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Einmal auf den Agung, den höchsten Vulkan Balis

von Mehr Christina Peters Reisespezialistin

12 Januar 2016

Schon vor ihrer Reise nach Indonesien war Reisespezialistin Christina sehr aufgeregt. Ihr stand ein Trekking auf den höchsten Vulkan Balis bevor! Der 3031 Meter hohe Vulkan Agung ist nicht nur der höchste Vulkan Balis, er ist auch ein heiliger Berg, da es heißt, dass die hinduistische Gottheit Shiva hier wohne. Durch das Lesen von verschiedenen Erfahrungsberichten wuchs bei ihr die Spannung, aber auch die Vorfreude auf dieses aufregende Erlebnis. Endlich war es dann fast zum Ende ihrer Reise soweit und Christinas Trekking auf den heiligen Vulkan konnte beginnen.

Nachdem wir am Mittag in unserem kleinen und charmanten Hotel in Sidemen angekommen waren, wurden wir herzlich von dem Eigentümer des Hotels in Empfang genommen. Er erzählte uns von verschiedenen Gästen, die den Vulkan bereits erklommen haben. So gab es zwei Gäste, die völlig erschöpft von ihrem Trekking in die Unterkunft zurückkehrten und den Rest des Tages verschliefen, weil Sie so erschöpft von dem Aufstieg waren! Den Rest des Tages nutzten wir zum Entspannen am Pool. Dabei konnten wir den Agung aus der Ferne bereits erblicken und uns gar nicht vorstellen, wie wir in der bevorstehenden Nacht diesen riesigen Gipfel erklimmen sollten.

agung ausblick

Der Ausblick auf den hohen über 3000 Meter hohen Agung flößt uns Respekt ein.

 

Mitten in der Nacht, um 01:30 Uhr wurden wir von unserem Guide „Joko“ in Sidemen abgeholt. Warum so früh? Wir wollten zu Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein. Mit einem Frühstückspaket, einigen Flaschen Wasser und Müsliriegeln im Gepäck machten wir uns mit dem Auto auf dem Weg zum Startpunkt unseres Trekkings. Wir starteten, immer noch bei Dunkelheit, auf 1.500 Metern am Tempel Pasar Agung. Nach einigen Treppenstufen erreichten wir den Eingang des Tempels, wo unser Guide uns bat, die Stirnlampen auszuschalten. In der tiefschwarzen Nacht legte unser Guide für den Aufstieg Opfergaben nieder, zündete Räucherstäbchen an und betete für uns. Mittlerweile hatte es ein bisschen angefangen zu regnen, doch zum Glück ließ der Regen nach kurzer Zeit wieder nach und setzte auch während des gesamten Aufstiegs nicht mehr ein. Meine Aufregung legte sich zwar langsam, da es nun endlich richtig losging, aber meine Anspannung und Angst, dass ich den Aufstieg nicht schaffen würde, hielt an. Unser Guide lief immer voran, schaute sich von Zeit zu Zeit immer rücksichtsvoll um und half uns auch, wenn es nötig war.

Zunächst liefen wir noch unterhalb der Baumgrenze durch den Wald. Zum Glück hatten wir uns in Zwiebeltechnik (mehrere dünne Bekleidungschichten) angezogen, denn die Anstrengung brachte uns schon jetzt ins Schwitzen. So entledigten wir uns der obersten Schichten. Doch mit einigen Trinkpausen erreichten wir den Rand der Waldzone, wo wir auf einen deutschen Reisenden trafen. Dieser versuchte ein Feuer zu machen. Er hatte den Aufstieg bereits abgebrochen und wollte am Rande des Waldes auf seine Freunde warten, die den Aufstieg weiter fortsetzten. Während wir uns mit ihm unterhielten und den klaren Sternenhimmel bewunderten, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Sternschnuppe. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Aber nun hieß es weiter gehen, denn schließlich wollten wir zu Sonnenaufgang am Gipfel ankommen. Wir konnten immer nur den Lichtschein der Stirnlampe sehen und wenn ich dann doch mal nach oben schaute, um zu sehen „wie weit es noch ist“, musste ich feststellen, dass es immer noch stockfinster war.

Über Lavagestein und Geröll führte uns unser Guide immer weiter den Vulkan hinauf. Auch auf dem Abschnitt, wo wir uns nur noch auf Lavagestein und Geröll fortbewegten, trafen wir auf zwei deutsche Reisende, die ebenfalls aufgegeben hatten und gemütlich bei einem Frühstück zusammen mit Ihrem Guide am Lagerfeuer saßen. Allmählich konnte man am Horizont einen ersten, leichten Lichtstreifen sehen und wir hatten einen wunderschönen Ausblick auf Bali mit den vielen kleinen Lichtern der Nacht. Der schwierigste Teil lag jedoch noch vor uns. Auf allen Vieren kletterten wir über Lavagestein und ich dachte immer nur „Wie soll ich hier je wieder runter kommen“. Unser Guide lief aufrecht immer weiter dem Gipfel entgegen, während wir ihm folgten. Es war sehr anstrengend, aber dennoch habe ich nicht einen Moment mit dem Gedanken gespielt aufzugeben. Ich wollte unbedingt den Sonnenaufgang am Gipfel erleben! Weiter oben sahen wir kleine Lichter, die uns zeigten, dass noch weitere Reisende mit Stirnlampen den anstrengenden Aufstieg auf sich nahmen. Gleichzeitig zeigten uns die Lichter, die noch sehr weit entfernt waren, dass wir noch ein ganzes Stück bis zum Gipfel vor uns hatten. Nachdem wir wieder mal eine kleine Trinkpause eingelegt hatten, sagte uns unser Guide, dass wir noch etwa zwanzig Minuten bis zum Gipfel benötigen. Ich fand das in dem Moment nicht mehr lange und war voller Vorfreude. Doch dann stellte sich heraus, dass wir uns schon direkt unter dem Gipfel befanden und unser Guide uns einen kleinen Streich spielen wollte. Ich konnte es nicht fassen, dass wir nur noch wenige Schritte vom Gipfel entfernt waren. Wir verbrachten noch einige Minuten unterhalb des Gipfels, da wir hier geschützt auf Steinen saßen und die Sonne noch ein wenig Zeit bis zum Aufgang benötigte.

agung schatten

Der Agung wirft bei Sonnenaufgang einen Schatten auf das Tal.

 

Nach einer erneuten Kletterpartie erklommen wir dann erschöpft, aber auch überglücklich nach fast vier Stunden Aufstieg, den Gipfel des Vulkan Agung. Ich war völlig ergriffen und konnte es immer noch nicht fassen. Mit uns waren etwa 20 andere Personen auf dem Gipfel, um den wunderschönen Sonnenaufgang zu verfolgen.

In der Ferne konnten wir die Sonne über dem Rinjani Vulkan auf Lombok aufgehen sehen.

Rinjani

In der Ferne sehen wir, wie der Rinjani die Wolkendecke durchbricht.

 

Unser Guide hatte für uns warmen Tee mitgebracht, den man dort oben bei der Kälte gut zum Aufwärmen gebrauchen konnte.

teepause

Wir gönnen uns eine wohlverdiente Teepause.

 

Etwa eine halbe Stunde verbrachten wir auf dem Gipfel. Wir genossen die Aussicht und machten Erinnerungsfotos. Dann hieß es wieder den weiten Weg hinunter laufen. Wir ließen uns Zeit, denn es war nicht immer ganz einfach über das Lavagestein nach unten zu laufen.

wanderweg

Über den steilen Weg geht es zurück ins Tal

 

Mit der Zeit wurden unsere Beine immer schwerer und durch die Sonnenstrahlen wurde es immer wärmer. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass der Abstieg mindestens genauso anstrengend ist, wie der Aufstieg. Während des Abstiegs trafen wir noch auf Balinesen, die dem Vulkan Opfergaben brachten. Ich staunte, als ich sah, dass sie nicht wie wir, in festen Schuhen, sondern mit Flip Flops den Vulkan hinauf liefen. Neben farbenfrohen und blumigen Opfergaben trugen Sie auch Gänse, ein Schaf und sogar ein Rind auf den Vulkan, um diese dem Vulkan Agung zu opfern. Denn für die Hinduisten ist der Vulkan Agung ein heiliger Berg. Teilweise fragten wir uns, wie sie die zahlreichen Opfergaben auf den Gipfel bringen wollten. Schließlich waren wir schon erschöpft, obwohl wir nur uns selbst auf den Gipfel tragen mussten. Nach drei Stunden Abstieg kamen wir wieder völlig erschöpft und froh am Ausgangspunkt unseres Trekkings an.

tempel

Wir freuen uns, als wir den Tempel am Ausgangspunkt unserer Tour wieder erreicht haben.

 

Dieses Trekking war ein einmaliges Erlebnis, das ich nicht mehr missen möchte. Zwar sollte man den Auf- und Abstieg nicht unterschätzen, aber wenn Sie körperlich fit sind, sollten Sie den Baustein „Fluss und Vulkan“ unbedingt in ihre Reiseplanung aufnehmen.


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