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Essen in Quito – Vom 3 $ Tagesgericht bis zum Sterne Gericht aus Tradition und Moderne

von Mehr

11 Juli 2015

Reisespezialist Philipp mit exotischen Früchten auf dem Markt

Reisespezialist Philipp

Reisespezialist verbringt zur Zeit ein Semester bei unserem ecuadorianischen Partner in Quito. In den letzten Monaten konnte er schon zahlreiche Erfahrungen sammeln und berichtet Ihnen nun welche kulinarischen Highlights Quito verbirgt und was Sie unbedingt probieren sollten, wenn Sie nach Quito reisen! 

 

 

Bringt man Essen mit Südamerika in Verbindung, so fallen nicht wenigen zuerst die saftigen Steaks Argentiniens oder die kulinarische Vielfalt Limas, der gastronomischen Hauptstadt Südamerikas ein. Sicherlich keinesfalls zu verachten, aber Südamerika nur darauf zu reduzieren wäre fatal. Die Südamerikaner lieben es zu essen und Essen zu gehen. Es ist vielmehr als ein Grundbedürfnis! Neben der populären peruanischen Küche ist auch das kleine Nachbarland Ecuador bekannt für seinen bunten Mix aus Dschungel-, Anden- und Küstenspezialitäten. Und nirgendwo anders bündeln sich die Köstlichkeiten der einzelnen Regionen so intensiv wie im traditionellen Quito, der höchst gelegenen Hauptstadt der Erde.

Ein gutes Restaurant in Quito zu finden fällt nicht schwer, viel schwieriger ist es sich für eins zu entscheiden. Sei es nun ein klassisch ecuadorianisches Lokal im Ausgehviertel Mariscal, der familiäre Treffpunkt für Fischliebhaber im weniger touristischen Norden Quitos oder das luxuriöse Restaurant für moderne ecuadorianische Küche zu besonderen Anlässen: schmecken wird es definitiv überall wie bei Mama daheim! Das ist ganz wichtig für die Ecuatorianos, würde Vanessa, eine junge Ecuadorianerin, die ich bei einem meiner Besuche kennengelernt habe, mir beipflichten. In vielen Restaurants findet man auf der Speisekarte nur Gerichte einer bestimmten Region. Oft sind die Besitzer auf der Suche nach besserer Arbeit nach Quito gezogen, ihre Essgewohnheiten wollten sie aber beibehalten. Sie schaffen sich also ein kleines Gefühl von Heimat, indem sie ihre Lieblingsgerichte nach Quito bringen.

DAS typische Gericht der Stadt, wie es in den Augen vieler die Fischsuppe Ceviche in Lima ist, sucht man in Quito allerdings vergebens, was wiederum für den Reisenden den Vorteil mit sich bringt, nicht in alle verschiedenen Teile des Landes reisen zu müssen. Denn so erhält man gleich um die Ecke seines Hotels einen Eindruck davon, warum in der Andenregion Meerschweinchen und Hornados (ähnlich wie Spanferkel) ganz oben auf der Speisekarte stehen. Die Küche im Andenraum ist geprägt durch seine lokalen Grundnahrungsmittel, wie zum Beispiel die verschiedenen Sorten von Mote (eine Art gekochte Getreidekörner) oder die Bananenpassionsfrucht Taxo.

Mote - serviert auf Holzlöffeln

Mote gibt es in den verschiedensten Variationen und ist in den Anden ein beliebter Begleiter von Fleisch- und Suppen

 

Cuy - knusprige Meerschweinchenfüße auf Teller

In der modernen ecuadorianischen Küche werden die knusprigen Füße der Meerschweinchen beispielsweise mit Aji und Chaucha Criolla (eine einheimische Kartoffelart) serviert

 

Taxo Bananenpassionsfrucht auf dem Markt Santa Clara in Quito

Nicht nur, dass das Obst und Gemüse in Ecuador viel frischer ist als in Deutschland, auch die große Vielfalt mit für uns größtenteils unbekannten Geschmackserlebnissen ist beeindruckend. Eine davon ist Taxo, eine ein Art Banane

 

Reisespezialist Philipp mit exotischen Früchten auf dem Markt Santa Clara

Neben Taxo gibt es aber auch unter anderem die gelbe Babaco (Bergpapaya), die stachelige Guanabana (Stachelannone) oder wie in der Hand zu sehen Granadilla (Gattung der Passionsblumen) sowie Rosado (rote Banane)

 

Mit der Einfuhr von Hühnern, Rindern und vielem weiterem Vieh haben die Spanier großen Einfluss auf die ecuadorianischen Ess-Traditionen genommen. So ist es kein Wunder, dass man als Fleischliebhaber in Quito voll auf seine Kosten kommt. Eine von Quitos Spezialitäten, die Meerschweinchen, haben ihren Ursprung jedoch in der Inkazeit, wie mir Chefkoch Edgar Bayas in seiner Küche erzählt, während er ein Stück Cuy (Meerschweinchen) auf dem Grill umdreht. Dabei wird die bei indigenen Gemeinschaften als Delikatesse geschätzte Mahlzeit, nur zu ganz besonderen Anlässen wie Taufen oder Hochzeiten angerichtet. Ihre Wertschätzung für dieses Gericht ist sogar so hoch, dass ein Meerschweinchen Paar oft als das ultimative Hochzeitsgeschenk gilt, erzählt mir Edgar weiter.

Chefkoch Edgar Bayas in der Küche des Restaurants Mama Clorianda

Beim Gespräch in seiner Küche erfahre ich von Edgar Bayas allerlei interessantes über die traditionelle Küche seiner Heimat

 

Cuy serviert vom Jungchef im Mama Clorianda in Quito

Im Anschluss serviert mir Jungchef Roberto Guaña mit vollem Stolz Cuy auf traditionelle Art

 

hausgemachte Aji in Quito, Ecuador

Nicht fehlen darf dabei natürlich das hausgemachte Aji!

 

Mittlerweile findet man die meist auf einem Stab aufgespießten Tiere aber auch sehr oft auf den lokalen Märkten in den Vororten Quitos. Ein Halbtagesausflug nach Sangolqui lohnt sich daher in jedem Fall. Preiswert und in der Regel auf traditionell einfacher Weise, wird es mit Kartoffeln, Reis oder Mote angerichtet. Dazu hausgemachtes Aji (die typische Soße aus Chillischoten, Baumtomaten, Zwiebeln und Koriander); fertig ist das außen knusprig, innen herzhaft saftige Erlebnis.

Meerschweinchen am Spieß

Meerschweinchen am Spieß! Nicht für jeden etwas, aber die Ecuadorianer lieben es

 

Neben Cuy ist die Stadt auch besonders für ihre Hornados bekannt. Hornados ist im Ganzen gegrilltes Schwein, ähnlich zu dem uns bekannten Spanferkel. Es riecht und schmeckt einfach köstlich!

 

Ein ganzes Hornado auf dem Markt in Sangolqui

Ein ganzes Hornado auf dem Markt in Sangolqui

Wenn man in Ecuador und speziell in Quito unterwegs ist, spürt man sehr schnell, dass für die ecuatorianos Essen nicht einfach nur Essen ist. So steht die Suppe „Fanesca“ in der Karwoche oder die „Tamales“ zu Neujahr im Zentrum ecuadorianischer Feierlichkeiten. Und statt übers Wetter diskutiert man im Küstenort Manta lieber darüber, wo man das beste Ceviche gegessen hat, oder bespricht, wo man mittags in den umliegenden Comedores (kleine familiengeführte Restaurants) das beste Almuerzo (Mittagessen) in Quito bekommt. Für sie ist das Essen ein wichtiges gemeinschaftliches Ritual. Besonders die Sonntage sind den Ecuadorianern heilig. Sie werden genutzt, um sich mit Familie und Freunden zu treffen, gemeinschaftlich zu kochen und die Erfahrungen der letzten Tage auszutauschen.
Diese Einstellung findet sich auch in vielen Restaurants Quitos wieder. Im vom Touristen weniger frequentierten Norden der Stadt ist das Lokal nicht nur ein entspannter Ort, um sich eine Auszeit von der eigenen Küche zu nehmen, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt. In den bekannteren Fischrestaurants Quitos, in denen ausschließlich Spezialitäten der Küstenregion angeboten werden, ist es daher schwer am Wochenende einen Platz zu ergattern. Neben Ceviche in den verschiedensten Formen (Fisch, Krabben, Muscheln etc.) kann man sich hier von der frischen Qualität der hoch im Kurs stehenden „Encocados“ überzeugen lassen. Bei „Encocados“ handelt es sich um Fisch oder Fleisch, das in einem Sud aus Kokosnussraspeln und Kochbananen geschmort wird.

 

Fischsuppe mit Garnelen: Ceviche de Camarones in Quito

Fischsuppe mit Garnelen: Ceviche de Camarones

 

Vielleicht ist genau diese große Vielfalt an Gerichten ein Grund mit dafür, dass die Ecuadorianer keine starke Neugier verspüren, Neues auszuprobieren sondern sich lieber der vertrauten einheimischen Küche zuwenden. Sie sind stolz auf ihre Küche und nicht ohne Grund hat im letzten Monat eines der bekanntesten Restaurants der Stadt, das THEATRUM, sein neues Menü vorgestellt. Statt mediterran kann man sich hier nun mit den heimischen Klassikern der Köche aus den verschiedensten Regionen Ecuadors verwöhnen lassen. „Ecuadors Köche sollten Demut bewahren, unsere Küche lieben und unsere Kultur wertschätzen“, sagt Mauricio Acuña, einer der berühmtesten ecuadorianische Köche. Ein Motto dem nicht nur die Köche unter seiner Obhut in dem „5 Star Diamond Award Restaurant Ecuadors“ folgen. Ein Wandel zurück zu seinen Wurzeln, wie es in Lima vor 15 Jahren unter dem weltweit bekannten Koch Gastón Acurio begann, fasst nun auch allmählich in Quito Fuß und ist in vielen Ecken der Stadt spürbar. Ein Besuch Mauricio Acuña und seiner Küche lässt mich erahnen, mit wie viel Liebe und Respekt zur heimischen Tradition die Ecuadorianer heutzutage in Quitos Küchen arbeiten.

Quiteños gehen aber nicht nur in die Restaurants um gemütlich zu Essen und zu quatschen. Auch die Straßenstände sind sehr beliebt! Einfach und schnell aber sehr sättigend und lecker gibt es die verschiedensten Köstlichkeiten für nur 2-3 Dollar direkt um die Ecke. Beliebte Gerichte sind an den mobilen Garküchen verdes con queso (gebratene Kochbanen mit Käse), Pinchos (Fleischspießchen) sowie gebratene Choclos (Maiskolben) und viele weitere Köstlichkeiten. Und auch dies zeigt wiederum die Vielfältigkeit Ecuadors und seines kulinarischen „Hotspots“ Quito. In Sachen Essen bietet sich Ihnen Quito also die Qual der Wahl. Probieren Sie es einfach aus, lassen Sie sich von den Gerüchen der Stadt sowie dem Strom der Einheimischen treiben und erleben Sie Ihr ganz persönliches kulinarisches Highlight; die Quiteños warten auf Sie!

Eine Straßenküche in Quito mit Gästen und Verkäuferin

Günstig, schnell und lecker – die Straßenküchen von Quito. Hier ein klassischer Stand in der Nähe des Busterminals Ofelia

 

Almuerzo auf dem Markt Santa Clara in Quito

Nicht typisch Straßenküche, aber äußert beliebt bei den Quiteños – die Stände in den großen Markthallen der Stadt

 

Reisespezialist im Restaurant

Reisespezialist Philipp lässt sich das Meerschweinchen im Mama Clorinda schmecken!

Neugierig geworden? Unsere Reisespezialisten helfen Ihnen gerne Ihre Reise zusammenzustellen um die kulinarischen Highlights Quitos zu erleben! Kontaktieren Sie uns über E-Mail oder rufen Sie uns an unter +49 2837 663 8138!


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