Mit dem Bus durch Peru

von Mehr Jannik Ingenwerth Reisespezialist

1 August 2017

„18 Tage – 2.000 Kilometer – Einmal von Madrid nach Amsterdam oder durch den Süden Perus“ – Ja der Andenstaat ist groß, sehr groß. Mit einer Fläche von 1,3 Millionen Quadratkilometern gehört Peru zu den 20 größten Ländern der Welt und ist circa dreimal so groß wie Deutschland. Wie bewegt man sich also am besten fort? Mit dem Bus!

Mit dem Bus durch Peru

Anfang April packte ich meine Sachen und meine Freundin ein. Das Ziel: Peru, Südamerika.
Wir sind beide schon ein wenig in der Welt unterwegs gewesen aber Südamerika war für uns beide Neuland.

Um uns besser mit dem lateinamerikanischen Flair vertraut zu machen, haben wir zuerst eine Stadtführung mit einem waschechten Limeño, einem Bewohner der Hauptstadt Lima, gemacht.
Es war ein schöner, sonniger Freitagmittag, also kurz vor dem Wochenende. Das hat man auch direkt am Verkehr gemerkt. Die Stadtautobahn, welche durch das Zentrum Limas führt, war ein einziger Standstreifen. Carlos, unser Guide, hatte ohnehin vor die Metropolitano zu nehmen. Der Schnellbus, 2006 ins Leben gerufen, verbindet das gesamte Zentrum Limas.
Der Vorteil: Die Fahrbahn ist gesondert. Der Bus verkehrt also ohne Einfluss des normalen Berufsverkehrs in Lima und ist dementsprechend auch deutlich schneller. Innerhalb kürzester Zeit, und vorbei an vielen genervten Autofahrern, waren wir also in der Altstadt Limas angelangt und konnten mit der Stadtführung beginnen. Der erste Pluspunkt also schon mal für Busse in Peru.

Reisebusse in Peru – eine Klasse für sich

Nach einer Nacht in der Hauptstadt stand die erste Überlandfahrt an. Von Lima ging es die Küste entlang ins beschauliche Dörfchen Paracas. Ungefähr 270 Kilometer galt es hierfür zu bewältigen.
Perus größtes Busunternehmen Cruz del Sur bietet für alle Überlandfahrten Doppeldeckerbusse an und wirbt mit enormem Komfort. Wir haben für unsere drei Busfahrten mit Cruz del Sur stets die erste Klasse („cama“) gebucht und es hat sich definitiv gelohnt. Als wir das erste Mal in den Bus stiegen und die erste Klasse betraten, war ich doch sehr überrascht. Die Sitze sind mehr Loungesessel als herkömmliche Reisebussitze, die man aus Deutschland kennt. Sie sind unglaublich bequem, eine Fußablage lässt sich einbauen und die Rückenlehne zusätzlich noch um rund 150° nach hinten umklappen. Busfahren erreicht hier ein völlig neues Level. Hinzu kommt ein Boardprogramm (zwar auf Spanisch, allerdings mit englischen Untertiteln), welches die Fahrt zusätzlich angenehmer gestaltet. Die knapp vierstündige Fahrt habe ich also bequem und nahezu liegend verbracht und konnte so ganz entspannt die tolle Landschaft genießen. Dies hätte ich zum Beispiel im Flugzeug nicht gekonnt.

Bussitz im Cruz del Sur

Nach der ersten Buserfahrung erkundeten wir zunächst Paracas und Ica.
Das Hafenstädtchen Paracas zieht Besucher hauptsächlich wegen der Touren zu den Islas Ballestas an. Die Felsformationen liegen 40 Minuten (Boots-)Fahrtzeit von Paracas entfernt und sind Heimat von Pelikanen, Seelöwen, Pinguinen und unzähligen weiteren Vogelarten. Eine wirklich beeindruckende Tour!

In Ica besichtigten wir zunächst eine der besten peruanischen Pisco-Destillerien und überzeugten uns höchstpersönlich von der Qualität des Weinbrands. Anschließend fuhren wir in die bekannte Oase von Huacachina, wo wir die Wüste auf abenteuerliche Weise mit einem Sandbuggy durchkreuzten.

Seelöwen entspannen auf den Islas Ballestas

Ausblick über die Wüste und Ica

Nachtbusfahrt nach Arequipa

Die nächste Station unserer Reise war Arequipa. Wie bereits erwähnt ist Peru sehr weitläufig und manche Strecken werden hier auch gerne mit einem Nachtbus überwunden.

700 Kilometer und zwölf Stunden (Nacht-)Busfahrt trennten uns von der Klosterstadt. Nach der ersten Erfahrung mit den bequemen Bussen war ich nun gespannt, ob sie sich auch zum Schlafen eignen. Nach einem Film und ein paar Liedern schlief ich ein. Meiner Freundin, bereits am Träumen, schienen der Bus und die bequemen Sitze auch sehr gefallen zu haben.
Als das Personal etwa eine Stunde vor Arequipa damit begann, die Fahrgäste (inklusive mir) zu wecken, war ich vollends von den Bussen in Peru überzeugt.

Von den Sitzen über den Ausblick bis hin zum Einchecken in den Busterminals sind die Busse in Peru wirklich eine Klasse für sich. Sie gewinnen auch im Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber anderen Transportmitteln wie Mietwagen und/oder Flugzeug. So ist man beim Mietwagen viel zu sehr auf die Straße und die vielen Serpentinen konzentriert und kann weder entspannen, noch die wunderschöne Natur genießen. Die Natur kann man aus dem Flugzeug eben auch nur erahnen. Das Flugzeug selbst ist natürlich schneller als der Bus, man ist aber bedeutend unflexibler als mit dem Bus, da Paracas und Ica selbst beispielsweise nicht via Flugzeug von Lima erreichbar sind.

Es ist also nur empfehlenswert mit dem Bus durch Peru zu reisen, da man so garantiert entspannt am Ziel ankommt und nebenbei auch noch die Natur bewundern kann.

Wenn auch Sie eine Peru Reise planen, schauen Sie sich unsere Reisebausteine und Rundreisen an.


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