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Abenteuer im Somoto Canyon – Unterwegs im Norden Nicaraguas

von Mehr Mara Großebörger Reisespezialistin

14 Juni 2017

Den noch eher unbekannten Norden Nicaraguas erkunden – das ist das erklärte Ziel meiner mittlerweile vierten Reise in das kleine mittelamerikanische Land. Vom Somoto Canyon hatte ich bereits einige Fotos gesehen und Erfahrungsberichte gelesen, doch so richtig weiß ich nicht, worauf ich mich eigentlich einlasse.

Abenteuer im Somoto Canyon

Zusammen mit meinem Freund mache ich mich also im Mietwagen von der Hauptstadt Managua auf den Weg in den Norden des Landes in die kleine Stadt Somoto. Touristen sieht man hier nur wenige, dafür herrscht ein reges Treiben der Einheimischen auf den Straßen. Nach einem leckeren Abendessen und einer erholsamen Nacht in einem einfachen, aber gemütlichen Hotel, werden wir früh am nächsten Morgen von unserem Guide Junior abgeholt.

Nachdem wir unser Gepäck im Büro der Agentur deponiert und einen kleinen Rucksack für die Tour mit einer Übernachtung gepackt haben, werden wir von einem freundlichen Fahrer zum Eingang des Canyons gebracht. Da wir unsere Rucksäcke nicht mit in den Somoto Canyon nehmen können (es wird nass!), werden diese bereits zu einer nahe gelegenen Finca gebracht. Nach einer kurzen Wanderung erblicken wir zum ersten Mal den Canyon und einen ziemlich hohen Felsen am Anfang. Allein beim Anblick bekomme ich ein wenig Höhenangst!

Somoto-Canyon-Ausblick

Ein erster Blick in den Somoto Canyon

Junior bestätigt, dass der Felsen der erste Teil unseres Canyon Abenteuers ist: wir seilen uns ca. 30 Meter in die Tiefe ab! Ich habe so etwas noch nie gemacht und bin natürlich aufgeregt. Umso mehr freue ich mich, dass ein Kollege von Junior auf die Sicherheit beim Abseilen achtet und anbietet, mich zu begleiten.

Somoto-Canyon-Abseilen

Sicherheitseinweisung auf dem Felsen – so klappt das Abseilen!

Somoto-Canyon-Schlucht

Rund 30 Meter ist die Felswand hoch

Auch wenn ich zunächst skeptisch bin, das Abseilen macht richtig Spaß! Wir dürfen auch ein zweites oder drittes Mal den Felsen hinabklettern, denn Zeitdruck hat hier keiner. Mit Junior geht es dann weiter in den Somoto Canyon hinein. Zunächst laufen wir nur über Steine, doch schon bald geht es nicht mehr weiter. Nun verstehe ich auch, warum wir Schuhe anziehen sollten, die nass werden dürfen. In voller Montur laufen wir einfach durch das Wasser weiter und lassen uns nur teilweise treiben. Das Wasser ist eine super Abkühlung, denn wer freut sich bei ca. 38 Grad nicht über einen Sprung ins kühle Nass?!

Somoto-Canyon-Tour

Unterwegs im Canyon

Unvergessliche Erlebnisse

Die nächsten rund zwei Stunden sind wir mit Springen, Schwimmen, Rutschen und Klettern im Canyon beschäftigt. Nach vier Kilometern erreichen wir das Ende des Canyons und werden in einem kleinen Boot zur nächsten Anlegestelle gefahren. So langsam bekommen wir Hunger, doch das Mittagessen gibt es erst auf der nahe gelegenen Finca. So nutzen wir also die Sonnencreme noch einmal ausgiebig und machen uns in der Mittagshitze auf den Weg. Nach rund 45 Minuten werden wir mit offenen Armen von der Frau des Hauses empfangen – und das Mittagessen steht für uns bereit! Es gibt traditionell Reise mit Bohnen, einen leckeren Salat und ein Spiegelei.

Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen der Entspannung. Nach der Anstrengung und der Hitze des Vormittages freue ich mich, von der Veranda des Hauses das Geschehen zu beobachten.

Somoto-Canyon-Entspannung-Finca

Entspannung auf der Veranda der Finca

Führung über die Farm

Als es etwas kühler wird, führt Junior uns über die Farm und erklärt uns, wie sich die Familie weitestgehend autark ernähren kann. Außerdem erfahren wir einiges über die Geschichte des Canyons, der erst 2004 entdeckt wurde und sich im Laufe der Jahre zu einer echten Attraktion entwickelt hat. Immer mehr einheimische Touristen, aber auch Ausländer, finden den Weg in das Grenzgebiet zu Nicaragua, um die Landschaft und den Canyon hautnah zu erleben. Die Eigentümer des Canyons und die Regierung haben strenge Gesetze aufgesetzt, um den Canyon zu schützen und einen nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen. Wir sind beeindruckt!

Somoto-Canyon-Ausblick

Blick vom Aussichtspunkt auf den Canyon

Camping über dem Canyon

Am Abend gibt es ein gemeinsames Essen mit der Familie. Reis und Bohnen stehen wieder auf der Speisekarte, diesmal allerdings mit Hühnchen, Kochbananen und Maistortillas. Für die Übernachtung stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: die Finca hat einige einfach ausgestattete Gästezimmer oder aber eine Campingausrüstung. Obwohl ich kein großer Camping-Fan bin, haben wir uns bereits vorab dafür entschieden zu campen, denn der Campingplatz befindet sich auf einem Aussichtspunkt über dem Somoto Canyon. So laufen wir also mit den Zelten, Isomatten und Schlafsäcken los und erreichen schon nach kurzer Zeit den Aussichtspunkt. Die Zelte sind so leicht aufzubauen, dass dies auch im Schein der Taschenlampe funktioniert. Und nach einem netten Gespräch am Lagerfeuer sind wir alle von den Anstrengungen des Tages so müde, dass wir bereits um 20:30 Uhr schlafen gehen.

Somoto-Canyon-Camping

Campingplatz mit Aussicht auf den Canyon

Ein besonderes Highlight am nächsten Morgen

Ein ganz besonderes Highlight ist für mich der Sonnenaufgang über dem Somoto Canyon am nächsten Morgen. Wirklich ein einmaliges Schauspiel! Gegen 8 Uhr machen wir uns auf den Rückweg zur Finca, wo wir mit einem reichhaltigen Frühstück erwartet werden. Es gibt (welch eine Überraschung) Reis und Bohnen, dazu selbstgemachte Pommes, Rührei und angebratene, süße Kochbananen. Klingt zunächst nach einer merkwürdigen Kombination, noch dazu für das Frühstück, hat aber wirklich lecker geschmeckt. Reis und Bohnen gehören in Nicaragua zu den Grundnahrungsmitteln, es gibt sie (vor allem auf dem Land) meist zu jeder Mahlzeit.

Dann heißt es Abschied nehmen von unseren Gastgebern, der Finca und dem Canyon. Rund eineinhalb Stunden brauchen wir zum Eingang des Canyons, an dem wir abgeholt und zurück nach Somoto gebracht werden. Etwas müde und erschöpft, aber voller neuer Eindrücke und Erlebnisse, machen wir uns mit dem Auto auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, der wunderschönen Kolonialstadt Granada.

Somoto-Canyon-Ausblick-Schlucht

Letzter Blick auf den Canyon

Fazit

Die zwei Tage im Norden des Landes haben mir wieder deutlich gemacht, wie viel Nicaragua zu bieten hat und wie unterschiedlich die Landschaft ist. Es war ein tolles Abenteuer im Somoto Canyon und es wird sicherlich nicht meine letzte Reise nach Nicaragua gewesen sein!

Wenn Sie Lust haben, Nicaragua ebenfalls zu erkunden, finden Sie hier den passenden Reisebaustein und viele weitere, interessante Ideen für einen Urlaub in Nicaragua.


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