ging es zunächst an der thailändisch-laotischen Grenze entlang, bevor der Fluss eine Wendung ins Landesinnere machte. Von den diversen Zwischenstopps während der Mekong Fahrt stand am ersten Tag lediglich ein Zwischenstopp in einem Khmu-Dorf am Flussufer auf dem Programm.

 

Khmu-Dorf oberhalb des Mekongufers

Dieses Khmu-Dorf liegt direkt oberhalb des Mekongufers

Begegnungen mit den Einheimischen

Viele Kinder empfingen uns winkend am Ufer und während unseres halbstündigen Zwischenstopps erzählte unser Guide uns viel Wissenswertes zur dörflichen Struktur und Lebensweise dieser Volksgruppe (übrigens unterstützt die Flussfahrtgesellschaft das Dorf finanziell beim Aufbau und Unterhalt einer Schule).

 

Neugierige Blicke während unseres Besuchs

Neugierige Blicke während unseres Besuchs

 

Abends steuerten wir den Ort Pak Beng für die Zwischenübernachtung an. Aufgrund seiner geographischen Lage kreuzen sich hier die Routen vieler Reisender, sodass im Ort reges Treiben herrschte. Ein gemütlicher Abend im populären indischen Restaurant mit toller Aussicht auf den Fluss beendete diesen spannenden Tag.

 

Die Anlegestelle von Pak Beng

Die Anlegestelle von Pak Beng- des Ortes für unsere Zwischenübernachtung

 

Sonnenuntergang am Mekong

Noch ein schöner Sonnenuntergang am Mekong– von Pak Beng aus

Traditionell laotischer Whiskey und die Höhle von Pak Ou

Am nächsten Tag trugen uns die Wellen auf dem Mekong weiter in Richtung Luang Prabang. Die Zwischenstopps am zweiten Tag beinhalteten einen Stopp im sogenannten ‚Whiskey Village‘, wo sich scheinbar die gesamte Dorfbevölkerung auf die Herstellung von laotischem Whiskey spezialisiert hatte. Die in den Schnaps-Flaschen konservierten Skorpione, Kobras und Tausendfüßler sollten sich zwar positiv auf Kraft, Potenz und Gesundheit auswirken, machten den Anblick aber nicht gerade appetitlich.

 

Der berüchtigte Lao Whiskey mit Beilage

Der berüchtigte Lao Whiskey mit Beilage – wer kann da noch widerstehen?

 

Der zweite Zwischenstopp führte uns zur berühmten Höhle von Pak Ou, die aufgrund der Lage in einem imposanten Felsen direkt am Fluss, sowie aufgrund der Nähe zu Luang Prabang, ein beliebtes Ausflugsziel darstellt. Dies merkte man auch am Andrang der Besucher.

 

Die Höhen von Pak Ou

Die Höhen von Pak Ou – beeindruckender Anblick von außen

 

 

Am späten Nachmittag kamen wir in Luang Prabang an und verabschiedeten uns von der Crew und unserem Guide. Immer wieder passierten uns während der beiden Tage laut dröhnende ‚Speedboote‘, in denen die Passagiere in Schwimmwesten eng zusammengepfercht in Reihen hintereinander saßen. Als ich das sah, war ich froh, dass wir uns für die Mekong Flussfahrt mehr Zeit genommen und uns für ein sogenanntes ‚slow boat‘ entschieden hatten – zum einen war die Fahrt wesentlich komfortabler (und nicht so schmerzlich für die Ohren), zum anderen konnte man die Landschaft und das Leben am Fluss so viel intensiver erleben. Wir hatten viel Zeit für Gespräche mit unserem Guide, der uns mit seiner Offenheit so einiges über das Leben in Laos erzählte. Wir hatten aber auch genug Zeit für uns selbst. Der Bug unseres Bootes war quasi ein kleines Sonnendeck und mit Klappstühlen saßen wir viel in der Sonne, hatten den angenehmen Fahrtwind im Gesicht und konnten die vorbeiziehende Landschaft genießen oder einfach mal die Augen schließen.

 

Von Houey Xai nach Luang Prabang

Von Houey Xai ging es in zwei Tagen nach Luang Prabang

 

Dabei war die Landschaft nicht sonderlich spektakulär: es waren meistens nicht die dichtbewachsenen Ufer mit tropischem Unterholz und exotischer Geräuschkulisse, die man sich vielleicht vorstellt. Vielmehr war das Flussufer landwirtschaftlich geprägt. Hier und da gab es kleine Gärten direkt am Fluss oder Plantagen, die sich über die Hügel erstreckten. An manchen Sandbänken waren Fischerboote angeleint oder kleine Gruppen von Büffeln oder Zebus kühlten sich im Fluss ab.

 

Gemächlich fahren wir auf dem Mekong entlang

Gemächlich fahren wir auf dem Mekong entlang

 

Rindergruppen entspannen sich am Flussufer

Rindergruppen entspannen sich am Flussufer

 

Das Ufer des Mekong in Laos

Das Ufer des Mekong in Laos

 

All dies wirkte sehr entspannend auf uns und die Ruhe der beiden Tage auf dem Mekong boten uns einen tollen Kontrast zu den eher hektischen Städten, die wir während unserer Reise besuchten. Gut erholt konnten wir uns anschließend der schönen Stadt Luang Prabang widmen.

 

Wenn auch Sie Interesse an einer Laos-Reise haben, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine und Rundreisen an.


Schlagwörter:

Bislang kein Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bei Erlebe Fernreisen seit:

Mein Reisetipp