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Meine Reisen ins Land der Pharaonen…

18 April 2015

Schon sechs Jahre ist es her, dass Produktmanagerin Verena das letzte Mal ihren Rucksack für Ägypten packte… und obwohl ihr die Highlights wie die Pyramiden, die Segeltour auf der Dahabeya und das leckere Essen in guter Erinnerung geblieben sind, so waren alle nützlichen Informationen zum Thema Einreise und Trinkgelder irgendwie ihrem meinem Kopf verschwunden.  Zum Glück konnte man das ja nachlesen 😉 

Die Frage, die sich mir in den Wochen vor der Abreise stellte, war, wie sich das Land nach der Revolution 2011 wohl verändert haben würde. Würden viele Reisende schon wieder in Ägypten unterwegs sein? Würden die wenigen Touristen, die wieder hinreisen, umso mehr von den Händlern und Verkäufern belagert? Würden wir die Tempel für uns alleine haben?

Der Hatschupsut Tempel in Luxor im Jahr 2009

Der Hatschupsut Tempel in Luxor im Jahr 2009

 

Ganz gespannt bin ich also in Luxor gelandet – an Bord der Egypt Air Maschine waren zwar auch andere Touristen, aber überwiegend Ägypter. Ein erstes Indiz?  Mein Fahrer zum Hotel war derselbe, der mich auf meiner Reise im Jahr 2009 begleitet hatte. Das Auto war neu – das vermerkte ich in der Kategorie „Positive Eindrücke/Erfahrungen“ meiner mentalen Liste.  Auch meine Unterkunft, ein gemütliches Guesthouse am Westufer des Nils hatte sich kaum verändert. Ich wurde so herzlich empfangen wie damals, die Zimmer waren in dem gleichen guten Zustand und der einzige Unterschied bestand darin, dass wir die einzigen Gäste waren.

Am Freitag machten wir uns mit unserem Fahrer und Guide auf den Weg zu den Tempeln der Westbank:  Das Tal der Könige und der Hatschepsut Tempel standen auf dem Programm.  Das Tal der Könige war mir als heißer und sehr gut besuchter Ort in Erinnerung geblieben, an dem sich unheimlich viele Reisende in die engen, muffigen und steil hinabführenden Grabkammern der Pharaonen drängten. Diesmal lernte ich eine ganz andere Tempelanlage kennen: Ein kühler Wind strich durch das Tal, und weil so wenige Touristen unterwegs waren, konnten wir zum ersten Mal die Farbenpracht und kunstvollen Zeichnungen und Hieroglyphen in den Grabkammern in aller Ruhe bestaunen. Die Verkäufer auf dem Vorplatz waren nicht aufdringlicher, als ich es von der letzten Reise in Erinnerung hatte.

Hatschepsut Tempel Luxor

Der Hatschepsut Tempel bei meinem Besuch 2015

 

Als nächstes ging es zum Hatschepsut Tempel und ich freute mich bereits darauf, die breiten Stufen des dreistöckigen Denkmals ganz alleine hinauf zu gehen. Doch schon von weitem sah ich, dass ich hier ganz und gar nicht alleine war… Wo kamen plötzlich all die Leute her? Ich hatte doch davor nicht so viele Touristen gesehen… Doch bei genauerem Hinschauen bemerkte ich, dass die Frauen zum Großteil Kopftücher trugen und auch die Kleidung der Männer nicht ganz den Modetrends der westlichen Welt entsprach. Es waren keine Touristen, die den Tempel erkundeten, sondern Ägypter! Es war ja schließlich Freitag, also der freie Tag der Muslime. Und so kam die Erkundung einer der bekanntesten Tempel weltweit zusammen mit Einheimischen auch auf die „Positive Eindrücke/Erfahrungen“ Liste.

Viele Ägypter besuchen die Tempelanlage

Viele Ägypter besuchen die Tempelanlage

 

Diese Liste wurde im Laufe der nächsten Tage immer länger…. Angefangen von „Gleiche bezaubernde Dahabeya und selbe Crew“ über „Sound & Light Show in Edfu mit nur weiteren fünf Reisenden“ bis zu „Beste Linsensuppe im Restaurant Sofra gegessen – Merke: nächstes Mal Kochkurs buchen“.

Um also abschließend meine Fragen zu beantworten: Es sind viel weniger Reisende an den kulturellen Stätten des Landes unterwegs, als bei meiner letzten Reise vor sechs Jahren. An der Freundlichkeit der Ägypter hat sich allerdings nichts geändert: so wie damals fühlte ich mich überall herzlich willkommen. Auch aus diesem Grund würde ich mir für das Land und deren Bewohner wünschen, dass wieder mehr Reisende nach Ägypten kommen. Es mag zwar sein, dass sich die Resorts am Roten Meer langsam erholen, doch bei einer Auslastung von gerade mal 20% lässt sich der Aufschwung entlang des Nils noch nicht erkennen. Natürlich heißt das, dass die Händler „weniger  Auswahl“ bei ihren potentiellen Kunden haben, aber bei den charmanten Sprüchen wie „Let me help spend your money“  wird jedes „No – Shukran“ von einem Lächeln begleitet.  Gleichzeitig sind die Tempel natürlich leerer und die ruhige Atmosphäre,  die nun zwischen den hohen Säulen, den beeindruckenden bunten Wandmalereien und dem mystischen Nil herrscht, ist deshalb eine ganz besondere. Alleine durch einen Tempel zu streifen, hat mir etwas von dem Gefühl vermittelt, welches die Entdecker der Tempel vielleicht auch gehabt haben: Überwältigung und absolute Faszination!

 

 

 

 


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