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Die Faszination St. Lucias – 5 Highlights der Insel

22 April 2015

Die Karibikinsel St. Lucia hat es unserer Reisespezialistin Carola besonders angetan. Der außergewöhnliche Regenwald, die einzigartige Landschaft und die Kultur der Rastafaris waren Erlebnisse, die ihr ganz besonders in Erinnerung bleiben.
1) Artenvielfalt
Mango-Bäume, Kokospalmen, Bananenstauden… Die Pflanzen- und Artenvielfalt auf St. Lucia wirkt schon bei Ankunft auf dem kleinen Flughafen der Insel wirklich beeindruckend – ich musste mich einfach nur ein wenig umschauen und konnte prompt eine leuchtende Porzellanblume und einen Kolibri entdecken, der von den vielen roten und orangefarbenen Blüten wohl besonders angezogen wurde.

Apropos Vögel: Eine echte Besonderheit auf der Insel ist der bunte St. Lucia Parrot, auf den ich mir bei einer Wanderung durch den Regenwald einen Blick erhofft habe. Diese Papageienart ist ausschließlich auf dieser Insel anzutreffen, und auch im Wappen der Insel verewigt. Da es außer dem endemischen Papagei auch viele andere interessante Arten zu entdecken gibt, reisen mittlerweile viele Vogelkundler auf die Insel. Allerdings machte der Regenwald während meiner Wanderungs seinem Namen alle Ehre und die Vögel trauten sich nicht aus ihren Verstecken.
Mit wieder strahlendem Sonnenschein ging es aber dann zu einer Obst Plantage im Süden der Insel. Hier konnte ich auch Erstaunliches entdecken: Die von zu Hause alt bekannten Kürbisse wachsen hier neben Kaktusfeigen und Sternfrucht Bäumen. Die Blätter der umstehenden Bäume sind mehr als handgroß. Sie bilden einen fast mystischen Wald, in dem es überall vergnügt piept und knistert.

Bild von LianeM, Shutterstock

Sternfrucht auf einer Obstplantage auf St Lucia

 

2) Die Rasta Kultur
Wie auf anderen karibischen Inseln gibt es auch auf St.Lucia eine beeindruckend lebhafte Rastafari-Kultur die uns überall auf der Insel begegnet. Unser Guide, selbst Rastafari, sagte: „Man muss einfach Allem und Jedem mit Respekt und Liebe begegnen – ich habe keine Vorurteile, wenn ich Menschen zum ersten Mal sehe“. Und das merkt man wirklich. Die Gastfreundschaft war einfach überwältigend, sofort stellte sich das Gefühl ein, auch Teil ihrer Kultur zu sein.
Das Wissen der Rastafaris ist riesig. Sie wissen genau, wie jede einzelne Pflanze eingesetzt werden kann, um Beschwerden zu behandeln und haben über jedes noch so kleine Pflänzchen eine Geschichte zu erzählen. Viele Rastafaris ernähren sich vegetarisch oder leben sogar komplett vegan. Die Kopfbedeckung, die sie auch bei heißestem Wetter tragen, dient als eine Art Glaubensbekenntnis und Respektsymbol anderen „Brüdern“ gegenüber. Schnell kommt man auf den Gedanken: Hier könnte sich so mancher eine Scheibe abschneiden. Niemals würde ein Rastafari auf die Idee kommen, einfach ein Blatt oder eine Blüte von einem Baum zu reißen. Gezeigt wird nur das, was bereits auf dem Boden liegt. Nach der Tour zu einem rauschenden Wasserfall wurden uns in einem „Cole Pot“, einem traditionellen karibischen Kochgefäß, lokale Spezialitäten bereitet. Es schmeckte etwas gewöhnungsbedürftig, viele der Zutaten wie zum Beispiel Süßkartoffel sind recht mehlig. In dieser Umgebung allerdings und mit den Geschichten der Rastafaris im Ohr war es fast das Beste was ich je gegessen habe.

Essen aus dem Cole Pot

Essen aus dem Cole Pot

 

3) Regenwald
St. Lucia besteht noch zu einem großen Teil aus dichtem Regenwald. Es kam mir fast so vor, als wären wir komplett darin abgetaucht. Der Himmel war nicht mehr zu sehen, die verschiedensten tropischen Gewächse breiteten ihr Blätterdach über uns aus. Auch deswegen finde ich es nicht empfehlenswert, den Wald allein zu betreten. Vor Ort gibt es viele Guides, die sich mit Touren durch den Wald etwas dazu verdienen. Manchmal reißt die Pflanzendecke etwas auf und der Blick wurde frei über das unendlich weit scheinende Gebiet. Leider habe ich einen recht nebligen Tag erwischt, aber so bekam die Kulisse noch eine mystische Atmosphäre.
Über Stock und Stein ging es mit unserem Rastafari Guide zum höchsten Punkt des Waldes. Mit guten Schuhen sollte man für eine solche Wanderung definitiv ausgestattet sein. Oben angekommen konnten wir den Saft einer Kokosnuss genießen, die der Guide geschickt mit seinem Messer aufschnitt, bevor wir den Rückweg durch den lebendig raschelnden Wald angetreten sind.
Wer die Tour mit etwas mehr Nervenkitzel verbinden möchte kann auch einmal das sogenannte „Ziplining“ wagen, bei der man mit Helm und Sicherheitsgurt ausgestattet an einem Drahtseil durch den Dschungel „fliegt“ – eine Regenwaldtour der besonderen Art.

Nebel über dem Regenwald von St. Lucia

Mysthische Atmosphäre im Regenwald von St. Lucia

 

 

4) Überraschungen
Genauso wie St. Lucia mich beeindruckt hat, hat die Insel mich auch gleichermaßen überrascht. Denn hier gibt es den einzigen „drive in Vulkan“ der Welt. Sulphur Springs erhielt diese Bezeichnung, da man wirklich fast bis zum Rand des Vulkans hinauf fahren kann. Bis vor einigen Jahrzehnten konnte man sogar noch an die Krater, aus denen der dampfende Schwefel empor steigt, herantreten. Unser Guide erzählt uns allerdings die Legende von Gabriel, der einst in eines der Löcher fiel und sich schwer verbrannte. Seit dem gibt es eine Absperrung in einigen Metern Entfernung. An den leicht fauligen Geruch hier muss man sich erst gewöhnen, dann können die wenigen Stufen zur Aussichtsplattform erklommen, und der kochende Schwefel inmitten der sonst eigentlich satt-grünen Landschaft bewundert werden.
Wem das nicht reicht, kann ein Stück entfernt von den Hauptkratern auch ein Schlammbad nehmen. Überall kommen uns hier über und über mit grauem Schlamm bedeckte Menschen entgegen, die gerade aus dem rund 45 Grad heißen Wasser gekommen sind. Der Erzählung nach wirkt der Schlamm verjüngend und entspannend. Wer es probieren will sollte an alte Badekleidung denken – der Schlamm lässt sich kaum noch entfernen.

Schwefeldampf am Sulphur Springs

Schwefeldampf am Sulphur Springs

 

 

5) Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Inseln
Die Karibik wartet mit einer Vielzahl von interessanten Inseln auf, die alleihre Besonderheiten haben. Ein weiteres Highlight St. Lucia‘s ist, dass es sehr viele Kombinationsmöglichkeiten mit den anderen Inseln in der Umgebung gibt, die sich zu entdecken lohnt. So kann man nicht nur mit dem Flieger, sondern auch mit einer Fähre auf die Nachbarinseln gelangen.
Ob St. Lucia also mit weiteren Englischen oder mit den Französischen Antillen kombiniert werden soll – es ist viel möglich und ein karibisches „Inselhüpfen“ bietet unzählige Eindrücke und Erfahrungen.

Sonnenuntergang über St. Lucia

Sonnenuntergang über St. Lucia


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