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Mit einem Dachzelt-Allradwagen durch den Chobe und Moremi Nationalpark in Botswana

von Mehr Claudia Beier Reisespezialistin

22 August 2018

Unsere Reisespezialistin Claudia war mit uns in Botswana unterwegs und hat den Chobe Nationalpark und den Moremi Nationalpark erkundet. Mit einem Dachzelt Allradwagen war dies ein echtes Abenteuer. Über ihre Erlebnisse berichtet sie in ihrem Blogartikel.

Ankunft in Maun

Auf meiner letzten Reise stand nun endlich der Besuch im Moremi und Chobe Nationalpark in Botswana auf dem Programm. Von Windhoek aus bin ich über Ghanzi nach Maun gefahren, um von dort meine Reise in diese faszinierenden Nationalparks fortzuführen.

Zuvor deckten wir uns in Maun mit genügend Lebensmitteln und Wasser für unsere Reise ein. Auf unserem Plan stand: zwei Nächte im Moremi und zwei Nächte im Chobe Nationalpark campen. Bei vier Übernachtungen in den Parks empfiehlt es sich Verpflegung und vor allem Wasser für mindestens sechs Tage einzukaufen – für den Fall, dass man eine Panne hat oder sich fest fährt.

Die Permits für die Nationalparks bezahlten wir bereits vorher in Maun bei dem „Wildlife Office“. Dieses gibt es ebenfalls in Kasane. Zurzeit (August 2017) liegen die Kosten pro Tag bei 120 Pula (10,85€) pro Person und 50 Pula (4,50€) für das Auto. Zudem mussten wir eine Bestätigung vorlegen, dass wir die Nächte innerhalb des Parks bereits gebucht hatten (diese Unterlagen erhalten Sie vor Ort von unserer Partneragentur).

Das Abenteuer im Moremi Nationalpark beginnt

Nachdem wir also alle Besorgungen gemacht hatten, ging das Abenteuer los. Von Maun aus ging es rauf zum South Gate des Moremi Nationalparks. Die Strecke ist zum Teil noch asphaltiert und geht dann über in eine Schotterpiste. Bereits hier auf der Strecke haben wir viele Tiere wie Giraffen, Elefanten, Springböcke oder auch Büffel gesehen.

Giraffen kreuzen unseren Weg im Moremi Nationalpark

Giraffen kreuzen unseren Weg im Moremi Nationalpark

Der Moremi Nationalpark ist durch das umliegende Okavango Delta sehr grün und hat viel Dickicht. Manchmal hat es eine Weile gedauert bis wir ein Tier zwischen all dem Grün gesehen haben. Genauso schnell stand dann aber auch ein Elefant vor unserem Fahrzeug. Es gibt nichts Spannenderes als den großen Dickhäutern so nah zu sein. Trotzdem empfiehlt es sich Abstand zu den Tieren zu halten, den Rückwärtsgang einzulegen und langsam rückwärts zu rollen. Gerade Elefanten sind unberechenbar und fühlen sich schnell bedroht.

Elefant in Namibia hinter Strauch

Elefant im Dickicht

Ankunft im Camp Xahanaxa

Wir hatten zwei Nächte im Camp Xahanaxa gebucht. Vom South Gate aus ging es dann direkt Richtung Camp. Bereits hier hat man einige tiefe Sandpisten, sodass unser Allradantrieb zum Einsatz kam. Wichtig auf Sandpisten ist, nicht langsam zu fahren, da man ansonsten stecken bleibt. Ich persönlich empfehle auch jedem nur die „Main Roads“ zu befahren, da hier viele Reisende entlang kommen. Es gibt noch kleinere Wege, die etwas abgelegen sind. Wenn man sich hier festfährt, kann es eine Weile dauern bis es jemand bemerkt und zur Hilfe kommt.

Camp Xahanaxa unser Campingwagen mit Dachzelt

Unser Stellplatz am Camp Xahanaxa

Das Camp Xahanaxa liegt an einem kleinen Fluss. Wir haben direkt unser Dachzelt aufgebaut und es uns erstmal gemütlich gemacht. Die Atmosphäre haben wir als sehr besonders empfunden. Tagsüber und auch nachts hört man hier viele Tiere. Gerade nachts wird das Raubkatzengebrüll sowie das Schnauben der Nilpferde wesentlich lauter. Man bekommt das Gefühl hier nur sehr klein zu sein.

Bootstour entlang des Okavango Delta

Innerhalb der Nationalparks werden von den Campingplätzen aus keine Ausflüge angeboten. Dies ist leider nur möglich, wenn man in einer der Lodges unterkommt. In der Nähe des Camp Xahanaxa gibt es allerdings die Möglichkeit eine Bootstour zu buchen. Wir zahlten für das ganze Boot (1 Stunde Fahrt) 40 US-Dollar und hatten die Möglichkeit die Wasserwege im Okavango Delta zu erkunden. Die Uhrzeit legt man übrigens selbst fest und bespricht sich mit dem Bootsfahrer.

Okavango Delta Anleger Boote

Bootstour im Okavango Delta

Alle Campingplätze haben natürlich Sanitäreinrichtungen, diese sind zwar schlicht aber dennoch sauber. Wichtig ist hier zu erwähnen, egal ob man innerhalb des Moremi oder Chobe Nationalpark übernachtet, man sich bewusst sein muss, dass man mitten in der Wildnis ist. Die Campingplätze sind nicht eingezäunt, somit kann jeder Zeit eine tierische Begegnung stattfinden.

Sobald es dunkel ist, sollten Sie den Stellplatz nicht mehr verlassen. Gerade spät nachts oder in den frühen Morgenstunden sind Elefanten, Nilpferde oder andere Tiere unterwegs. Zu den Stellplätzen gehört auch immer eine Feuerstelle, wo Sie es sich abends gemütlich machen können.

Lagerfeuer am Abend in Namibia

Unser gemütliches Lagerfeuer

Unerwartetes Erlebnis im Khwai Gate

Nach zwei Nächte setzten wir nun unsere Reise in den Chobe Nationalpark fort. Über das Khwai Gate wollten wir raus aus dem Moremi fahren. Leider fuhren wir uns hier auf einem sehr sandigen Streckenabschnitt das erste Mal fest. Wir versuchten Sand unter unserem Auto wegzuschaufeln und uns zu befreien. Leider gelang es uns nicht. Es dauerte circa eine gute Stunde bis das nächste Auto kam.

Wir hatten Glück: Uns entdeckte ein einheimischer Guide, der sich bestens in der Region auskannte. Er befreite uns aus dem Sand und gab uns den Tipp, den Rückwärtsgang einzulegen und nie zu versuchen sich vorwärts zu befreien. Hilfreich ist neben dem Rückwärtsgang einlegen auch die schnelle Bewegung des Lenkrades hin und her. So schaufeln sich die Vorderräder frei und man hat die Möglichkeit sich zu befreien.

Jeep auf Piste im Moremi Nationalpark

Einer der Wege unterwegs im Moremi Nationalpark

Da wir das gleiche Ziel im Chobe Nationalpark hatten, nämlich das Camp Savuti, fuhren wir zusammen. Über das Mababe Gate ging es dann in den Chobe Nationalpark. Für mein Empfinden war der Streckenabschnitt Maababe Gate bis zum Camp Savuti der „Schlimmste“. Hier merkten wir erst richtig, dass die Wege irgendwann entstanden sind. Mitten auf dem Weg war ein riesiger Krater. Anscheinend war hier der Boden mal feucht und Elefanten haben den Boden genutzt, um Schönheitspflege zu betreiben.

Drum herum fahren ging leider nicht, so mussten wir uns den Weg durch diesen Krater bahnen. Wir wurden richtig durchgerüttelt bis wir an der anderen Seite ankamen. Die Fahrt macht dennoch Spaß, da man immer wieder stoppt und Tiere beobachten kann, auch wenn man sehr viel Zeit einplanen muss. Wir haben bis zum Camp Savuti den ganzen Tag benötigt und kamen in der Dämmerung an. Wir bauten unser Lager auf und machten es uns gemütlich. Da wir sehr müde waren, ging es recht früh ins Bett.

Piste durch den Chobe Nationalpark

Weg durch den Chobe Nationalpark

Mitten in der Nacht wurde wir dann wach, weil wir ein Rascheln hörten. Viel mehr war es kein Rascheln, sondern irgendwer war dabei Äste von Bäumen abzubrechen. Da unser Allradwagen mit Dachzelt sehr nah an einem Baum stand, stieg dann doch die Panik in mir auf. Ein Elefant stand genüsslich am Baum und fraß. Mitten vor unserem Allradwagen! Da hat man nur eine Möglichkeit: Ruhe bewahren und versuchen die Geräusche der Nacht zu genießen. Am nächsten Morgen kletterten wir aus unserem Fahrzeug und konnten ringsum die Abdrücke des Elefanten genau erkennen.

Das Camp Ihaha erwartet uns

Wir packten unsere sieben Sachen und fuhren dann leider schon weiter Richtung Camp Ihaha. Das Camp Ihaha war mein absolutes Highlight, da dies am Chobe River liegt. Bereits auf dem Weg dorthin haben wir so viele Elefanten gesehen und konnten beobachten wie die Jungtiere im Wasser spielten. Abends mit einem kühlen Savanna am Fluss zu sitzen, die Geräusche um sich und noch einen farbenfrohen Sonnenuntergang zu haben, war für mich der perfekte Ausklang des Tages. Leider ging es am nächsten Tag bereits weiter nach Kasane.

Camp Ihaha Blick auf den Chobe River

Stellplatz Camp Ihaha

Ich hatte wirklich eine schöne und unvergessliche Zeit innerhalb der Nationalparks. Dennoch darf man die Gefahren nicht unterschätzen. Ich würde daher jedem empfehlen, der noch nie mit einem Allradwagen gefahren ist, ein Fahrtraining zu Beginn der Reise zu machen. Ebenfalls ist es ratsam bei solch einer Reise ein Satellitentelefon mit zu nehmen.

Falls Sie auch eine Reise durch Botswana planen, bin ich Ihnen gerne behilflich und berichte Ihnen gerne, was ich noch alles auf meiner Reise erlebt habe.

Sonnenuntergang am Chobe River

Sonnenuntergang am Chobe River

Haben auch Sie Interesse an einer Reise durch Botswana? Dann schauen Sie gerne bei unseren Rundreisen oder Reisebausteinen vorbei.


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Ein Kommentar
Bibo & Tanja von Auszeitnomaden, 27. August 2018, 10:51 Uhr

Hallo Claudia,

toller Bericht !!
Wir sind schon echt auf Moremi und Chobe gespannt.
Deine Bilder versprechen ja wieder tolle Erlebnisse !
Nicht mehr lange und dann geht es für uns endlich los !

Liebe Grüße
Stephan & Tanja

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