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Bhutan von West nach Ost Teil II

von Mehr Claudia Neukirch Reisespezialistin

6 März 2013

In der letzten Woche hat unsere Reisespezialistin Claudia uns bereits von Ihrer Reise nach Bhutan berichtet. Da Sie so viel gesehen hat und es viel zu berichten gibt ist hier der Teil II Ihrer Reiseerlebnisse von der Mitte bis in den Osten…

Auf dem Weg ins Kranichtal…

Den Kranichen auf der Spur…

Es folgte das Kranichtal und wieder veränderte sich die Landschaft. Das Tal ist überdeckt mit Zwergbambus, der gerne von den Yaks gefressen wird und prompt traf ich auf zwei Exemplare, die aus dem Auto heraus von mir abfotografiert wurden. Wir steuerten direkt den hiesigen Dzong an, der auf einer Anhöhe erbaut wurde. Eine kleine Straße schlängelt sich hinauf, umsäumt auf beiden Seiten von traditionellen Häuschen, die mit Phallussymbolen verziert sind. Die Sonne schien und dazu stieg noch etwas Nebel auf und machte die Postkartenidylle einfach perfekt! Anschließend unternahmen wir noch eine wunderschöne Wanderung entlang des Tals, trafen erneut auf halbwilde Yaks und sahen Kraniche, die jedes Jahr zum überwintern von Tibet nach Bhutan fliegen.

 

Gebetsflaggen in Bumthang

Gebetsflaggen in Bumthang

Das Herz Bhutans – Auf nach Bumthang

Die nächste Etappe führte ins Herz von Bhutan nach Bumthang. Die Landschaft ist hier bergig und dicht bewaldet und von hier verbreitete Guru Rinpoche die buddhistischen Lehren im ganzen Land. Man findet hier die ältesten Tempel Bhutans, um die sich viele Legenden ranken. Im gemütlichen Aufenthaltsraum meiner Unterkunft traf ich einen Herrn aus der Schweiz, der in den 80er Jahren mehrere Jahre in Bhutan gelebt hat und viele, interessante Geschichten erzählen konnte. Für mich sollte es am nächsten Tag nach Ugyencholing gehen, wo ein Museumsbesuch auf dem Programm stand, und er kannte das Museum noch aus früheren Tagen als Heimat der Herrschaftsfamilie und war sogar dort mal Übernachtungsgast. Eine nette Abwechslung zu den Klöstern war auch ein Besuch in der Bierbrauerei, wo ich mit anderen Touristen auf Holzkisten sitzend das Bier verkostet habe.

Von Bumthang sind wir weiter Richtung Mongar gefahren und die Strecke war für mich mit die schönste und abwechslungsreichste der ganzen Tour mit der Überquerung zweier Pässe (inklusive toller Aussicht) und Fahrt durch das milde Sengor Tal. In Mongar haben wir einen Übernachtungsstopp eingelegt und zu meinem Glück fand hier zeitgleich mit meinem Aufenthalt ein Tshechufest statt.

Auf dem Weg nach Osten…

Der letzte Teil meiner Bhutan Reise führt mich noch nach Trashigang und schließlich auf dem Landweg weiter bis zur Grenze nach Samdrup Jonghkar. Dieser Teil der Reise war mit langen, aber trotzdem wunderschönen Überlandtransfers verbunden – besonders die letzte Fahrt nach Samdrup Jonghkar war für mich einfach unbeschreiblich kitschig-schön. Und trotz der gefühlten 100 Klöster und Dzongs, die ich auf meiner Reise bereits gesehen hatte, konnte ich auch von weiteren nicht genug bekommen. Besonders die interessanten (und zugegeben manchmal auch befremdlichen) bhutanischen Legenden hatten mich ganz in den Bann gezogen. In Trashigang verbrachte ich zwei Nächte und nutzte meinen freien Tag für einen Ausflug nach Trashiyangtse. Wir besuchten hier den Chorten Kora, der mit seinem riesigen, aufgemalten Auge alles zu beobachten scheint. Der Chorten ist nach dem Vorbild der Bodnath Stupa in Kathmandu erbaut worden; ein Lama hatte im 18. Jahrhundert eine Kopie in einen Rettich geritzt und in den Osten Bhutans gebracht, alles zu Fuß versteht sich. Mein Guide erklärte mir, dass in jedem Chorten eine Relique eingebaut ist und für den Chorten Kora wurde einem (angeblich sogar lebenden) Mädchen aus Indien diese zweifelhafte Ehre zuteil.

Gom Kora

Gom Kora

Schönere Geschichten hatte mein Guide wieder am Gom Kora zu erzählen, einem kleinen schmucken Kloster mit tollen Wandbildern, dessen Historie – wie soll es auch anders sein – eng verknüpft ist mit Guru Rinpoche. Außerdem hörte ich, dass es besonders zu Festivalzeiten hier hoch hergeht und anschließend viele Ehen geschlossen werden. Der bhutanische Buddhismus ist halt alles andere als prüde. In Bhutan bleiben einem die kurvigen Bergstraßen bis zum Schluß, die Ebene erstreckt sich erst wieder hinter der Grenze in Samdrup Jonghkar und der Transfer zum Flughafen in Guwahati auf einer schnurgeraden Straße mit einem Durchschnittstempo von 80 km/h fühlte sich ungewohnt an. So entspannend wie die letzten zwei Wochen bin ich noch nie zuvor gereist. Die lieben bhutanischen Menschen, die sagenhaften Legenden und Geschichten, die hübschen Klöster und Tempel und die eindrucksvolle Landschaft  verzaubern einen vom ersten Tag an in eine andere Welt und man passt sich automatisch dem  entspannten Rhythmus des Landes an. Und schlußendlich zaubern die Erinnerungen an diese Reise mir über ein Jahr später noch immer noch ein Lächeln ins Gesicht!


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