Facettenreiche Landschaftsformen und besondere Erlebnisse in Namibia

von Mehr Claudia Grobe Reisespezialistin

10 November 2017

Im April diesen Jahres war es endlich so weit: Meine zweite Reise nach Namibia und Botswana stand an. Was mich schon auf meiner ersten Reise so begeistert hatte, waren die vielen unterschiedlichen Landschaftsformen. Das ist es, was Namibia so einzigartig und abwechslungsreich macht und darum auch als Fokus meiner zweiten Reise geplant war.

Namibia war zum Zeitpunkt unserer Reise absolut ausgetrocknet. Generell zählen die Monate Januar bis März zu den regenreichsten Monaten und so hätte man denken können, dass Namibia im April grün und blühend ist. In den letzten drei Jahren hat es jedoch viel zu wenig und in einigen Regionen gar nicht geregnet. Selbst die großen Trinkwasserreservoirs neigten sich dem Ende zu. Umso erstaunter waren wir nach der ersten Reisewoche, als wir durch die immer grüner werdende Umgebung des Caprivi Streifens im äußersten Norden Namibias fuhren. Die tropische Landschaft kommt zustande, da es in der regenreichsten Region Namibias gleich drei immer wasserführende Flüsse gibt – Okavango, Cuando und Sambesi.

Hinter dem östlichen Gate des Etosha, dem Von Lindequist Gate, sind wir erst einmal Richtung Süden über Tsumeb bis nach Grootfontein gefahren. Dann ging es weiter in nordöstliche Richtung auf einer über 250 Kilometer langen schnurgeraden Straße. Es wurde immer ländlicher und immer mehr kleine Lehmhütten mit Ziegen und Eseln tauchten am Wegesrand auf. Am frühen Nachmittag erreichten wir Rundu, eine quirlige und bunte Kleinstadt. Dort machten wir noch kleine Besorgungen für die nächsten Tage.

Unsere Unterkunft befand sich unweit von Rundu und ließ sich nur über eine holprige Zufahrtsstraße erreichen. Und das Beste: sie lag direkt am Okavango-Fluss. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, genehmigten wir uns in der warmen Nachmittagssonne einen hausgemachten Streuselkuchen und einen starken Kaffee. Auf der anderen Seite des Flusses – auf angolischer Seite – ist immer einiges los. Die Rinder genießen das kühle Nass, die Frauen reinigen ihre Wäsche und die Kinder hören laute Musik am Bolzplatz.

Strahlender Sonnenschein

Am Nachmittag nahmen wir an einer „Sundowner-Cruise“ teil. Das Boot selbst war auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend: zwei Kanus mit einem Holzboden ausgelegt und mit Holzstühlen bestückt. Der Motor war laut und ratterte die gesamte Tour unbeirrt vor sich her – aber irgendwie passte es auch einfach zu Afrika. Mit einem Sundowner-Getränk in der Hand haben wir die Fahrt total genossen und durften als „illegale Einwanderer“ sogar einen Fuß auf angolischen Boden setzen. Auf der Rückfahrt gehörte unsere gesamte Aufmerksamkeit dem Sonnenuntergang.

Sundowner Cruise am Nachmittag

Schöner Sonnenuntergang auf der Rückfahrt

Am nächsten Tag folgten wir der meist gut ausgebauten B8 bis wir nach etwa zwei Fahrstunden unsere nächste Unterkunft in der Nähe der Popa Falls erreichten. Die Popa Falls sind allerdings eher Stromschnellen als Wasserfälle. Auch diese können während einer Bootsfahrt besichtigt werden. Wir entschlossen uns, lieber eines der nahegelegenen Dörfer zu besuchen. Um 14:00 Uhr wurden wir von unserem Begleiter an der Rezeption empfangen und wanderten anschließend entlang staubiger Pfade zu dem kleinen Dorf. Unterwegs kamen wir an der sehr lebhaften Wasserstelle vorbei. Der einzelne Wasserhahn ist im Dauerbetrieb und die Frauen tragen große Kanister zu ihren kleinen Dörfern.

Der Nachmittag gestaltete sich sehr kurzweilig, da wir nach der Ankunft im Dorf so einiges erleben und entdecken konnten. Die Dorfbewohner waren anfangs etwas schüchtern und zurückhaltend. Wir schauten uns alles interessiert an und halfen mit – zumindest dort, wo es möglich war. Gemeinsam stampften und kochten wir Getreide und verarbeiteten es anschließend zu einem Brei. Probieren durften wir natürlich auch: es war etwas sandig, aber ansonsten ganz lecker.

Die Dorfbewohner beim Kochen

Wir lernten, wie die Einwohner Werkzeuge herstellen und wurden eingeladen bei einem der lauten und bunten Tänze mitzumachen. Mir persönlich hat der Nachmittag gut gefallen, obwohl ich vorher etwas skeptisch war. Ein „zur Show stellen“ der Einwohner hätte ich nicht gut gefunden. Wir hatten aber alle das Gefühl, dass wir mit einem Lächeln empfangen wurden. Mit den zusätzlich verdienten Dollar sind die Einwohner außerdem etwas unabhängiger von den Erträgen ihrer Felder. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft begleitete uns die untergehende Sonne. Den schönen Tag und gleichzeitig unseren Aufenthalt in der Sambesi-Region ließen wir mit einem guten Abendessen am Flussufer ausklingen.

Bunte Tänze mit den Einheimischen

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise nach Namibia geweckt worden ist, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine und Rundreisen an.


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