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Unterwegs auf der Abenteuerstraße Carretera Austral

28 August 2017

Kurzfristig hat Produktmanagerin Kathrin ihre Geschäftsreise Ende April nach Chile geplant. Ihr Ziel war die bekannte Abenteuerstraße Carretera Austral in Chile auszukundschaften! Unsere lokale Agentur hat Kathrin auf ihrer Reise begleitet.

 

Start der Mietwagentour in Bariloche

Wir starten die Mietwagentour allerdings im argentinischen Seengebiet, in Bariloche. Beim Mietwagenanbieter holen wir den Wagen ab, laden unser Gepäck in den Kofferraum und prüfen die Ersatzreifen. Ich bin skeptisch, denn wir haben uns lediglich einen Mittelklassewagen gebucht. Und es heißt doch, man soll am besten mit einem Pick-up in dieser Region reisen. Nun gut, wer nichts wagt…

Da wir die Region noch nicht im Programm haben, gibt es auch keine Routenbeschreibung. Gewappnet mit einer Straßenkarte und einem Navigationssystem geht es also los Richtung Süden.

Die erste Etappe ist noch ganz entspannt. Auf asphaltierten und gut ausgebauten Straßen fahren wir durch das Seengebiet. Es ist Herbst in Argentinien und Chile und die Landschaft ist atemberaubend schön. Schneebedeckte Berggipfel und rot-gelb leuchtende Täler spiegeln sich in den Seen. Toll! Wir möchten am liebsten ständig anhalten, um Fotos zu machen und den Ausblick zu genießen. Allerdings bleibt mir dazu nicht allzu viel Zeit, denn in unserem heutigen Zielort Esquel möchte ich noch ein paar Hotels besichtigen.

 

Asphaltierte Straße in Südamerika

Von Bariloche startet die Abenteuer Straße Carretera Austral

 

Knapp 300 Kilometer weiter südlich erreichen wir Esquel. Wenn man ganz ehrlich ist, hat dieser Ort, neben den Skipisten, nicht allzu viel zu bieten. Hier ist mehr der Weg das Ziel.

Am späten Nachmittag laufen wir von Hotel zu Hotel, führen Gespräche mit den Hoteliers und finden einige Unterkünfte, die gut zu erlebe-chile passen. Zum Abschluss dieses Tages habe ich mir ein leckeres Abendessen und ein Glas guten, argentinischen Malbec verdient. Und da wir morgen wieder früh raus müssen, gehen wir zeitig schlafen.

Am nächsten Morgen starten wir früh und verlassen alsbald die asphaltierten Straßen. Eigentlich sind es nur knapp 60 Kilometer, die wir heute zurücklegen müssen. Im Prinzip ein Katzensprung, denken wir…

 

Über Stock und Stein auf der Carretera Austral

Auf Schotter und Geröll geht es weiter. Was zunächst kein Problem ist, denn die Straßen sind gut präpariert. Jedoch stellen wir schnell fest, dass wir uns besser gut auf die Straßen konzentrieren sollten. Wir passieren die Grenze nach Chile. Spannend, denn die Grenzbeamten in Argentinien sitzen in einer Art Container und 50 Meter weiter hinter der Schranke, sitzen die chilenischen Kollegen in einem komfortablen Häuschen mit rustikaler Einrichtung. Vermutlich kommen hier zu dieser Zeit nicht allzu viele Touristen vorbei und wir bekommen die volle Aufmerksamkeit inklusive Durchsuchung unseres Kofferraums.

 

Schotterstraße in Südamerika

Die Carretera Austral wird irgendwann zu einer Schotterstraße

 

An der entscheidenden Kreuzung verpassen wir leider den Wegweiser nach Futaleufú. Und anstatt den kurzen Weg zu nehmen, verlassen wir uns auf unser Navigationssystem und fahren einen riesigen Umweg auf der schlechtesten „Straße“, auf der ich jemals unterwegs war. Dass wir ohne Unterbodenschäden und kaputten Reifen unser Ziel erreichen, grenzt für mich an ein Wunder! Wir fahren drei Stunden, weit und breit keine Menschenseele und vom Handyempfang ganz zu schweigen. Selbst die Mitarbeiterin unserer lokalen Agentur gibt zu, diese Straßen seien nicht die besten und uns bleibt kurz der Atem stehen, als wir mit unserem Mietwagen auf einem Hang fast im Geröll stecken bleiben.

 

Wälder entlang der Carretera Austral

Eine wunderschöne Aussicht erstreckt sich neben der Abenteuerstraße

Futaleufú

Total geschafft kommen wir nach fünf Stunden in Futaleufú an. Dort werden wir von einem herzlichen Ehepaar erwartet, welches extra für uns ihre urgemütliche Posada eine Nacht länger geöffnet lässt. Als sie hören, welchen Weg wir gefahren sind und wie lange wir unterwegs waren, schlagen sie die Hände über dem Kopf zusammen und erzählen uns, dass man maximal eineinhalb Stunden für die Strecke benötigt, weil die Straßen auf diesem Stück auch bereits gut ausgebaut und teils asphaltiert sind. Ich lache sehr über unser Abenteuer – wie gut, dass wir neue Regionen vorab selber bereisen und testen!

 

 

Am Abend sitzen wir mit dem Eigentümer gemütlich zusammen und unterhalten uns über die Gegend und was man alles unternehmen kann. Wandern, Raftings oder einfach die Natur genießen. Nach der anstrengenden Fahrt und anschließenden Hotelbesichtigungen fallen wir todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen werden wir nochmals ganz herzlich von den Eigentümern der Posada mit einem Frühstück verwöhnt. Anschließend brechen wir auf zu unserer nächsten Etappe nach Chaitén.

Heute ist das Wetter gar nicht schön. Es hängt Nebel in den Anden und der Regen tut sein Übriges. Kurz vor Chaitén halten wir an einer möglichen Unterkunft. Man kann sich gut vorstellen, was für ein wundervolles Plätzchen es ist, wenn die Sonne scheint und sich der blaue Himmel im Lago Yelcho spiegelt. Die Unterkunft ist zu dieser Jahreszeit geschlossen, aber die Eigentümerin empfängt uns, sodass wir die Möglichkeit haben, uns die Posada genauer anzusehen. Herrlich – ich fühle mich gleich wohl in der Unterkunft und würde am liebsten über Nacht bleiben! Aber wir fahren heute weiter bis in das Örtchen Chaitén.

 

Auf dem Weg nach Chaitén

Der kleine Ort ist umgeben von drei Vulkanen, wovon der Vulkan Chaitén 2008 ausbrach und durch seinen gewaltigen Schlamm- und Schuttstrom die kleine Stadt größtenteils zerstörte und diese evakuiert werden musste. Doch die Einwohner kamen zurück und richteten nach und nach die Stadt wieder her. Inzwischen gibt es einige kleine Unterkünfte und alles, was man auf einem kurzen Zwischenstopp durch das Seengebiet braucht.

An Chaitén grenzt das Naturschutzgebiet Parque Pumalín, das vom Multimillionär Douglas Tompkins gegründet wurde. Der Park ist Vorreiter in Sachen Infrastruktur und Umweltschutz. Es gibt ein Besucherzentrum und zahlreiche Trekkingpfade, die immer weiter ausgebaut werden. Vor Ort können auch Bootstouren zu einer Pinguinkolonie gebucht werden. Mitten im Park liegt auch die Anlegestelle der Fähre nach Hornopirén, sodass man den Park auf dem Weg dorthin erkunden kann.

Da wir im Herbst reisen und das Wetter an diesem Tag sehr schlecht ist, legt unsere Fähre am nächsten Vormittag von Caleta Gonzalo nach Hornopirén nicht wie geplant ab. Also müssen wir warten und hoffen, dass sich das Wetter im Laufe des Tages bessert. Und wir haben Glück – am Abend können wir mit unserem Wagen auf die Fähre setzen und starten die etwa sechsstündige Überfahrt. Das erste Teilstück führt uns bis nach Leptepú. In der Dunkelheit müssen wir wenige Kilometer von einem Anleger zum nächsten fahren. Das zweite Stück ist dann die lange Überfahrt von einigen Stunden. Um Mitternacht kommen wir dann schließlich in Hornopirén an. Der Eigentümer der kleinen Posada erwartet uns und zeigt uns noch schnell unsere Zimmer, bevor wir schlafen gehen.

 

 

Letzter Stop auf der Carretera Austral – Puerto Varas

Am nächsten Tag schauen wir uns unsere Unterkunft noch etwas genauer an. Der Eigentümer ist sehr engagiert, was die Förderung des Tourismus in dieser Region angeht und erklärt uns, was wir in der Umgebung so alles machen können. Durch die verspätete Abreise aus Chaitén haben wir allerdings nicht viel Zeit. Wir schauen uns also nur noch einige Unterkünfte im Ort an, tanken den Wagen auf und begeben uns auf die letzte Etappe nach Puerto Varas. Nach einem langen Abschnitt über Schotterstraßen, kurvigen Abschnitten und bergauf und bergab, beginnt irgendwann die asphaltierte Straße und wir werden nicht mehr durchgeschüttelt. Nach den letzten Tagen ist mir auf jeden Fall klar, weshalb ein Pick-up für diese Tour empfohlen wird.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein kommen wir in Puerto Varas an und erblicken als erstes den Vulkan Osorno am Lago Llanquihue. Was für ein toller Abschluss dieser aufregenden Reise! Aber eines wird mir nun klar: Die Carretera Austral ist eine wahrhaftige Abenteuerstraße, die es wert ist, bereist zu werden. Denn hier lernt man das echte Chile kennen!

 

Wenn Sie Interesse an einer Reise nach Chile haben, schauen Sie sich gerne unsere Reisebausteine und Rundreisen an.


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