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Besondere Unterkünfte in Indien? Kein Problem!

von Mehr Valerie Bold Produkt- und Projektmanager

26 September 2014

Bei ihrer diesjährigen Einkaufsreise nach Indien hat sich Produktmanagerin Valerie nicht nur eine neue Region, Gujarat, angeschaut, sondern ist auch wieder nach Rajasthan gereist. Hier bieten wir in unserem erlebe-indien Programm schon verschiedene Bausteine an, mit denen man diesen farbenprächtigen Wüstenstaat mit seinen bekannten Sehenswürdigkeiten und auch verborgenen Schätzen kennen lernen kann. Diesmal wollte sie sich aber vor allem nach ganz besonderen Unterkünften umsehen: Häuser, die einst das Zuhause der Maharadschas waren und die in den letzten Jahr(zehnt)en zu Hotels mit ausgefallenem Charme und viel Komfort umgestaltet wurden. Davon soll es ja einige geben. Und sie ist fündig geworden.

Natürlich hatte ich vorher schon viel gelesen, mir Hotels im Internet angeschaut und unzählige Informationen von unserem lokalen Partner bekommen. Aber wenn man dann tatsächlich in einem prachtvollen Maharadscha-Palast ankommt, ist das doch noch einmal was ganz anderes. Mein erstes Hotel dieser Art war der Palast von Deogarh. Man fährt durch die engen Gassen des bunten Dorfes, passiert hier ein Tor und stoppt wegen einer langsam dahintrottenden Kuh.

 

Kuh in Indien

Ein ungewöhnliches Hindernis

 

Und am Ende der kleinen Straße ragt stolz das Eingangsportal zum Palast auf. Als ich aus dem Auto stieg, wurden die Trommeln geschlagen, als ich in die Lobby eintrat, rieselten pinke Blütenblätter auf mich nieder und die Gastgeber begrüßten mich mit einem freundlichen Lächeln und herzlichen Willkommensgrüßen.

 

Palast von Deoggarh

Der Palast von Deogarh

 

Der Palast stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert und gehört seitdem der Familie des Maharadschas. Erst in den 1990er Jahren wurden die ersten Zimmer für Gäste hergerichtet und heute bietet der Palast rund 50 Zimmer. Alle unterscheiden sich voneinander, nicht nur in der Größe. Sie sind alle unterschiedlich eingerichtet, mit typischen Stoffen dekoriert und strahlen die Stimmung aus 1001 Nacht aus. Sie sind einfach ein Erlebnis für sich.

 

Deogarh Zimmer

Ein Zimmer aus 1001 Nacht

 

Ich habe mich anfangs gefragt, ob ich mich nicht komisch fühlen würde – in so einem komfortablen Hotel zu wohnen und dann durch das Dorf zu schlendern. Das Dorf Deogarh ist nicht arm, aber natürlich haben die Leute hier einen anderen Lebensstandard. Als ich dann tatsächlich dort war, hatte ich dieses Gefühl nicht. In dem Palast arbeiten an die 80 Personen und die meisten von ihnen kommen aus Deogarh und den umliegenden Dörfern. Sie finden hier Arbeit und verdienen Geld für ihren Lebensunterhalt. Gleichzeitig kümmern sich die Nachfahren der Besitzer-Familie um die Bevölkerung und unterstützen die Dörfer. Dieses positive Gefühl hatte ich auch bei den anderen Unterkünften, die ich auf der Reise gesehen habe.

 

Ort Deogarh

Im Ort Deogarh

 

Keine der Unterkünfte ist wie die andere: Einige haben eher indisches Dekor, andere sind kolonial geprägt. Wieder andere zeigen  einen bunten Mix aus Stilen und Einflüssen. Gleichzeitig sieht man bei all diesen Unterkünften die Spuren der Zeit: ausgetretene Stufen, Sprünge in den Kacheln und an Ecken abblätternder Putz.

 

religiöses Bildnis

Religiöses Bildnis an der Wand in einem Zimmer des Palastes

 

Aber das macht meiner Meinung nach den Charme dieser Unterkünfte erst aus. Bei jeder neuen Unterkunft bin ich ganz neugierig auf Entdeckungstour gegangen. Überall gibt es Überraschungen. Oft trifft man auch auf die Angehörigen der Maharadscha-Familie und kann ein Schwätzchen mit ihnen halten. Das ist doch eine schöne Vorstellung – Tee trinken mit den Maharadschas. An eine Sache musste ich mich dennoch gewöhnen – ich bin Vegetarierin, aber ich denke, das würde vielen so gehen. In einigen der Paläste, die ich auf dieser Reise gesehen habe, stehen und hängen ausgetopfte Tiere, die Jagdtrophäen der Maharadschas. Viele dieser Trophäen stammen aus vergangenen Generationen und man sollte nicht vergessen, dass es andere Zeiten waren. Heute würde wahrscheinlich keiner der Angehörigen der Maharadscha-Familie noch jagen gehen, dennoch wollen sie die Erinnerungsstücke auch nicht einfach entfernen.Viele der Tiere wurden damals sicherlich nur zum Spaß getötet, aber auch nicht alle. In einer Unterkunft steht die Trophäe eines Tigers. Er wurde nicht einfach so getötet, sondern weil er damals mehrfach Tiere und Menschen angriff und eine akute Gefahr  darstellte.

Die Unterkunft, die mir persönlich mit am besten gefallen hat, ist Shahpura Bagh. Shahpura ist eine kleine Marktstadt zwischen Jaipur und Udaipur. Hier liegt, etwas abseits des Ortes, eine wahre Oase. In einem naturbelassenen Garten stehen etwas getrennt voneinander zwei Häuser in strahlendem Weiß. In jedem Haus befinden sich nur je 4 bzw. 5 Zimmer.

 

shahpura-bagh

Der Eingang des Palastes von Shahpura

 

Die Gastgeber, ebenfalls Nachfahren der Maharadschas, nennen das Hotel selbst „Boutique-Homestay“, und das trifft es eigentlich ganz gut. Hier herrscht einfach eine super entspannte Atmosphäre. Die Unterkunft ist sehr komfortabel und im kolonialen Stil eingerichtet; gleichzeitig ist sie nicht überladen.

 

shahpura-bagh-Zimmer

Im Palast von Shahpura

 

Das Personal ist sehr freundlich und dabei überhaupt nicht aufdringlich. Und die Gastgeber Sharujeet und seine Frau Maya sind so herzlich und aufgeschlossen und man kann mit ihnen über alles Mögliche quatschen. Ein weiteres Highlight der Unterkunft ist der Pool: groß und weitläufig, schick und komfortabel. Hier hätte ich es ohne Probleme noch ein paar Tage länger ausgehalten.

 

Pool des Palastes

Der Pool des Palastes

 

Trotz all der tollen Erlebnisse und Eindrücke, die ich in den verschiedenen Palästen und Heritage-Unterkünften gesammelt habe, kann ich sagen, dass es manchmal auch die kleinen, einfachen Unterkünfte sind, die einen überraschen und genauso in Erinnerung bleiben. Ich habe auf dieser Reise auch einen Zwischenstopp in Chittorgarh gemacht. Die verwinkelte Altstadt befindet sich innerhalb der Fortmauern. Und hier habe ich zwischen den weiß und blau angemalten Häusern ein einfaches Homestay gefunden. Von außen ist das Gebäude unscheinbar, aber kaum tritt man ein, spürt man die familiäre Atmosphäre im Haus.

 

 Homestay Chittorgarh

Ein Homestay in Chittorgarh

 

Wohnzimmer Homestay

Das gemütliche Wohnzimmer des Homestays

 

Gastgeber Homestay

Die Gastgeber-Familie

 

Im vorderen Teil des Hauses hat die Familie neun einfache, aber gemütliche Zimmer für Gäste hergerichtet. Sie selbst wohnt im hinteren Teil. Die Gastgeber sprechen gut Englisch und man kommt schnell ins Gespräch. Das ganze Erlebnis wird beim gemeinsamen Kochen noch intensiver.

Ein besonderes Erlebnis in Indien. Jede Unterkunft ein Highlight für sich.


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Ein Kommentar
Thomas Mahlert, 24. Dezember 2014, 17:31 Uhr

Liebes erlebe-Fernreisen-Team,
ich bin selbst ein begeisterter Indien-Urlauber und habe schon in so manch schönem (Palast-)Hotel gelohnt. Der Beschreibung des Deogarh Mahal kann ich nur zustimmen. Das ist wirklich ein Märchen aus 1001 Nacht. Schade, dass viele Deutsche einem Urlaub in Indien mit so vielen Zweifeln gegenüber stehen. Es ist ein so tolles, vielfältiges Land, das eine Fülle von zauberhaften Eindrücken bietet. Die tollen Unterkünfte bilden dafür einen traumhaften Rahmen.

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