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Crocodile Country – spannende Begegnungen im Arnhemland

von Mehr Britta Henning Teamleiterin, Reisespezialistin

30 Mai 2017

Büro mit Meerblick, leider nur für einen Tag – Produktspezialistin Britta ist einer Einladung von Tourism NT gefolgt und erkundet fünf Tage lang das Arnhemland im Northern Territory Australiens.

 

Bereits die Anreise gestaltet sich aufregend, denn immerhin sind wir das erste Fahrzeug, welches nach der Regenzeit versucht, den East Alligator River zu queren. Die Autowracks im Fluss lassen nichts Gutes befürchten. Die Sicherheitsmaßnahme, alle Fenster zu öffnen, hat auch einen komischen Beigeschmack, denn in diesem Fluss schwimmen Salzwasserkrokodile und Schilder warnen, sich nicht zu nah ans Ufer zu begeben.

Überquerung des East Alligator River

Wir fahren los und das Wasser rauscht unterhalb des Fensters vorbei – verrückt, aber unser Guide meistert diese Flussüberquerung genau wie die folgenden souverän. 5 Stunden Fahrt durch die Wildnis und keine Spur von Zivilisation – außer ein paar weiteren gestrandeten Fahrzeugen und wenigen alten Schildern. Unterwegs sehen wir Wildpferde, Büffel und Dingos sowie zahlreiche Vögel. Unglaublich, wie grün die Landschaft jetzt nach den starken Regenfällen ist.

Wir machen eine kleine Bootstour, um Krokodile und Vögel zu beobachten, doch die Krokodile nutzen die großen Wasserflächen und verstecken sich zunächst, bis das Wasser plötzlich doch noch neben unserem Boot von einem peitschenden Krokodilschwanz aufgewirbelt wird.

Fotosession bei der Bootsfahrt

Uns erwartet ein unglaublich schönes Camp auf der Cobourg Halbinsel. Die luxuriösen Zelte stehen direkt auf einer Klippe am Meer. Direkt vor meiner Nase zieht ein Hai seine Runden, als wolle er mir kurz und eindrucksvoll vermitteln, dass unser Guide Dave Recht hat. Dieses Paradies ist mit Einschränkungen zu genießen, denn Haie und Krokodile dominieren das Gewässer. Ein Strandspaziergang findet also besser mit 2-3 Metern Abstand zum verlockenden Nass statt.

Mein „Schade“ lässt Dave nicht gelten, immerhin gibt es Tausende Strände, an denen ich schwimmen kann, aber wo gibt es noch eine unberührte Wildnis, in der sich der Mensch anzupassen hat. Ich gebe ihm Recht und genieße mit den Augen.
Eine Abkühlung bietet die Dusche im Camp – mit Blick in den Regenwald oder über die sagenhafte Küste stehe ich unter der Freiluftdusche – herrlich! Dazu weht aus der Camp-Küche ein verlockender Geruch. Dave ist nicht nur ein wandelndes Lexikon und spricht mehrere Aborigine-Sprachen, er war in seinem jungen Leben auch bereits Koch. Der knusprig marinierte Barramundi-Fisch, ein aromatischer Chutney an einer Büffel-Wurst, geheimnisvolle Kräuter aus der Küche der Aborigines und ein kühles Glas Weißwein lassen keine Wünsche offen.

In der Gemeinde Gumbalanya im Arnhemland leben die Menschen von der Büffelzucht, als Ranger im Garig Gunak Barlu Nationalpark und von einem florierenden Kunst-Zentrum, dem Injalak Hill Arts and Craft Centre. Alan, einer der jungen Künstler, nimmt uns mit in die Felslandschaft und zeigt uns faszinierende bis zu 20.000 Jahre alte Felsmalereien. Die Geschichten hinter diesen Malereien bilden fast immer eine Moral, mit der die Aborigines ihre Bräuche und Kultur dokumentieren und von Generation zu Generation weitertragen.

Felslandschaft mit bis zu 20.000 Jahre alten Felsmalereien

Von diesen Felsmalereien inspiriert, bringen die Künstler die Motive auf traditionell hergestellte Holzrinden oder Leinwände. Wir werden hier auf dem Rückweg nochmals stoppen und ich habe das Gefühl meine Kreditkarte schreit nach Aufmerksamkeit – immerhin fließt das Geld komplett wieder an die Aborigine-Gemeinde zurück und jeder Gegenstand erzählt eine eigene Geschichte.

Ein wunderschöner Sonnenuntergang lässt sich mit ein paar Knabbereien und einem Glas Wein noch besser genießen. Heute bin ich froh über meinen Jetlag, denn als typischer Langschläfer hätte ich das folgende Himmelsschauspiel sonst sicher verpasst. Der glitzernde Sternenhimmel zieht sich hinab bis zum Horizont und die hellsten Sterne spiegeln sich in der stillen See.

Nach dem Frühstück geht es mit dem Boot hinaus in die Bucht. Wir besuchen das verlassene „Victoria Settlement“ – der dritte Versuch der Briten, Australiens tropischen Norden zu besiedeln – es gelang mit der heutigen Stadt Darwin erst der fünfte. Die Ruinen erzählen eine lebendige Geschichte. Elf Jahre lang versuchten die Soldaten und ihre Familien hier ihre Kolonie gegen die Franzosen und Holländer (die niemals kamen) zu verteidigen und ihre britischen Traditionen bei 40°C sowie einer irren Luftfeuchtigkeit zu pflegen. Bei der Vorstellung hier in einem geschlossenen Steinhaus an einer offenen Feuerstelle zu kochen und dabei ein komplettes Wollkleid samt Unterkleid tragen zu müssen, wird mir ganz anders.

Wir machen einen Spaziergang durch die Ruinen, hier und da zupft Dave ein Blatt ab, buddelt kleine Knollen aus oder zeigt auf eine Frucht. Wir wandern quasi durch eine Apotheke. Es gibt Magenmittel, etwas gegen Zahnschmerzen, natürliche Pflaster und leider auch allerlei Pflanzen. Diese sehen für mich jedoch alle sehr ähnlich aus und sind oftmals giftig. Eine Bush-Medizinerin werde ich wohl nicht mehr, so sehr mich das Thema auch fasziniert.

Auf dem Rückweg zum Camp werfen wir die Angel aus, um für das Abendessen zu sorgen. Der erste Versuch meines Mitreisenden liefert gleich einen 8 kg Fisch. Ich bin beeindruckt, habe ich selbst doch nur einen böse guckenden Barracuda an der Angel. Der finstere Geselle landet nicht auf dem Teller, sondern schwimmt wieder in die Freiheit.

Angeln auf dem Rückweg

Anschließend ist „Freizeit“ angesagt, die ich gerne nutze, um auf meiner kleinen Terrasse mit Meerblick meine ersten Reiseeindrücke aufzuschreiben. Allerdings klappe ich jetzt den Laptop zu. Es ist Ebbe und das Meer ist weit genug zurück gegangen, um gefahrlos einen Strandspaziergang zu machen. Berühmte letzte Worte…? Oder wir lesen uns wieder, wenn ich von meinen weiteren Abenteuern im Top End berichte….

Spaziergang am Strand

Heiliger Bimbam – Das sollte doch ein Scherz sein! Es ist ein traumhafter Strand: menschenleer, eine sanfte Brise, die Wellen plätschern gemächlich und die Sonne lässt die roten Felsen in der Ferne aufleuchten. Direkt hinterm Strand beginnt eine grüne Wildnis. Schweren Herzens halte ich mich von der Wasserlinie fern als ein unheimliches Krachen mich aus meinen Tagträumen holt. Wenige Meter neben mir, direkt am Waldrand steht eine eindrucksvolle Gestalt. Tiefbraune Augen mustern mich wachsam. Ich staune und bin ein bisschen besorgt. Der Banteng Bulle trägt eindrucksvolle Hörner und schnaubt. Für mich hört sich das ganz deutlich nach „ICH werde hier nicht weggehen“ an. Natürlich kann ich nicht widerstehen und mache ein Foto von dem wunderschönen Tier, dann gehe ich langsam weiter. Der Bulle begleitet mich ein paar Meter, als wollte er deutlich machen, wohin ich zu gehen habe.
Im Camp sind unsere Gastgeber überrascht. Ein Banteng-Rind ist nicht unbedingt oft in der umliegenden Wildnis zu sehen.

Ein Banteng Bulle in der Wildnis

Die Nachmittage und Abende im Camp sind herrlich. Eine Dusche unter freiem Himmel, bei der warmes Wasser völlig unnötig ist, dazu das Kreischen der Kakadus und zum Sonnenuntergang versammeln sich alle auf der Klippe und genießen das Naturschauspiel. Und das spielt sich nicht nur am Himmel ab, denn wir beobachten, wie ein etwa 4 Meter großes Krokodil auf den Strand zuhält und langsam ans Ufer kriecht.

Nach dem tollen Abendessen sitzen wir im gemütlichen Outdoor-Wohnbereich, versuchen uns am Didgeridoo, singen und es wird sogar getanzt. Unsere kleine Reisegruppe besteht aus sechs Personen, 4 Nationen und hat eine Altersspanne von Ende 20 bis Mitte 70 – einfach Klasse!

Wenn Ihr Interesse an einer Australien-Reise geweckt wurde, schauen Sie rein in unsere Australien-Reisebausteine und stellen Sie sich Ihre Reise individuell zusammen.

 


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4 Kommentare
Sandra, 30. Mai 2017, 17:59 Uhr

Wow, klasse Bilder, da habe ich gleich wieder Lust auf Urlaub bekommen 😉

lg
Sandra

Robin Kühn, 8. Juni 2017, 12:55 Uhr

Hallo Sandra,

vielen Dank für das tolle Feedback! Das kann ich sehr gut verstehen 😉

VG Robin

evi saatkamp, 3. Juni 2017, 19:05 Uhr

Klingt nach spannenden Tagen in einer beeindruckenden Wildnis!! Fernweh!!!

Robin Kühn, 8. Juni 2017, 12:58 Uhr

Vielen Dank für das Feedback!

Viele Grüße Robin

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