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Auf Entdeckungstour im Corcovado Nationalpark

von Mehr Steffi Kaiser Reisespezialistin

18 Juli 2018

Im November reisten mein Freund und ich nach Mittelamerika und ein ganz besonderes Highlight sollte der Nationalpark Corcovado im Süden Costa Ricas sein. Da wir während unserer Reise sowohl Costa Rica als auch Panama besuchten, lag der Nationalpark auch mehr oder weniger auf dem Weg.

Von dem Küstenort Dominical mit seinen schönen, naturbelassenen Stränden führte uns unsere Reise also auf die Osa-Halbinsel. Schon der Weg dorthin war abenteuerlich und landschaftlich eindrucksvoll. Am Nationalpark Marino Ballena machten wir am späten Vormittag einen kleinen Zwischenstopp und gingen am Strand spazieren. Der Küstenabschnitt hier ist wie eine Walflosse geformt, was ihm seinen Namen „Marino Ballena“ gab („ballena“ ist spanisch für „Wal“). Uvita ist ein gemütliches kleines Städtchen mit ein paar Bars und landestypischen kleinen Restaurants (sogenannten „Sodas“), in denen man sehr leckere Fischgerichte bekommt. Das Meer hier ist ruhig und es fließt ein kleiner Fluss in den Pazifik, weshalb man hier hin und wieder auch auf Krokodile trifft. Solange man einen gebührenden Abstand zu den Tieren hält, ist das aber nicht gefährlich (sagen zumindest die Costaricaner…).

Ein schier endloser Strand im Nationalpark Marino Ballena

Ein schier endloser Strand im Nationalpark Marino Ballena

Mit umgerechnet 8 US-Dollar war der Eintritt zwar nicht unerheblich, aber da dieses Geld für den Erhalt der Natur und den Schutz des Nationalparks verwendet wird, zahlten wir ihn gerne. Bei gutem Wetter kann man hier unendlich lange spazieren gehen und auch gut baden. Da wir im November kurz nach der Regenzeit unterwegs waren und in der Ferne ein Gewitter aufzog, haben wir es allerdings nicht ganz bis zur Walflosse geschafft. Nichtsdestotrotz war der Abstecher absolut lohnenswert und das anschließende Essen in Uvita bei prasselndem Regen unterm Dach sehr gemütlich.

Dichte Regenwolken nähern sich der Küste

Dichte Regenwolken nähern sich der Küste

Im strömenden Regen sind wir anschließend weiter gefahren Richtung Süden, um noch vor Einbruch der Dunkelheit in unserer Lodge nahe des Nationalparks Corcovado anzukommen. Zunächst war die Straße noch geteert, kurz vor Piedras Blancas ging es dann rechts ab auf eine sehr wenig befahrene und dementsprechend etwas „vernachlässigte“ Straße, die auf die Osa Halbinsel führte. Nach kurzer Zeit konnten wir von der Straße aus dann schon wieder das Meer sehen – genauer gesagt den „Golfo Dulce“ – den „Süßen Golf“.

Ein erster Blick auf den Golfo Dulce

Ein erster Blick auf den Golfo Dulce

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich etwas erschöpft unsere Lodge. Die letzten eineinhalb Stunden der Strecke führten über Serpentinen und Schotterstraßen mit enorm großen Schlaglöchern, die aufgrund der Regenzeit gut gefüllt waren und somit sehr schwer einzuschätzen. Unser Allradwagen brachte uns aber zuverlässig an unser Ziel. Bei der Lodge angekommen tranken wir erst einmal Kaffee und genossen die Ruhe und die Stille der Natur, die nur durch das Rascheln in den Büschen der hauseigenen jungen Hündin hin und wieder „gestört“ wurde. Den restlichen Nachmittag entspannten wir in unserer eigenen Hängematte auf unserer Terrasse und später gab es ein hervorragendes Abendessen.

In der eigenen Hängematte lässt es sich aushalten!

In der eigenen Hängematte lässt es sich aushalten!

Kurz vor dem Abendessen gingen wir mit unserem Guide Jaime aber erst noch auf Erkundungstour über das Lodge-Gelände in der Dunkelheit. Der leichte Regen störte uns überhaupt nicht und ich war total überrascht, wie viele Tiere man bei Nacht und Regen entdecken kann! Schlafende Kolibris, die unter Blättern Schutz suchen, unzählige Frösche in den verschiedensten Farben und gruselige Spinnen:

Einer der lautesten, dafür kleinsten Frösche, die wir gesehen haben

Einer der lautesten, dafür kleinsten Frösche, die wir gesehen haben

Oftmals verstecken sich kleine Eidechsen auf oder unter Blättern

Oftmals verstecken sich kleine Eidechsen auf oder unter Blättern

Eine Vogelspinnenart verspeist ihr Abendessen

Eine Vogelspinnenart verspeist ihr Abendessen

Am nächsten Tag fuhren wir mit Jaime und unserem Mietwagen in den eigentlichen Nationalpark Corcovado und wanderten bei tropischer Schwüle querfeldein durch den Wald. Jaime machte den Eindruck als hätte er einen Plan und wüsste wo er lang musste, also vertrauten wir ihm und folgten brav über Büsche, unter Baumstämmen hindurch und in Höhlen hinein. Mich als Spinnenphobikerin kostete besonders letzteres einiges an Überwindung, aber wenn man die Wahl hat zwischen dem Überwinden seiner Ängste und alleine zurückzubleiben im Dschungel – dann sammelt man eben alles an Mut, was man so im Körper hat und folgt dem Guide.

Mit Jaime durch das Dickicht des Dschungels

Mit Jaime durch das Dickicht des Dschungels

Aufgrund des eher schlechten Wetters in den Tagen davor haben sich leider keine Affen, Faultiere oder andere Säugetiere blicken lassen, dafür haben wir zahlreiche spannende Insekten, Frösche und Eidechsen gesehen – und natürlich zu meinem Leidwesen auch sehr viele sehr große Spinnen. Am eindrucksvollsten fand ich persönlich eine Armee von „soldier ants“, die laut Jaime Nomaden sind, also keinen Ameisenbau bewohnen, sondern immer unterwegs sind, und alles töten, was ihnen den Weg kreuzt. Zur Veranschaulichung warf Jaime ein paar Waldschaben, die die Flucht ergreifen wollten, in die Ameisenstraße. Die armen kleinen Tierchen hatten keine Chance und waren innerhalb von Sekunden aufgegessen und es blieb nichts zurück. Die Natur kann schon grausam sein.

Die Killerameisen machen vor nichts Halt!

Die Killerameisen machen vor nichts Halt!

Dieser kleine Kerl passt seine Farbe dem Untergrund an – fast wie ein Chamäleon!

Dieser kleine Kerl passt seine Farbe dem Untergrund an – fast wie ein Chamäleon!

Aber auch die Natur hier im Corcovado Nationalpark ist wirklich spektakulär. Dichter Dschungel, meterhohe Bäume, die seit Jahrhunderten hier stehen und dann immer wieder kleine Lichtungen mit Wasserfällen und Seen. Während unserer Wanderung haben wir zwei Waldarbeiter getroffen, aber ansonsten keine Menschenseele. Wir fühlten uns wirklich wie richtige Entdecker und konnten die Landschaft mit all unseren Sinnen genießen!

Costa Ricas grüne Natur…

Costa Ricas grüne Natur…

… und wir mittendrin!

… und wir mittendrin!

Auf dem Rückweg zur Lodge haben wir dann vor dem nächsten großen Regenschauer doch noch unser erstes Faultier gesehen – wenn auch hoch oben im Baum. Dank des Fernrohrs von Jaime konnten wir es aber gut erkennen. Zurück in der Lodge tat es gut zu duschen und die Füße hochzulegen.

Am nächsten Morgen scheuchte mich mein Freund um fünf Uhr morgens aus dem Bett – für mich als Langschläfer im Urlaub eigentlich ein No-Go – und wir fuhren noch vor dem Frühstück rund 20 Minuten an die Küste. Dort wartete unser Guide Rodrigo mit drei Kajaks bereits auf uns und begleitete uns durch die Mangroven. Und das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt! Das Wasser so nah an Land war ganz ruhig und links und rechts in der dichten Vegetation konnten wir zahlreiche verschiedene Vogelarten sehen, darunter auch einige Tukane, außerdem hingen Faultiere in den Bäumen, kleine Krebse kletterten die Lianen hinauf und sogar eine Boa beäugte uns interessiert, als wir mit respektvollem Abstand an ihr vorbeizogen.

Mit dem Kajak durch die Mangrovenwälder…

Mit dem Kajak durch die Mangrovenwälder…

… und zurück über das offene Mehr

… und zurück über das offene Mehr

Auf dem Rückweg tauchten um uns herum im offenen Meer dann sogar noch ein paar Schildkröten auf, die sich neugierig den Kajaks näherten und immer wieder die Köpfe aus dem Wasser reckten. Eine wirklich einmalige Erfahrung!

Haben Sie auch Lust den Nationalpark Corcovado kennenzulernen? Dann sehen Sie sich hier unseren Baustein Entdeckungstour auf der Osa Halbinsel an.


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