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Ein Besuch bei den Orang Utans auf Sumatra

von Mehr Verena Hartmann Reisespezialistin

22 September 2017

Im Juni war es endlich so weit. Die lang ersehnte Reise nach Indonesien auf die Insel Sumatra stand an. Schon während unserer Reiseplanungen war klar: der Besuch des Gunung Leuser Nationalparks sollte DAS Highlight unseres Aufenthalts werden. Einen Tag und eine Nacht mitten im Dschungel verbringen, die Geräusche erleben und natürlich die Orang Utans in freier Wildbahn beobachten.

Am Eingang des riesigen Gunung Leuser Nationalparks

Ein Besuch bei den Orang Utans

Orang Utans gehören zu der Familie der Menschenaffen und teilen etwa 96% der genetischen DNA mit dem Menschen. Es sind sehr intelligente Tiere, die aus vielen verschiedenen Gründen stark vom Aussterben bedroht sind. Heute leben sie nur noch auf Borneo und auf Sumatra in freier Wildbahn. Im Gunung Leuser Nationalpark im Norden von Sumatra leben sowohl wilde als auch halb-wilde Orang Utans, die mit Hilfe des Bohorok Orang Utan Centers in Bukit Lawang ausgewildert wurden. In der Vergangenheit wurden etwa 200 Tiere erfolgreich in die Wildnis entlassen, die zuvor ein grausames Leben in Gefangenschaft gefristet hatten.

Für Reisende besteht während eines Aufenthalts in Bukit Lawang die Möglichkeit den Dschungel während kurzer Spaziergänge bis hin zu mehrtägigen Trekks zu erkunden. Wir hatten uns während unserer Planung für eine etwa achtstündige Wanderung mit einer Übernachtung im Dschungelcamp entschieden. Gegen Mittag kamen wir also in Bukit Lawang an und checkten in der Eco Lodge ein – eine tolle Unterkunft. An der Rezeption erwartete uns auch gleich unser Guide, der mit uns den Ablauf der Wanderung am nächsten Tag besprechen wollte. Um 7:00 Uhr morgens geht es los: Die Wanderung dauert etwa acht Stunden – alles nach unserem Tempo – und Kamera und Ersatzakku sollte man nicht vergessen! Am zweiten Tag wird es bei einer Flussfahrt dann sogar nass, also unbedingt Schwimmsachen einpacken. Wir packten also unsere kleinen Tagesrucksäcke mit viel Wasser, Snacks, Schwimmsachen und Wechselkleidung.

Es hat keine 10 Minuten gedauert, da hatten wir den ersten Orang Utan gefunden

Ein Orang Utan Männchen ganz nah

Nach einer kurzen Nacht und einem schnellen Frühstück ging es dann endlich los. Gleich hinter der Unterkunft wurde der Boden schon matschiger und wir wanderten entlang von Palmöl-Plantagen bis hin zum Eingang des Gunung Leuser Nationalparks. Direkt im Anschluss beginnt der richtige Dschungel und der nächste Fotostopp folgte keine zehn Minuten später: Der erste Orang Utan! Ein kleines, weibliches Tier gar nicht weit entfernt von uns. Wahnsinn! Wir machten hunderte Fotos von dem Tier – aus jedem erdenklichen Winkel. Dann ging es weiter und nur ein paar Minuten später sahen wir, aus etwas größerer Entfernung, ein großes Männchen. Er saß ganz gemütlich auf einem wippenden Ast und beobachtete uns entspannt von seinem Aussichtspunkt. Anschließend wanderten wir weiter hinein in den Dschungel. Der Weg war teilweise nicht mehr als solcher zu erkennen, es ging bergauf und -ab und dementsprechend sollte man an passendes Schuhwerk denken. Dann blieb unser Guide plötzlich stehen und zeigte in die grünen Baumwipfel: Zwei Orang Utans – ein großer und ein kleiner. Wir blieben stehen und die Tiere kamen immer näher, als würden sie uns gar nicht wirklich bemerken. Der kleine Affe turnte über uns herum und der große Affe setzte sich vor uns auf den Boden. Mittlerweile hatten sich auch kleinere Thomas-Langur Affen zu uns gesellt und gaben ein prima Fotomotiv ab.

Thomas-Langur Affen

Gegen Mittag erreichten wir einen riesigen Baum mit ausladenden Wurzeln – ein prima Platz für das Mittagessen. Es gab eine große Portion Nasi Goreng mit Krupuk (Krabbenchips – typisch auf Sumatra) und vielen frischen Früchten zum Nachtisch. Anschließend ging es frisch gestärkt weiter über Stock und Stein.

Ein Orang Utan und unser Guide

Dann machten wir uns so langsam auf den Weg zu unserem Camp. Als wir am Camp ankamen, bekamen wir leckeren Kaffee und Plätzchen serviert und konnten uns prima stärken. Das Tolle war, dass sich auch das Camp als guter Aussichtspunkt entpuppt hat. Es gab viele kleine Affen zu sehen und zwei Komodowarane wanderten auf der Suche nach Nahrung durch den kleinen Bach. Aus unserem kleinen Zelt entdeckten wir zwei weitere Orang Utans, die näher gekommen waren. Da es regnete, hielten sie sich ein riesiges Blatt zum Schutz über den Kopf und warteten den starken Regenschauer ab. Anschließend bauten sie – keine zehn Meter vom Camp entfernt – ihr neues Nest.

Auch am Camp konnten wir viele Tiere beobachten

Nach einem reichlichen Abendessen gingen wir schlafen. Am nächsten Morgen freuten wir uns über die Sonnenstrahlen und genossen das Frühstück. Nach dem Frühstück hatten wir noch reichlich Zeit die Natur rund um das Camp zu entdecken und die Tiere zu beobachten. Am frühen Mittag liefen wir dann zum Fluss und stiegen in einen LKW-Reifen ein. Einige rasante Stromschnellen später erreichten wir pitschenass und glücklich den Ausgangspunkt Bukit Lawang.

Die letzten beiden Tage werde ich nie vergessen. Das Beobachten und die Interaktion mit den Menschenaffen und den anderen Bewohnern des Dschungels war einfach ein einmaliges Erlebnis.

Wenn auch Sie nach Sumatra reisen und eine unvergessliche Erfahrung im Dschungel machen möchten, schauen Sie sich gerne unseren passenden Reisebaustein an.


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