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Mit dem Bici-Taxi durch Trinidad: Auf den Spuren der Einheimischen

von Mehr Simone Gansen Reisespezialistin

22 Juni 2018

In diesem Jahr ging es für unsere Auszubildende Simone zusammen mit ihrer Familie und einer Freundin das erste Mal nach Kuba. In ihrem Blogartikel berichtet sie von einer Bici-Tour durch die Stadt Trinidad.

Wir haben uns riesig auf die Reise gefreut und uns bereits im Vorhinein intensiv mit der karibischen Insel beschäftigt. Neben den touristischen Attraktionen, die auf jeden Fall sehenswert sind, war uns wichtig, auch die weniger touristisch erschlossenen Gegenden Kubas kennen lernen zu können.

Trinidad ist eine Stadt, die man auf einer Reise nach Kuba auf jeden Fall nicht verpassen sollte, denn sie zählt zu den absoluten Highlights der Insel. Wir haben schon an unserem ersten Tag in Trinidad die Möglichkeit gehabt, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, bei denen uns eine Menge Touristen begegneten. Doch wie sieht es in den Gegenden aus, wo sich das Leben der Kubaner abspielt? Eine Bici-Tour ist die perfekte Gelegenheit, Orte und Straßen kennen zu lernen, bei denen man ein Gespür für das einheimische Leben bekommt.

Mit dem Bici Taxi unterwegs

Mit dem Bici Taxi unterwegs

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Casa Particular bei einer kubanischen Gastfamilie, machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um dort unseren Guide für die Bici-Tour zu treffen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde setzten wir uns jeweils zu zweit in ein Bici-Taxi. Alejandro, unser Guide, fuhr während des Ausfluges mit dem Fahrrad neben uns her. Und schon ging die Fahrt los, um das bunte Leben der Kubaner kennen zu lernen. Zunächst einmal fuhren wir über die lebhafte Einkaufsstraße der Einheimischen.

Das alltägliche Leben in Trinidad

Das alltägliche Leben in Trinidad

Auf der Einkaufsstraße war wirklich eine Menge los: Schuhputzer, fliegende Händler, Taxifahrer, die auf Kundschaft hofften, Fahrräder, Pferdekarren, Schweinefleisch in der prallen Sonne und vieles mehr. Doch schnell fragten wir uns: Wo kaufen die Kubaner hier überhaupt ein? Nirgends fanden wir Hinweise auf Geschäfte, Auslagen oder Ähnliches – dass es sich um eine Einkaufsstraße handeln soll, konnten wir uns kaum vorstellen.

Alejandro erklärte uns, dass wir uns mitten auf dem Schwarzmarkt der Kubaner befanden. Die Einheimischen verkaufen in ihren Häusern und Hinterhöfen die unterschiedlichsten Dinge, wobei jede Familie meist nur eine Art Ware anzubieten hatte. So wurden in einem Haus Windeln verkauft, bei dem Nachbarn gab es Öl, Werkzeuge oder Bekleidung. Und tatsächlich konnten wir bei genauem Hinsehen recht schnell die Waren in den Häusern ausmachen.

Gemüsehändler auf dem Schwarzmarkt

Gemüsehändler auf dem Schwarzmarkt

Auch Obst wurde verkauft

Auch Obst wurde verkauft

Unser erster Halt war dann schließlich eine beliebte Bar der Einheimischen. Wir stellten uns eine Bar mit toller Dekorierung, Barhockern, Musik, einer Wand voller Getränke und einer stimmungsvollen Atmosphäre vor.

Doch in der Bar angekommen, waren wir sehr erstaunt. Uns schlug eine kühle Atmosphäre entgegen, der Raum war ausschließlich mit Fliesen verkleidet und auch die Bar selbst bestand aus einer großen weißen „Fliesen-Wand“. Wenn nicht eine Getränke-Karte an der Wand gehangen hätte, hätten wir nicht den Eindruck gehabt, in einer Bar zu sein. Auch um 10 Uhr waren die Einheimischen Männer schon dabei Rum aus dem Kanister zu trinken. Die Frauen auf Kuba sind zu der Uhrzeit meist am Arbeiten.

Die Fahrt führte weiter durch die unruhigen Straßen der Stadt. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu erkunden. Durch die vielen Geräusche und Gerüche wussten wir nicht so recht, wohin wir zuerst schauen sollten. Unser nächster Halt war dann schließlich das alte Bahnhofsgelände, welches etwas außerhalb des Trubels der Innenstadt lag. Der Guide zeigte uns ganz alte, verrostete Lokomotiven, die zu unserer Überraschung vor einigen Monaten noch betriebsbereit waren. Da wir die alten Fahrzeuge höchstens aus dem Museum kannten, war es toll, diese auf dem Bahnhof stehen zu sehen.

Ein damals häufig genutztes Verkehrsmittel - der Zug

Ein damals häufig genutztes Verkehrsmittel – der Zug

Nach unserem Besuch dort konnte ich sehr gut nachvollziehen, dass der Guide vom Bahnfahren auf Kuba abgeraten hat. Für lange Strecken, wie zu Beispiel von Havanna nach Santiago, sollte man durchaus 4 Tage einplanen.

Direkt neben dem Bahnhofsgelände befand sich eine kleine Schule. Früh am Morgen spielten die Kinder fröhlich auf dem kleinen Schulhof. Auf der gesamten Insel begegneten wir sehr häufig Kindern in Schuluniform mit unterschiedlichen Farben. Der Anblick war einfach toll. Sobald Touristen in der Nähe sind, fingen die etwas kleineren Kinder direkt an zu posieren, um auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich freuten diese sich riesig über kleine Geschenke, wie Süßigkeiten oder Stifte.

Fröhliche Kinder auf dem Schulhof

Fröhliche Kinder auf dem Schulhof

Nach dieser etwas längeren Pause und einem kleinen Regenschauer, trieben wir dem Bici-Fahrer wieder den Schweiß ins Gesicht. So brachte uns dieser als nächstes zu einer Zigarrenfabrik. Von außen konnten wir dieses Gebäude nicht wirklich als solches identifizieren. Durch die Lamellen der wenigen Fenster hatten wir die Möglichkeit ins Innere der Fabrik zu schauen. Fast ausschließlich Frauen arbeiteten daran, Kubas typischen Zigarren herzustellen.

In der Zigarrenfabrik

Blick in die Zigarrenfabrik

Der Guide riet uns die Fabrik nicht von innen zu besichtigen, da die Kubaner auf der Stelle versuchen würden, die Zigarren zu verkaufen. Das Verhalten der Arbeiter kann also sehr lästig sein, doch bei einem Monatsgehalt von etwa 20$ ist dieses Verhalten durchaus nachzuvollziehen. Da wir den Prozess schon bei einem Tabakbauern in Viñales kennengelernt haben, ging die Fahrt für uns weiter.

Anschließend legten wir einen kurzen Halt in einem der kleinen Rationsläden ein. Dort können die Kubaner mit ihren Lebensmittelkarten, die sie vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen, die wichtigsten Grundnahrungsmittel erwerben. Die Rationen für die einzelnen Familien sind oftmals nicht ausreichend. Daher sind die Kubaner auf den Schwarzmarkt angewiesen.

Unser letzter Stop der Bici-Tour war dann die Töpferei El Alfarero. Seit vielen Jahren wird dort die Familientradition des Töpfern bewahrt. Wir schauten den Künstlern gespannt über die Schulter und bewunderten die unzähligen Ausstellungsstücke. Dann machten wir eine kleine Pause und tranken zusammen mit dem Guide aus den getöpferten Bechern Trinidads typischen Canchanchara. Das Getränk, welches aus Honig, Wasser, Limone und Rum hergestellt wird, sollte man bei einem Besuch in Trinidad auf keinen Fall verpassen.

Die Töpferwerkstatt in Trinidad

Die Töpferwerkstatt in Trinidad

Obwohl der Tourismus auf Kuba in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, gibt es immer noch sehr viele unberührte Stellen. So zum Beispiel auch im vom Tourismus geprägten Trinidad. Ein guter Tipp für Sie ist also in die Nebenstraßen, abseits des Tourismus, einzutauchen.

Wenn auch Ihr Interesse an einer Reise durch Kuba geweckt wurde, schauen Sie sich unsere Reisebausteine und Rundreisen an. 


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